Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 35 (4.9.1891)
- Date
- 1891-09-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/3020846-3020847-3020883--00663-3024664- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 35 Österreichische Wochenschrift. öette 639 „Fremde seine Berge besuchen und namentlich, wenn er sieht, „das sie aus Bing' achten, die sich im Horizont seines „Wissen-) bewegen, als da sind: Steine, Kräuter und „Thiere. Dieser Umstand, es am Sinai mit einr natürlich „guten, freundlich gesinnten Bevölkerung zu thun zu haben, „erhöht hier wes.utlich die (Genüsse d s Rcisens. Weder in „Aegypten, noch in Surien fand ich je wieder diesen prächtigen, „zutraulichen Schlag von Bienschen, der neben den crhebenslen „(Eindrücken der Bergeotoise den zehntägigen Aufenthalt in „den Wadis der Sinaikette entschieden zu den schönsten „Tagen der ganzen fünfmonatlichen Neise im Trient machte." Db das Wohlwollen und der Schutz der Landesregierung nicht sehr theuer erkauft werden müssen, ohne ge.ade vieles zu nützen, ist ebenfalls eine heilte Frage, welche genau erwogen tverden darf. Besonders Vernaueu erweckend ist die Borgcschichte dieser Landesregierung gerade ilicht. Bll dein Fl eine der Kolonisten hegt der Verfasser die beste Hoffnung. Sie haben in ihrem Unglücke den Kruft d.s Lebens keilnen gelernt, und tverden unter einer geeigneten Führung die Schätze des „gelobten l'ande.." zli heben wissen. Allerdings fetzt ein solch' besriedigellder Kriolg Btahnahmen voraus, wie sie nur die blühenden Üultucsraaten des Altertbums, A s s!> r i e n, B a b y! 0 n i e n und A e g - p t e it kannten, Btas;- nahmen, die sogar unserer sollst so weit vorgeschrittenen Gegenwart vollständig mangeln. Ks ist die rationelle Wasserw irlhschast der Alten, ivelche auf europäischem Boden nur in Spanien unter der Biaurenhercschast festen Fus; sagte, mit deren Krtöschen aber unter dem ltachsolgcnden Fefuitenregi'.uente dem vollständigen Untergänge verfallen muszte. Bas einst rationell bewäiserte, blühende und reiche S p ante 11, ijt heute so dürr tiitd bettelarm, wie das fand am Tigris und K up y r a t uiid ist überhaupt höchste Feit, dag man allerorten cruülich ztlsammengreift, um Angesichts des aitgemeineil Fnteressen r.rc g'es mtb der vielbeklagten wirlhschamchen Nothlage durchgreiseltde BUttel und Wege zu finden, die allein geeignet sind, uns lebensfähig zu erhalten uild vor einem Schicksale in Le dem der alten Kutturslaateu zu beivalrren. Die he.tlige Fnduskrie, ivelcher sich das gesammte Kapital und die gesammte Fntelligenz zuwenden, leidet an einer unheimlichen Ucberproduetion, tvä'hreild die Vandwinhschast im Großen und Ganzen sehr mangelhaft betrieben uenv und nur in Ausnahutsfällen Spuren einer rationellen W asserbe nutz ung bemerkbar sind, (sine allgemeine rationelle W ass erben uyuug segt aber einen rationellen Wassethausiialt voraus, der sich über sämmtliche Sammelgebiete von der Wasserscheide bis zu den Mündungen erstreckt, und den Fu- und Abflug der athmosphärischen Niederschläge in Wald und Flur so regelt, dag gleichzeitig in allen Lagen eine ausgiebige Berieselung ermöglicht und für sämmtliche Bewasser ein dauernd gleichmäßiger Wasserstand gesichert, also den bi. herigm gemeinschodlichen Erscheinungen der periodischen U ebersch w emmun g e n mit nachfolgendem W a s s e r nt n n g e l wirksam begegnet ivird. Kine derartige rationelle Wasscrivirthschafr, die der Partikularismus unseret Bauern freiwillig nie zu Stande kommen lügt, die aber zur dauernden B.lampsung des vielbeklagten wirthschaftichen A'othstandcs, namentlich zur Steigerung und Sicherung unserer Krnten unbedingt nothlvendig ist, und deghalb wesentlich zur friedlichen Lösung der socialen Fragen beitragen muß, kann nur von Staatswegen organifirt, unter staatlicher Leitung durchgeführt und unterhalten werden. Noch sind wir ungeheuer weit von diesem Fiele entfernt, im Gegenkheile ist man bemüht, alle hier einschlägigen Ausgaben der Privatthätigkeit zu überlassen und lediglich (besetze zu schaffen, welche dem unsittlichen W asserpr oc esse zur willkommenen Unterlage dienen, jedoch nicht das Blindeste zur glücklichen Lösung der Wasserfrage beitragen, sondern die tief eingewurzelte Abneigung hingegen nur noch steigern. Das Wasser, welches sich auf der