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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-11-27 · 47 (27.11.1891) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
47 (27.11.1891)
Date
1891-11-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 47 Orstrrreichifchr Wochenschrift. Ekitr 873 hat in voriger Woche eine große Summe zu einer schönen interconfessionellen Stiftung hergegeben, wodurch sein Name für alle Zeiten in Ehren genannt werden wird. Der „Ess. Gem. Anz." berichtet hierüber! Vor Eintritt in die gestrige Sitzung, (der Stadtverordneten) machte Herr Oberbürgermeister Zweigert die Mittheilung, daß Herr Banquier Moritz Beer dem Herrn Beigeordneten König die Summe von 30.000 Mrk. übergeben habe, um damit zum Andenken an seinen am 13. Februar d. I. zu Paris verstorbenen Sohn Karl eine „Karl Beer-Stiftung" zu begründen. Die Zinsen aus diesem Kapitale sollen an 3 bedürftige und talentvolle Jünglinge jährlich vertheilt werden und zwar soll der Genuß eines solchen Stipendiums höchstens drei Jahre hindurch erfolgen. Berechtigt sollen sein Söhne von Eltern, die in Rheinland-Westfalen, speciell in der Stadt Essen, wohnen und zwar ohne Unterschied der Konfession. Bevorzugt sollen solche junge Leute werden, die nach beendeter Lehrzeit zu ihrer weiteren Ausbildung noch eine Kunstschule besuchen wollen, wie z. B. die Kunstschule in Iserlohn, eine Hütten- und Bergschule, ein Technikum, eine Landwirthschaftsschule x. Die Verwaltung wird durch ein Kuratorium geschehen, bestehend aus dem Oberbürgermeister der Stadt oder dessen Stellvertreter, aus dem Stifter, oder dessen Schwiegersohn, bezw. Sohn, und 3 Bürger der Stadt. Der Herr Oberbürgermeister erklärte, daß er die Schenkung dankbar annehmen werde, wenn auch zu bedauern wäre, daß die Veranlassung für den Stifter eine überaus traurige sei. Die Herrn Stadtverordneten ermächtigten den Herrn Oberbürgermeister die Allerhöchste Genehmigung für die Stiftung nachzusuchen. Durch Erhebung von den Sitzen bctnfte das Kollegium dem hochherzigen Geber. Breslau. Am hiesigen jüdisch-theologischen Seminar (Fränkel'sche Stiftung) wurde am 18. d. At. das 35 jährige Docentenjubiläum des um die Anstalt hochverdienten Dr. David R o s i n festlich begangen. 6m erhebender Morgengesang von dem Sängerchor des Seminars unter der Leitung des Kapellmeisters Herrn Pulvermacher vorzüglich ausgeführt, leitete weihevoll den Festtag ein. — In der Wohnung des Jubilars erschien alsdann zunächst eine Deputation ehemaliger und gegenwärtiger Schüler und überraschte denselben durch eine, vom Professor Kaufmann in Budapest in warmen, der Verehrung und Dankbarkeit Ausdruck gebenden Worten entworfenen Adresse, welche das Titelblatt eines kostbaren mit den Photographien zahlreicher Schüler gefüllten Albums bildete. Im Aufträge der Synagogengemeinde in Erfurt überreichte alsdann deren Rabbiner Dr. Salzberger unter herzlicher Ansprache ein Glückwunschschreiben, dem sich die Ueberreichnng eines ebensolchen von Seite der hiesigen Synagogengemeinde anschloß. In fortdauernder Aufeinanderfolge erschienen demnächst ferner das Curatorium der Eommerzienrath Fraenkel'schen Stiftungen, das Lehrercollegium des Seminars, das hiesige Rabbinat mit Herrn Dr. Rosenthal als Vertreter, das Lehrercollegium der israelitischen Industrieschule, deren Vorsitzender der Jubilar ist, u. A., um in in tiefempfundenen, zum Theil von Adressen und werthvollen Festgaben begleiteten Ansprachen, ihren Glückwünschen für den Jubilar Ausdruck zu geben. Auch zahlreiche, zur Zeit in Amt und Würden befindliche ehemalige Schüler des Gefeierten, waren zu dessen Ehrentage eigens aus der Ferne herbeigeeilt, so z. B. der Großrabbiner Dr. Margulies aus Floren;, Dr. Theodor (Bojanowo) u. A In bewegten Worten dankte Dr. Rosin für alle die reichen und wohlthuenden Kundgebungen der Liebe und Anerkennung, deren der Jubilar allerdings vermöge seiner segensreichen und verdienstvollen Lehrthätigkeit, wie seines bescheidenen und milden Wesens in hohem Maaße würdig ist. Für den Abend des Festtages hatten die Hörer des Seminars im kleinen Saale der neuen Börse einen Commers veranstaltet, an welchem nächst sämmtlichen vorgenannten Deputationen, Lehrerkollegien und Schülern des Seminars, zahlreiche