Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 38 (25.9.1891)
- Date
- 1891-09-25
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 38 Oestrrrrichischr und provencalische Dichtungen die von einer tiefen pietätvollen Poesie durchströmt sind. „Hygiea“. Wien. Freitag den 18. d. M. 6 Uhr Abends fand im israelitischen Tempel des IX. Bezirkes eine Gaftpredigt des Herrn Rabbiners Dr. Ignatz Friedlieber statt. Der Redner, mit e'.ner klangvollen Stimme begabt, wußte die Zuhörer ungemein zu fesseln und sein interessanter Vortrag hat reichen Beifall -gefunden. Wie». Sonntag am 37. September findet im israrl. Tempel der Seitenftettengasse die Trauung des Frl. Sofie Fischer mit Herrn Ludwig Khuner, Inhaber des Restaurants Khuner, statt. Wien, 13. September. Heute vormittags wurde Herr Jacob Lichtenstern bestattet. Er war einer der ältesten Mitglieder der Eultusgemeinde, erreichte ein Alter von 84 Jahren, war ein sehr geachteter Kaufmann, Bürger der Stadt Wien, ein frommer Jude, der Sabbathe und Festtage streng feierte, wohlthäng, und hinterließ neun Söhne und drei Töchter, treffliche Kinder, ehrenhaft und glarchenstreu. Eine Tochter Frau Fanni, ist die Gattin des Herrn Hermann Epstein' Procuraführer des Königswalter'schen Hauses. Wien. Ausweis der bisher vom Curütorium der Baron- Hirsch-Stistung bewilligten Betrüge; Bewilligte Jahrespräliminarien für die Schulen Tarnow si. 4500, Neusandez fl. 420 >,' Boryslaw fl. 2400, Kolomea fl. 6000, Chrzanow fl. 4200 für die Schule Buczacz bewilligte Lehrergehalte fl. 1600, für die Handw'rkerschule Krakau bewilligte Jahrespräliminare fl. 14.000, für Schule Brody einmalige Subvention fl. 3'00, Stipendien für 10 Lehramts - Eandidaten in Westgalizien ft. 1230, 15 Stipendien für Lehramts - Kandidaten und 5 Stipendien für Kindergärtnerinnen in Ostgalizien fl. 3000, Stipendien für Schüler der Gewerbeschule in Bielitz pro 1890—91 ca. fl. 1170, 14 Stipendien für Schüler der Gewerbeschule in Bielitz pro 1891—92 fl. 2700, Stipendien für Gewerbeschüler in Czernowitz pro 1890—91 fl. 500. Diverse Gewerbestipendien für Westgalizien fl. 290, zur Unterbringung vonn 115 Handwerkerzöglingen in Ostgalizien fl. 6200, Subvention für 2 Gewerbe-Abendschulen in Ostgalizien ft. 700, für 10 Weber - Schüler in Gliniany fl. 1030, zur Bekleidung armer Schulkinder in Sambor und Sadogora fl. 500 zur Anstellung eines Religionslehrers in Sadagora fl. 500, Berwaltungskosten für Krakau und Lemberg pro 1890 fl. 2419 diverse einmalige Subventionen fl. 850; zusammen ft. 61.489 Wien, 15. September. „Löbliche Redaction der „Oesterreichischen Wochenschrift" hier. In der Nr. 36 Ihres geschätzten Blattes, auf Seite 663 und 664 ex 1891 ist unter dem Schlagworte: „Wien. Ein antisemitischer Gastwirth" eine meine Person und meine Restauration ',;ur schönen Sklavin" im k. k. Prater behandelnde Notiz enthalten um deren freundliche Richtigstellung ich im Grunde des 8 19 P.-G. höflichst »rsuche. Ich muß mich aufs Allerentschiedenste gegen den Anwurf des Antisen itismus verwahren und dies nicht lediglich aus geschäftlichen Gründen, sondern zur Wahrung meiner persönlichen Rep»- tation. Ich verkehre seit mehr als 22 Jahren gesellschaftlich und geschäftlich vorwiegend mit Israeliten, zähle viele Ihrer Glaubensgenossen zu meinen Freunden und ich bin in der Lage viele Israeliten namentlich anzufiihren, die es einfach nicht glauben, daß ich einer rüden antisemitischen Gesinnung fähig sei. Wochenschrift. _ Sette 705 Thatsächlich berichte ich, daß in der Nacht vom 19. August l. I. die fragliche israelitische Gesellschaft bis 12 Uhr ungestört Tarok gespielt hatte. Um diese Stunde, nach welcher nicht mehr gespielt