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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-10-30 · 43 (30.10.1891) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
43 (30.10.1891)
Date
1891-10-30
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Vesterreichische Wochenschrift. Nr. 43 Seite *02 Ich hatte auch Gelegenheit die Talmud-Thora unter der bewährten Leitung des Herrn Direktor Alkalay zu bewundern, welche sich in dem durch die Munifizenz der Elias'schm Familie gestifteten Hause befindet und die er nur zu diesem Zwecke und zur Beherbergung der Gemeinde-Funktionäre bestimmte. Die ganze Woche hindurch werden abwechselnd v vom Herrn Chach am und vom Herrn Direktor Talmud und einschlägige Gegenstände vorgetragen, selbst ein Fremdenzimmer zur Beherbergung armer Zugereister, welche auch mit Speise und Trank versehen) werden, ist nicht vergessen worden. So wirkt alles zusammen um die Gemeinde, die ein mehr als lOOjähriges Privilegium genießt groß und angesehen zu machen und wäre es wünschenswerth, wenn auch andere große Gemeinden diesem Beispiele folgen würden. Wie«. (Hofzahnarzt Dr. Rabatz.) Am 15. d. Nachmittag um halb 3 Uhr fand unter zahlreicher Betheiligung das Leichenbegängniß des am 13. d. plötzlich verstorbenen Hofzahnarztes und Zahnarztes der Theresianischen Academie, kais. Rathes Dr. Philipp Rabatz, statt. Der Trauerfeier, die im Sterbehause, Goldschmiedgasse 1, vollzogen wurde, wohnten der Direktor der Theresianischen Akademie, Regierungsrath Frecherr von Pidoll mit einer Zöglings-Deputation der Akademie, zahlreiche Aerzte, sowie Freunde und Bekannte nebst den Ange- > hörigen des Verblichenen bei. Die Beisetzung der Leiche erfolgte auf deor Döblinger Octsfriedhofe, wo Dr. Jellinek dem Heimgegangenen einen Nachruf hielt. Wien. Der berühmte Führer der Irländer, der kürzlich verstorbene Parnell stammte von spanischen Jaden ab, wie seine Mutter erzählte. StytttOtt im Oktober 1891. Eine kleine Synagoge wurde von der verhältnißmäßig kleinen Tyrnauer orthodoxen Gemeinde gebaut, in welcher den ersten Tag Roschhaschono das erste Mal Gottesdienst abgehalten wurde. Der EinweihungSact mußte vorläufig wegen der herannahenden hohen Feiertage unterbleiben. Dennoch hielt Herr Rabbiner Sigmund Fürst eine gelungene Einweihuugsrede, in welcher er denjenigen, welche sich bei dem Bau dieses Tempels bleibende Verdienste erworben haben, uämlich den Herren Josef Koth und Josef Halle seine Anerkennung zollte. —1 Kolomea, am 5. Oktober. Am letzten Sonntage hat Rudolf Sedlaczek, Praktikant im Schnittwarengeschäfte des Victor Sedlaczek in das Haus des Juden Aron Leib Nagler, wo er die Familie versammelt glaubte, mit einem geladenes Gewehre hineingeschoßen. Die Familie war aber im Bechause und die Kugel traf den christlichen Hausdiener, Das Gericht hat sich der Sache bemächtigt. Budapest. Der neue Präsident der Budapest er Handelskammer.) Wie uns aus Budapest gemeldet wird, ist an Selle dr) aus bekannten Gründen zurückgetretenen Baron Ko chm e i st er der Reichsrachsabgeordnete Moriz W a h r m a n n mit Akktamaüon und unter großen Ovationen zum Präsidenten der Budapest« Handelskammer gewählt worden. Moriz Wahrmann gehört zu den populärsten Figuren im öffentl chen Leben Ungarns und sein scharfer Verstand, wie seine mnfassenden finanziellen und kommerziellen Fachkenntnisse haben,ihm längst «ne hervorragende Stellung im ungarischen Parlamente gesichert- Mehr als einmal wurde sein Name genannt, wenn es sich um die Vergebung des FinanzportefeuiW handelte. Nu r ist er zwar nicht Minister geworden, allein die Budapester Kaufmannschaft, deren berufenster Vertreter im Reichstage er schon längst gewesen, hat ihm durch Uebertragung des höchsten von ihr zu vergebenden Ehrenamtes einen neuen Beweis ihres unerschütterlichen Vertrauens geliefert. Paris. Wie bereits berichtet, hat sich eine angesehene Gemeinde Schwedens an das hiesige Seminar mit dem Wunsche gewendet, einen französische Rabbiner anzustellen. Das Seminar- Hat in Entsprechung dieses Wunsches einen der besten Hörer des Institutes, welcher eben seine Studien zu beenden im Begriffe stand, für diesen Posten designirt; es ist dies M. Jsaac Levy aus Ballberon, welcher über Einladung der betreffenden Gemeinde — es ist dies Norrköping in Schweden — daselbst am ersten Neujahrstage seine Probepredigt hielt, welche allen Berichten zufolge solchen Anklang fand, daß M. L6vy einhellig als Rabbiner acceptirt wurde. Paris. Herr Jules Cohen, welcher so viele Jahre das verantwortungsvolle Amt eines Chormeisters an der Großen Oper in Paris bekleidete, hat aus Gesundheitsrücksichten seinen Abschied genommen. Herr Cohen ist jetzt 61 Jahre alt und wird eine ansehnliche Pension beziehen. In seiner Jugend erwarb er sich einigen Ruhm als Pianist. Auch einige Opern hat er geschrieben, von denen die eine „Les Bluets“ 1880 in London unter dem Titel „Eistelle“ aufgeführt wurde. London. Unter der eifrigen Leitung von M. NatHantel L. Cohen, Obmannes des Comites, welches den Austus zu Gunsten der russischen Juden erlassen hat, macht die Organisirung der- Sammlungen für den Fond zur Unterstützung der russischen Emigranten große Fortschritte. Die Aufgabe, eine Collecte über ein weites Gebiet auszudehnen, ist gewiß keine kleine. Vorschläge in dieser Richtung wurden mehr als genug gemacht; aus der Fülle derselben das Beste auszuwählen war Aufgabe einer Sitzung, welche das Comite letzten Montag abhielt. Das Resultat derselben war der Beschluß, die Sammlungen in erster Linie durch die Synagogen zu veranstalten. Es wird aber auch die Einrichtung getroffen werden, Beträge von weiteren Kreisen zu erlangen. Die zweite bis 21. Oktober reichende Subscribtionsliste weist eine Tolalsumme von 55.487 L. Sterling 3 sh. auf. Feuilleton. Ein Besuch auf „Mikwe Israel". (Aus dem „Pester Lloyd"). Von der See herüber wehte eine frische Brise landeinwärts. Die Kronen der Palmen und breitästigen Sykomoren rauschten und wiegten sich im Morgenwinde und ein würziger Hauch entströmte den Orangegärten. die sich zu Hunderten längst des klippenreichen Meeresstrandes stundenweit aneinander reihen. Am Hafen hatte ich mir ein Pferd genommen, war langsam in der Richtung von West nach Ost um die Stadt Jaffa herumgeritten, in tiefem Sand, sowie an hohen Kaktuszäunen vorüber und erreichte nach ungefähr einer halben Stunde die große Hauptstraße, welche nach Jerusalem hinaufführt. Das alte Joppe im Rücken, vor mir Juda's blaue Berge, links der unabschbare Wasserspiegel, der in azurblauen Tinten zu mir herüberleuchtete, und rechts auf wellenförmigen Hügeln die

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