Gelehrte, Verwandte und persönliche Freunde des Jubilars und Gäste theilnahmen. An die treffliche Festrede, mit welcher Eand. Meyer den Commers erösfnete, reihte sich in harmonischer Abwechslung mit heiteren Sangesweisen, (von.letzteren sei eines humoristischen, von Ad. Freyhan, einem Verwandten des'Jubilars, gewidmeten Liedes erwähnt, das seiner freundlichen Aufnahme wegen auf Beschluß des Comites in zweiter Aufnahme gedruckt werden soll.) Rede an Rede, Toast an Toast, fast durchweg gediegene Leistungen der Rhetorik und gesunden Humors. — Allen diesen Kundgebungen dankte der Gefeierte nochmals in längerer Rede, welche ein Bild seiner Lebensschickfale zum Gegenstand hatte. Breslau, den 17. November 1891. Sonntag den 15. d. M. um 11 Uhr Vormittags versammelten sich in der Seminarsynagoge sänimtliche Hörer des Lehrercollegium, die Curatoren der Fränkel'schen Stiftung, die Gemeinde-Rabbiner und viele hervorragende Mitglieder der hiesigen Gemeinde wie auch die Frau und Tochter des seligen Professor G r a e tz zur Trauerfeier für den dahingeschiedenen Historiker. Nachdem die Feier durch das Tod tengebet eingeleitet worden war, sang der Gesangverein jüdischer Theologen unter Leitung des Kapellmeisters Herrn P u l v e r m a ch e r der: Psalm 16. Hieraus bestieg Herr cand. phil. Siegfried Silberstein die Kanzel, um »n längerer Rede ein Bild des Verstorbenen zu entwerfen. Nachdem er.G r a e tz als Forscher geschildert, die hohen Verdienste hervorgehoben, die er sich auf dem Gebiete der Geschichtsschreibung erworben hatte, wo Liebe und Begeisterung für seine Religion und sein Volk seine Feder führte; und das erhabene Ziel beleuchtet, daß er sich in der Bibelforschung gesteckt hatte, gieng er daran G r a e tz als Lehrer und Jugendbildner zu würdigen. Als solcher war G ra e tz feinen Schülern ein väterlicher Freund und Berather; begnügte sich nicht damit seinen Schülern die Ergebnisse seiner eigenen Studien mitzutheilen, suchte vielmehr sie selbst in die Werkstatt des Forschens einzusühren, und nichts glich seiner Freude, die er über die selbstständige Forschung derselben empfand, selbst dort wo ihre Ergebnisse die scinigen widerlegten, wo er alsdann auf sich den talmudistischen Ausspruch „Wieine Kinder haben mich besiegt" anzuwenden pflegte. Denn wie eigene Kinder liebte G r a e tz seine Schüler. Gesang der auf diese Rede folgte, schloß die würdige Feier. .7. F. VmniMes. Wien. sTrauungen vom 22. November 1891.» Im Tempel der inneren Stadt wurden gelraut: Herr Jacob Abeles mit Frt, Pauline Marburg; Herr Josef Robinson mit Frl Ernestine Bratmann. Im Tempel der Leopoldstadt: Herr Friedrich Grünwald mit Frl. Theresia Steinhart; Herr Isidor Herzl mit Frl. Leopoldine Hilfreich; Herr Leopold Goldfchmid mit Frl. Auguste Hohenberg; Herr Dr. Nicolaus Thmän mit Frl. Eugenie Pollak. Im Bethause Untere Viaductgasse 13. Herr Ludwig Popp er mit Frl. Marie Bad erle. Verstorbene vom 31. Oktober bis 9. November. Alt Leopold, praktischer Arzt 70 I.; Bondy Sigmund, Kaufmann 66 I.; David Irene, Kaufmannst. 4'/.,J.; Fuchs Rosa, Private 62 I.; Heller Amalie geb. Bardach 54 I.; Hirsch Israel, Privatier 95 I.; Hendler Leibisch 42 I.; Koh» Friederike, Agentenstochter 19 I.; Kun Salom., Privatier 72 I.; Lindner Fanny, Kausmannsgattin 48 I.; Platschek David, k. n. k. Rechnungsrath a. D. 65 I.; Pollak Earah 84 I.; Pulgram Adolf, Matrose 20 I.; Pollak Bernhard, Holzhändler 74 I.; Rosenfeld Leo, Privatier 64 I.; Roß Bella 6 I.; Saborsky Jeanette geb. Flax, Kaufmannsgattin 31 I.; Schapira Ignaz, Gärtner 30 I.; Strauß Rudolf, Musiker 18 I.; Spitz Josef, Schächter 54 I.; Stein Josefa geb. Rappaport 62 I.; Wafferstrom Jos. Daniel, Reisender 24 I.; Weiß Amalie, Weinhändlerswitwe 48 I.; Weiß Carl, Schneidergehilfe 52 I; Wiederberg Amalia, Private 26 I. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe für Wien und de s s e n Vorort e.) Montag am 16. v. M. fand im Restaurant Kühner eine außerordentliche Generalversammlung des Vereines unter Anwesenheit mehrerer Gemeinderäthe und Eultusvorstände sowie zahlreicher- Honorationen statt. Herr- Cultusvorsteher Architekt Max Fleischer hiett seinen anger kündigten Porttag über den Bau des Wiener Rathhauses unb

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