werden darf, drehte der Kellner mit einer diesbezüglichen Erklärung das Gas ab. Die betreffende Gesellschaft war ganz allein im Locale; ich selbst war bei der Schank zur Schlußabrechnung und es ist daher entschieden unwahr, das eine andere Gesellschaft ungestört fortspielen konnte, not» dv»e in meiner Gegenwart. Ich war, wie gesagt nicht zugegen und außer der israelitischen Gesellschaft kein Gast mehr da. Ich erkläre selbst daß der Kellner damit taktlos war und ich habe ihm deswegen einen energischen Verweis ertheilt. Was den zweiten von Ihnen erzählten Fall anbelangt, verhielt sich derselbe wahrheitsgemäß wie folgt: Ein Herr brüellte bei einem Aushilfskellner ein paar Frankfurter mit Saft, die ihm jedoch etwas verspätet gebracht wurden, weil großer Andrang war, der Gast schrie darob den Kellner an» beschimpfte und stieß ihn derb vom Tische weg. Darauf wurde der Kellner auffahrend und mag — was ich nicht weih — den von Ihnen zitirtsu unqualifizirbaren Ausdruck gebraucht haben. Ich bemerkte das bei überfülltem Lokale für mich peinliche Aussehen, eilte hinzu uud als der Gast mir die Beschwerde vorgebracht hatte, erklärte ich: „Ich kann jetzt bei solchem Andrang kein Aufsehen machen. Ich bitte sich zu gedulden." Auf die heftige Widerrede des Gastes blieb ich allerdings dabei, daß ich das peinliche Aufsehen nicht vergrößern könne. Darauf erhob ein Herr Fuchs ein Geschrei: „Juden fort, hinaus! m ein anderes Local, wo Judenkellner sind und uns so was nicht passiren kann, die Situation war für mich furchtbar. Ich bin in der Lage, 40 höchst ehrenwerthe Israeliten als Zeugen auzufüh e», daß mein Benehmen nur so aufzufassen war, eine Vergrößerung des Aufsehens an einen Sonntag in Prater zu vermeiden. Es war — wie gesagt lediglich ein Sonntags-Aushilfskellner, der seither nicht mehr mein Local betreten durfte. Daß ich gesagt haben soll: „Ich bin ein Antisemit", bestreite ich das Entschiedenste. Mein Prater-Restaurant ist seit 15 Jahren unter den Israeliten populär. Wäre ich Antisemit, w ürden sich meine israelitischen Gäste nicht so lange wohl gefühlt haben, wie dies notorisch der Fall war und ist. Wenn ich 15 Jahre keinen Anlaß gegeben habe, mich solcher rüder Gesinnung zu zeichnen, so ist es wohl nicht glaublich, daß ich im 16 Jahre plötzlich Umschlagen werde. Indem ich eine löbliche Redaction nochmals ersuche, diese Berichtigung in der nächsterscheinenden Nummer ihres geschätzten Blattes Raum zu geben, zeichne ich hochachtungsvoll I. Degen, Restauratenr „zur schönen Sklavin" im k. k. Prater. Wien, am 15. September 1891. Prerau, 21. September. Herr Oberrabbiner Tr. Jacob Tauber zu Prerau hat dn ehremiollen Antrag eine Profeßur am „Uedrerv Union College“ zu Cincinnati anzunehmen, dankend abgelehnt. Tulln, ant 22. September. Bei der gestrigen General- Versammlung des hiesigen Cu ltusvereines wurde Herr E. Nußbaum aus Warasdin in Croatien zum Cantor und Pelig'onSlehrer einstimmig gewählt. Tulln wird demnächst zur CultuSgememde erhoben werden; diese Wahl ist deßhalb von besonderer Bedeutung. Lemberg, 30. September 1891. Nach mehr als zweijähriger Sedisvacanz ist der Posten eines Predigerin unserer Eultusgemeinde wieder besetzt. In feierlicher und erhebender Weise wurde Rabbiner Dr. I. Caro vorgestern Abende installirt und gestern hielt derselbe seine Antrittseigentlich Programmrede. — Im Vestibüle des festlich erleuchteten Tempels erwartete der Cultusrath und die Verwaltung den Rabbiner und der Präses deS Cultusrathes Herr Samuel Horowitz begrüßte denselben in schwungvoller Weise. — Die herzliche Antwort machte den besten Eindruck. — Die gesammte Repräsentanz llnter den Klängen eines von dem wieder- Bä