Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 40 (9.10.1891)
- Date
- 1891-10-09
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 40 Oesterreichifche Wochenschrift. Seite 743 zeitig appellireu wir an die Studenten, die Presse und jeden ehrenhasten Mann jeder socialen Schicht, sich uns anzuschließen und mitzuhelfen, eine Sache zu realisiren, welche den :Huhin einer ganzen Generation ausmachen kann." Ueber 400 Unterschriften von christlichen rumänischen Burgern, darunter Namen von Klang, befinden sich unter diesenr Circular. VmmMe Wien. Am zweiten Neujahrstage fand im Mariahilfer Tempel anläßlich des allerhöchsten Namensfestes eilte cbeitso würdige wie erhebende patriotische Kundgebung statt. Beim Cinheben der Thora trat der Vereins-Präsident, Herr Architect Mar Fleischer, umgeben vom Gesammt-Vorstande, vor die Bundeslade und recitirte in der ihm eigenen, tief empfundenen und ergreifenden Weise das Kaisergebet; nach Beendigung desselben durchbrausten die mächtigen Aecorde der Volkshymne den Tempel, der Chor stimmte das „Gott erhalte" an und auf alle Anwesende machte die erhebende Feier den nachhaltigsten Ciitdruck. Tein Gottesdienste wohnte ein Theil des Bezirks-Ausschusses von Mariahilf bei, tvelche sich über die musterhaften Einrichtungen des Gottesdienstes in anerkennender Weise äußerten. — y. Wie». Ueber Anregung der israelit. Allianz wurden in den NeujahrsMgen in allen hiesigen Bethäusern die Anivesenden von den Rabbinern ltnb Predigern aufgesordert, für unsere attsgeiviesenen Glaubeltsgeitossen durch materielle Unterstützungen Erleichterungen zu schaffen. Bemerkenswerth ist, daß selbst im türkisch-israelischen rempel auf Anordnung des vielverdieuten Präses M. Russo der Chacham Herr Papo über die Leiden der russischen Juden und die Pflicht ihrer Unterstützung eine Drascha hielt, welche einen hohen Eindruck hinter ließ. Auch im Bethause des Vereines „Beth Israel" H. Antonsgasse 3, hielt dessen hochverdienter Obmann, Herr S. Meisels, Sohle des berühmten sel. Krakauer und Warschauer Nabbilier Bär Meisels — eine schlvungvolle Ansprache, in welcher er die so traurige Lage unserer von Haus und Heim vertriebenen armen Glaubensgenossen in warmen und zu Herzen gehenden Worten schilderte. — Wir Juden haben bei jeder Gelegenheit unseren Wohlthätigkeits- und Gemeinsinn in glänzender und aufopfernder Weise bethätigt, und werden geiviß auch jetzt Alles aufbieteu, um für unsere so namenlos unglücklichen Glaubensbrüder Erleichterung u>ld Linderung zu schaffen. Wien-Simmering. Anläßlich des NamcnsfesteS Sr. Majestät des Kaisers fand hier am 2. Neujahrstage ein feierlicher Gottesdienst statt. Bei dieser Gelegenheit spendete Herr kais. Rath Friedrich Vogel den Betrag von 1000 fl. zur Erbauung des in dieser Gemeinde projectirten Tempels. Herr S i g. K a u d e r s hat bereits siir diesen Zweck sehr namhafte Spenden geleistet und weitere Spenden in Aussicht gestellt, auch Herr Ernst Wolf hat diesem schönen und edlen Unternehmen sich angeschlossen. Es wäre nur zu wünschen, daß das patriotische Unternehmen lebhafteste Unterstützung allseits finde. Wien, 5. September 1891. Geehrte Redaction! Ich hatte im Juli d. I. durch drei Wochen Gelegenheit, mit Herrn Professor Jules Oppert täglich zusammenzukommen. Die