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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-10-23 · 42 (23.10.1891) · page 23

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
42 (23.10.1891)
Date
1891-10-23
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Nr. 42 Oesterrrichifchr Wochenschrift. Seile 695 Anarchisten. Das ist thatsächlich nicht wähl'. In der gcsammten! ist ein crceptioneller Staat. In den europäischen Staaten gibt anarchistischen Partei ist nicht ein einziger Jude. Ec hat dies > es in der gesammten Anarchistenpartei nicht einen einzigen Juden, aber absichtlich verwechselt mit den Nihilisten. In Rußland, diese besteht aus lauter Stammesgenossen des Herrn Dr. Lueger, meine Herren, sind die Kinder der höchsten Staatsräthe, der Ich habe nicht gesagt, Christen; o nein! Aber es sind politische Minister, ja Prinzen Mitgliederder Nihilistenpartei und in > Verwandte jener Partei, welcher seit einiger Zeit Herr Dr. Lueger dieser sind allerdings auch sehr viele Juden, allein Rußland i angehört. Stimmen der Presse. Der Prediger der Wien.r israel. Cultusgemeinde, Herr Dr. Adolf Jellinek schreibt in der „Neuzeit": „Der famose Abgeordnete Mechaniker Schneider ist die personifirirte Schamlosigkeit. Gerichtet und vernichtet vom Abgeordnelenhause, hat erdennoch die Stirne seine sittliche Entrüstung über das unmoralische Treiben der Juden im österreichischen Parlamente auszudrücken und läßt keine Geleg.mheit vorübergehen, um seinen Abscheu vor moralischen Fälschungen an den Tag zu legen. Am 20. Oetober begann im Abgeordnetenhanse die Debatte über die Errichtung von Aerztekammern. Schneider ergriff das unverfälschte Wort, um die jüdischen Aerzte, zu verdächtigen, berief sich aus das verrufene Gutachten Dr. Eckers, brachte mit betrübter Miene zur öffentlichen Kenntniß, daß die jüdischen Leichen im allgemeinen Krankenhause nicht secirt werden, und daß die ersten Versuche, gebärende Frauen zu narcotisiren, bloß mir Christinnen, niemals aber mit Jüdinnen gemacht wurden. Diesen antisemitischen Satan und mit ihm die ganze antisemitische Bande hat der Reichsraths-Abgeordnete Dr. Bloch in exemplarischer Weise justifirirt Seine Waffen waren Vertr-autheit mit der jüdischen Geschichte und der modernen antisemitischen Literatur, die Kenntniß der Biographien antisemitischer Häuptlinge, Humor, Sarkasmus und Satyre, die Macht der Wahrheit und die Benützung von Privatbriefen des antisemitischen Hohenpriesters der Lüge und Fälschung. Seine Rede, welche mit großer Aufmerksamkeit von den Abgeordneten, besonders von den Geistlichen, angehört wurde, verfehlte nicht den tiefsten Eindruck auf das Abgeordnetenhaus zu machen. Wir halten es für überflüssig diese Rede mit den Zwischenrufen der Antisemiten und den schlagfertigen Antworten des Redners zu reproduriren, nachdem sie in allen österreichischen Journalen zu lesen ist. Nur das Eine wollen wir besonders hervorheben, daß Herr Dr. Bloch unsere christlichen Mitbürger vor dem Antisemitismus, als vor ihrem schlimmsten Feinde nachdrücklich und energisch warnte, indem der Antisenritismus bereits die Heranwachsende Jugend in den Schulen verrohe und das moralische Bewußtsein der Masse corrumpire, daherden Christen mehr Schaden zufüge, als den Juden. Das kann nicht oft genug widerholt und der christlichen Gesellschaft zum Bewußtsein gebracht werden. In Wien ist der Antisemitismus am ineisten verwildert und daher wird das moralische Geruht in der österreichischen Residenz bald gänzlich abgestumpft sein, wenn nicht dem Antisemitismus mit aller Schärfe und Strenge entgegengetrcten werden wird. Herr Dr. Bloch hat sich durch seine neneftc Rede ein neues Verdienst um die gute Sache erworben, war ein beredter Dolmetsch der Wahrheit und Gerechtigkeit, hat das rechte Wort zur rechten Zeit gefunden, den Antisemiten eine scharfe Leetion gegeben, die nicht ohne Wirkung bleiben wird, und ein neues Anrecht auf die Dankbarkeit nicht bloß seiner Glaubensgenossen, sondern aller gutgesinnten und ehrliebenden Oesterreicher sich erkämpft. Denn wer Oesterreich von den Sü'.npfen des Antisemitismus befreit, erweist ihm einen wichtigen Dienst und eine große Wohlthat. Auch Kolomea kann zufrieden sein, einen solchen wackeren Abgeordneten nach Wien gesendet zu haben." J. Die „Neue Freie Presse" schrieb: „Ueber die Aerztekammern ward verhandelt, aber Herr Schneider sprach wieder über die Juden. Er hatte es ja kürzlich in einer Wählerversammlung angekündigt, daß er die jüdischen Aerzte verunglimpfen werde und solche Versprechungen pflegt Herr Schneider einzulösen. Allein sein heutiges Auftr-eten bekam Herrn Schneider und der antisemitischen Sippschaft recht schlecht; sie fanden in dem Abgeordneten Dr. Bloch einen Gegner, der ihnen gewachsen war, und vernichtende Hiebe auf diese Gesellschaft niedersausen ließ, die nur dort Triumphe zu ernten vermag, wo sie ihre Monologe unbeirrt von jeder Widerrede vortragen kann. Wo aber diesen Herren ein schlagfertiger Redner entgegentritt und ihnen tüchtig auf die Finger klopft, sind sie mit ihrer erborgten Weisheit bald fer'tig. Herr- Schneider hatte sich auf ein angebliches Gutachten eines Dr. Ecker in München berufen. Herr Dr. Bloch lud Herrn Schneider — vorausgesetzt, daß dieser vor einem solchen Weg keine Scheu empfände — zu einem Wege ins Landesgericht ein, um sich aus den dort erliegenden Arten zu überzeugen, daß hinter Ecker niemand Anderer stecke, als der berüchtigte Fälscher Brimanus, der die Antisemiten genasführt und betrogen hat. „Sie hassen die Juden," rief Dr. Bloch Herrn Schneider zu, „aber mit jüdischen Lumpen verkehren Sie gerne." Die Zwischenrufe, mit welchen die Herren Lueger, Schlesinger und Hauck den Redner zu verwirren suchten, ließen ihn kalt, er legte den verrohenden Einfluß dar

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