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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-09-11 · 36 (11.9.1891) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
36 (11.9.1891)
Date
1891-09-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 36 Orstrrrrichischr Wochrnschrifl. Seite 663 so gut „jüdisch" spricht. Seine humane Gesinnung hat sich bei vielen Gelegenheiten gezeigt und wir zweifeln nicht, daß er auch in der hohen Stellung, an der Spitze der galizischen Finanz-Landcs-Direction, jedes billige gerechte Verlangen, welches von Seiten jüdischer Parteien an ihn herantritt, nach Möglichkeit zu erfüllen bereit sein wird. Im Interesse der galizischen Judenschaft freuen wir uns über diese Ernennung. Publirstionrn der Wiener israrl. Multusgemeinde. Ignaz Theumann’sclie Ausstattungs-Stiftung. Der Vorstand der hiesigen israelit. Cultusgemeinde bringt hiemit zur Kenntniss, dass die Zinsen der von dem Herrn Ignaz Theumann begründeten Ausstattungs-Stiftung im Betrage von fl. 1CCO.— ö. W., an ein mit dem Stifter verwandtes Mädchen israelitischer Confession zu verleihen sind. Die Bewerberinnen haben ihre, mit einem Armuths- und Sittenzeugnisse und dem authentischen Nachweise ihrer Verwandtschaft mit dem Stifter, und dass sie sich im Brautstande befinden, versehenen Gesuche bis 30. September d. J. in der Kanzlei der hiesigen Cultusgemeinde, Stadt, Seitenstettengasse 4, 2. Stock, zu'überreichen. EliseHerz’sche Heirats-Ausstattungs-Stiftung. Aus der Elise Herz’schen Ausstattungs-Stiftung für Bräute ist ein Stipendium im Betrage von 424 fl. zu verleihen. Die Bewerberinnen haben durch Zeugnisse nachzuweisen: dass sie moralisch untadelhafte, dürftige und verwaiste Töchter jüdischer Eltern und in Böhmen oder Wien geboren sind und sich im Brautstande befinden. Das Zeugniss über den Brautstand, ist vom Bräutigam eigenhändig zu unterzeichnen und von zwei Zeugen zu bestätigen. Die ungestempelten Gesuche sind bis längstens 15. October 1891 frankirt an die Kanzlei der hiesigen isr. Cultusgemeinde, Stadt, Seitenstettengasse 4, im Secretariate, zu richten. Auf nicht gehörig belegte oder später einlangende Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien, am 1. September 1891. Der Vorstand der Israel. Cultusgemeinde. Gesuchsblanquette sind im Seer etariate I. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr unentgeltlich zu beheben. ^MTeSMäMLM. « Wien. Ein Mahnwort an Eltern. Vorüber ist bald die goldene Ferialzeit und neugekräftigt an Geist und Körper zieht die Jugend wieder in die heiligen Hallen der Schule. Das Bestreben, seinen Kindern eine gediegene Bildung angedeihen zu lassen, sie, wenn auch nicht mit irdischen Gütern aber umso mehr mit Schätzen des Geistes und Gemüches auszustatten, war von jeher die schönste Tugend jüdischer Eltern. Diese Tugend, sie erbte sich fort von Geschlecht zu Geschlecht bis auf unsere Zeit, wo d er Fortschritt auf allen culturellen Gebieten aber auch der erschwerte Kampf um's Dasein mehr als je Bildung und Wissen erheischt. Von dieser Erkenntniß sind wohl alle Eltern durchdrungen, und darum entsteht zu Beginn des Schuljahres der edle Wettbewerb der Eltern, ihre Kinder in die besten Schulen zu unterbringen und für dieselben die bestcn Lehrkräfte zu acquiriren. Damit die Jugend dcn wirklich großen Anforderungen, die durch den Schul- und Privatunterricht an ihre geistige Fähigkeiten gestellt werden, auch gerecht lwerden könne, ist es vor allem Andern nothw endig, daß sie körperlich gesund und kräftig sei, denn nur in einem gesunden Körper wohnt der gesunde Geist. Die Ueberbürdung der Schuljugend ist in der Tagespresse zur stehenden. Rubrik geworden, und daß dieser Uebelstand auch höheren Ortes ernst genommen wurde, beweist die vorjährige Verordnung der Unterrichtsverwaltung, wonach die Unterrichtsstunden eingeschränkt und den körperlichen Hebungen mehr Pflege eingeräumt wird. Es ergeht auch von uns die ernste Mahnung an abe Eltern, dcn Geist ihrer Kinder nicht auf Kosten des Körpers ausbilden, sondern beiden eine gleichmäßige sorgsame Pflege angedeihen zu lassen. Immer häustger wird die Klage der Aerzte und Pädagogen, daß durch Ueberbürdung des Geistes einerseits, durch Mangel an ordentlichen Leibesübungen andererseits die B l u t a r m u t h, B l e i ch su cht, N er v o s it'ä t dann vom vielen Sitzen schlechte Haltung und Rückgratsverkrümmungen aller Art in erschreckender Weise zunehmen. Durch ensprechende Hygiene im Hause und durch^ausgiebige Gymnastik des Körpers wird jenen Krankheiten der Jugend am besten vor gebeugt. Wir glauben, daß alle Eltern, besonders aber jene, die schwächliche Kinder haben, wohl ^daran thäten, wenn pe ihre Kinder, ehe sie dieselben in einer Schule aufnehmen lassen, fie auch auf ihren körperlichen Zustand von einem Facharzt untersuchen ließen, um ein eventuell vorhandenes Uebel im Keime schon beheben zu können. Zu diesem Zwecke glauben wir die in Wien am Rudolssplatz 11 befindliche orthopädische An st alt des Herrn Dr. Maximilian Roth, aufs Beste empfehlen zu können. Diese Anstalt, der es im Laufe ihres zweijährigen Bestandes durch die ausgezeichneten Heilerfolge und durch die wirklich liebevolle Behandlung und Pflege der Kleinen gelungen ist, die Anerkennung der ärztlichen Kreise und d n Dank vielerEltern zu erringen, ist allen sanitären und hygienischen Anforderungen entsprechend und ihre großartige Einrichtung für Zwecke der Orthopädie und Heilgymnastik lasten dieselbe unter den Heilanstalten Wien's eine hervorragende Stelle einnehmen. Darum sei sie auch für Groß und Klein bestens empfohlen. Wien. (Ein antisemitischer Gastwirth.) Bon einem langjährigen Monnenten unseres Blattes erhalten wir folgende Mittheilung, die auf das neue beweist, wie weit die hiesige Bevölkerung vom Antisemitismus inficirt, daß sich auch ein Gastwirth, der doch aus Gäste aller Conseffionen angewiesen, diesem nicht entziehen kann: „Links von der Feuerwerksalle^ hinter dem Präuscher-Museum, befindet sich Degen's Gasthaus

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