auch in Ihrer gesch. Wochenschrift abgedruckte Pariser Correspondenz ist unrichtig. Oppert ist thatsächlich „^resident d6 l’Academie des Inscriptions et Belles-Lettres“, wurde aber niemals vom Minister nach seiner Confession gefragt, was in dem freien Frankreich auch völlig undenkbar ist. Die Antwort Opper t's, welche auf die Frage einer d e u t s ch e n E r c l l e n z ob er getauft sei vor Jahren erfolgte, lautete übrigens: „Was habe ich verschuldet, daß Ercellenz mich eines solchen bübischen Streiches für fähig halten". So hörte ich es aus dem Munde des greisen Altmeisters der Assyriologie. Hochachtungsvoll Dr. D. Feuchtwan g. Wien. Herr Dr. Löwy, IX., Porzellangasse 38, vollendet am 23. d. M. Hoschana Reba sein 70. Lebensjahr. Auf Kanzel und Katheder hat der Jubilar gleich segensreich gewirkt. In Böhmen, Mähren und in Wien danken ihm zahlreiche Männer in angesehenen Stellungen ihre Jugendbildung. Ob der Vortresflichkeit seiner Schulleitung in Kanitz und Lundenburg erhielt er nicht nur von den Gemeinden vielfache Ehrenbezeigungen, sondern auch die k. k. Statthalterei in Brünn sandte ihm wiederholt die hochortige Belobung zu. Seit 1863 in Wien bekleidete er durch fast 15 Jahren des Amt des Predigers im VI. nnd VII. Bezirke. Der Humanitätsverein ,/Nachlaß Jeschurum", daselbst, dankt ihm seine Begriindung. Auch im X. Bezirke, wo er gegenwärtig als Prediger wirkt, erntet er einstimmiges Lob. Herr L ö w y hat sich auch als Schriftsteller einen Namen erworben. Seine Denkrede über den seligen M a n n h e i m e r brachte ihm den Dank und die Anerkennung der löbl. Gemeindevertretung. Seitdem veröffentlichte er mehrere Schriften zur Erhebung und Belehrung wie zur Abwehr böswilliger Angriffe. So kann der Jubelgreis mit inniger Befriedigung aus seine verronnenen Tage zurückblicken. Bisenz. Am 16. October c. feiert ein geachteter Mitbürger unserer Stadt, des Vater des Jungbunzlauer Rabbiners, Herr Grünwald, seinen 70. Geburtstag. Herr Grünw a t d wirkte viele Jahrzehnte hindurch im Dienste des Judcnthunis, er war israelitischer Cultusbeamler in Ung.-Ostra in Mähren und war an 24 Jahren hindurch Religionslehrer am k. k. Ober-Gymnasium zu Ung.-Hradisch. Nicht blos seine Kinder und Enkel, sondern auch seine zahlreichen Schüler gedenken jenen Tag festlich zu begehen. Prag. Bei dem Besuche Sr. Majestät in Smichow hatte sich zum Empfange die Borstehung der israel. Eultusgeineinde mit dem Vorsteher L ö w und Rabbiner Dr. Back eingefundeu. Beide Herrn wurden Sr. Majestät vom Bezirkshauptmanne vorgestellt. Die Stadt Weinberg war auch durch ihren Vorstand und Rabbiner beim Empfange vertreten. Herr Bondy, Mitglied des Ausstellung-Comites, war zu der Dienstag abends stattgehabten Hostafel geladen. Am 1. d. At. traf Sr. Majestät am Bahnhof in Jungbunztan an, wurde von den Honoratioren der Stadt daselbst erwartet. Der Rabbiner Dr. Grünwald sprach bedeckten Hauptes den vorgeschriebcnen Segen. Sr. Majestät richtete hieraus an den Rabbiner in gnädigster Weise freundliche Worte Horazdowitz. Herr I. ll. Dr. Ignatz Pick hat aus. das Ehrenamt eines Cultnsvorstehers, das derselbe durch viele Jahre in der uneigennützigsten Weise geführt, Verzicht geleistet; an seine Stelle wurde Herr Hermann Haftrlick einstimmig gewählt.