Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 45 (13.11.1891)
- Date
- 1891-11-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Hr. 45 Orstrrreichifchr Wochenschrift Seite 837 Und S. 25: — — _ — — — — — — Confiscirt! Es ist nicht möglich wiederzugeben, in welcher schändlichen Weise Marr die jüdische und christliche Religion beschimpft, nur ein Wort wollen wir zur Beurtheilung dieser consequenten Antisenliten anführen. S. 39 heißt es: — — — — — — — — — Confiscirt! Von Hart mann in seiner Schrift gegen die Juden citiren wir nur wenige Spitze (S. 31): — — — — — __ ___ Confiscirt! Ferner („Sclbstzersetzung des Ehrisienthums'', B rlin 1877, S. 11): - — — — — _ _ — _ — Confiscirt! Ja, der Antisemit G. Fr. Taumer, dessen Buch „Feuer und Molochdienst der alten Hebräer" Hauptquelle eines neuen antisemitischen Machwerkes „Die Juden und das Christenblut" ist, ist zugleich Verfasser des Werkes „Die Geheimnisse des christlichen Alterthnms", in welchem er den Beweis zu erbringen versucht, daß das Christenthum aus dem - — — — — — — — — Confiscirt! Ein Artikel der „Deutschen Wacht", vom 15. Jänner 1881, dessen Verfasser den Mund von Retigionsphilosophie voll nimmt, nennt das alte Testament:-- _ — _ _ _______ Confiscirt! ----Die „Deutsche Wacht" theilt auch Resolutionen amerikanischer Antisemiten mit welche allerdings noch ungenirter zu.reden im Stande sind. Darin heißt es: „Wir wollen die Juden nicht länger durch Lesen ihrer Bibel ermuthigen. Wir verwerfen das alte Testament wir verwerfen die von dem Juden Moses gegebenen zehn Gebote, und wir versprechen, keine Kirche zu besuchen, in welcher der Name Jesus Christus erwähnt wird. In der „Antisemitischen Correspondenz", dem Organ des Deutschen Antisemitenbundes in Leipzig Nr. 4, 1886 ist zu lesen: ' „Das alte Testament sei aus den Schulen zu beseitigen, an seine Stelle müßten wir die altgermanische Geschichte resp. eine große weltumspannende arische Volker-Geschichte und Dichtung setzen. Die Kreise der Christlichen seien aufzuklären, daß sie endlich die altjüdiHe Geschichte mit den richtigen Augen betrachten und nicht ahnungslos und unfreiwillig Juden-Cultur treiben." Es war ja Schopenhauer,--- — — — — — — — — — Confiscirt! — — darum auch von den Antisemiten als einer ihrer Kirchenväter verehrt wird. Will man den gesammten Kampf begreifen, so muß man_ sich des Satzes im neuen Testament erinnern: „Das Heil kommt von den Juden," gegen welchen Cardinalsatz der Haß der Antisemiten mit echt teutonischem Furor ankämpft. Tertullian sagte an einer Stelle: (de praescriptionibus cap. 7) „Unsere Lehre stammt aus der Säulenhalle Salomonis (F. Jöh. 10, 23), der ja auch gelehrt hatte, man müsse den H:rrn in der Einfalt des Herzens suchen." Mit beißender Ironie sagt Paulus Cassel: „Schon jetzt sagt mancher klein- und große Herr: „Erst Aristokrat, dann Christ!^ „Lieber den Menschcnsol.n läm.nen, lieber den Sohn David wie Petrus vcrläugnen, alszugeben, daß in Christo das wahre Israel sich offenbart." Und an einer anderen Stelle sagt derselbe Autor: „Um das Wort Jesu: „das Heil kommt den finden", dreht cs sich allerdings. Die. welche Jesum wirklich Nachfolgen, lieben die Juden — wie sie ihnen auch erscheinen mögen — weil von ihnen das Heil kam. Die, welche die Juden hassen, können und m-"gcn nichts von ihrem alten Anrecht hören. Sie übertragen ihre giftige Stimmung gegen die Juden auf deren Geschichte.' „Sie Haffen z letzt das Heil, wei l es von den Juden kommt. Sie empören sich echt bab.,loni,ch gegen Gott, weil es im alten Testament gelehrt wird." Die österreichischen Kirchen irrsten sind der mellen in Wien zur Berathung versammelt. Es wäre vielleicht an der Zeit, daß die ehrwürdigen Väter der Kirche das religionsfeindliche Treiben der antisemitischen Secte in den Kreis erleuchteter Prüfung und Entschließung einbeziehen. Publikation der Wiener israel. Cnltnsgemeinde. Ignaz und Rosalia Wolf’sche Kranken - Unters tützungs - Stiftung. Am 11. Jänner 1892 gelangen die halbjährigen Interessen der obigen Stiftung an arme hilfsbedürftige Kranke der hiesigen israel. Cultusgemeinde zur Vertheilung. Die Bewerber haben ihre mit dem Mittellosigkeits* und Krankheitszeugnisse belegten Gesuche in der Kanzlei der hiesigen israel. Cultusgemeiude tl. Bezirk, Seitenstettengasse 4, II. Stock), bis 30. November 1891 zu überreichen. Wien, 1. November 1891. Das Curatorimu der Ignaz und Rosalia Wolfsehen Kranken- Unterstützungs-Stiftung. Gesuchsblanquette sind im Secretariate I-, Seitenstettengasse 4, II. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr unentgeltlich zu beheben. Wiens antisemitische Pädagogen. Wien, 8. November. Das antisemitische Hetzorgan „Deutsches Volksblatt" vom 31. October enthält ein Eingesendet, das wir nachstehend im Wortlaute zum Abdrucke bringen: Euer Wohlgeboren! Ich bitte folgenden chararkteristischen Vorfall zur Kenntniß der Leser ihres geschätzten Blattes;u bringen.