weiten Gotteswelt in seinem ewigen Kreisläufe nur nach dem einen überall gleichen Naturgesetze der-Schwere bewegt und aus diesem Kreisläufe keinerlei politische Grenzen beachtet, soll im lieben deutschen Vaterlande allein einem ganzen Dutzend von Specialgesetzen folgen, die möglichst weit aus einander geben. Bars er uns da wundern, wenn gerade in Beziehung auf die Wasserwirtbfchafr, dieser höchst wichtigen Lebensbedingung, die größte Konfusion herrscht, trotzdem jährlich hieiür viele Millionen aufgewendet werden und der unsittliche Wasserprozesz ebensoviele Millionen pro Nihilo verschlingt.' Gin Neichsivafsergesetz. welches die Schaffung eines geregelten W a ss e r h a u s Haltes als Grundlage und erste Bedingung einer gesegneten Wasserrvirthsckiaft har, mus; unbedingt angestrebt n>e den, und sollte im Givilgeseubuchentlvurse für das deutsche Neich nicht fehlen. Allein die Biaterie ivird als zu schwierig für eine einheitliche Gesetzgebung betrachtet und blieb deßbalb leider unbeachtet. Die deutsche band>virc?>scha>tcgesellscbast fühlt diesen Blangel und har deshalb einen Sonderausschusz für „WasserrechB berufen, welcher sich zur Feit mit der Lösung der Wassersrage beschäftigt. Was dabei berauskommt, ivird die Feit lehren. lllach dieser wohl für manchen Z'eser unerauicklicben Grcursion auf dem Gebiete unserer durch und durch verfehlten Wasserivirtbschaft ivollen wir ivicder zurückteln'en zu unseren vielleicht rarh- und lhatlosen Kolonisten im ..t^e lobten b'ande. wo Btitch und Honig flieszen soll, iind auch fliegen kann und flieszen m u ü, rvenn es den wohlivollenden und vielvermögenden Patronen de. hartbedrängten Fsraeliten gelingt, einen geregelten W a ss e r h a n s halt als Vorbedingung einer gesegneten W a s s er rv i r t b s ch a f t ins Dasein zrl rufen. Unziveifelhaft brachten die Fsraeliten bei ihrem Auszuge aus Aeguv-en den Sinn für die wasserivirriy'chafrlichen Anlagen mit nach Pal.Fttna. < Bergt, die Biblischen Allerchümer von Prf. Ad. Kinzler, Kal'.n, in Stuttgart Wd4. 2. Absclmttl. Die A eit d e r F s r a e l i t e n. 1. Di e L a n d iv i r t h s cl, a f t. B 95 Bie >n t;v i ck l u n g d es V a nd b au e s. > Fnsolange diese Besuec-ungen nachhielten, war geivifz u-llück und Wohlstand im banoe. Bin lleberliandnahme der politischen Wirren rvar aber der wi.m'chafckiche Verfall unvermeidlich und was menschliche Fiuelligenz und menschlicher Fleiß im Zlause der Feil geschaffen haben, ging allmalig zu Grund, so dasz das heutige Palästina fall 111 noch Spuren seiner ehemaligen Fruchtbarkeit erkennen läßt. Die Bedingungen einer glücklichen Wiederbelebung des Landes find aber unzweifelhaft vorhanden, das bewein uns die oben citirle hochinteressante Schritt von Professor De. Dscar Ft aas. Bieselbe enthält namentlich den Nachweis von der greszcn tz>nupsänglichteit und Dankbarkeit des dortigen Bodens für die Bewässerung und von dem vorhandenen Waiierreichlhume des F 0 rd anfl u f; es, ivelcher vom lodlen LNeere innerhalb 24 Stunden 6 Vtiilioueu Tonnen ln IOGO viter» Waiier, d. h. per Secuude 10 Kubikmeter zufübrc. Aufzerdem fliefzeu viele Weiväffer. aus Palästina dem Mittelländischen Meere zu und lägt sich recht wohl annehmen, das; alle Voraussetzungen vorhanden sind, um der Kolonie eine aus ra.ionelle Wanerwirchschast baiirt? glückliche Fukuust zu garau.iren. Dime eine durch das gesammte Golonialgebiet verziveigte rationelle Wa'senvirtbschaft, ivelcher ein ebenso rationeller Wasserhaushalt vorausgehen mus;, ivürde mau nie auf einen grünen Fweig kommen. Noch ein Wink mag erivähueuswerth fein. Man dulde keine Ferstückeluug des erworbenen Grund und Bodens. Derselbe mus; G eu 0 s se u s cha f l s e i g e n k I) u m, also u u v e r- - heilt bleiben und ebenso genossen schuf kl ich bewirlhschafcet und verivaltet werden. Nur unter dieser Voraussetzung werden die wasserivirlbschastkicheu Anlagen erhalten bleiben. Gerne Hütte der Verfasser statt der Niederlassung in Palästina einen anderen Plan empfohlen, und verweist zu diesem -Zwecke auf die nachfolgenden, der Deutschen 2andlvirkhschaftlichen Presse 'No. 56, v. 15. Füll d. F. ennwmmcueu 'Notizen. ,,Wie stark die Auswanderung von Arbeitern in der Provinz D.ftpreußen in den letzten .Jahren um sich gegen Bn bar. ergiebt sich aus einer leider nicht vollständigen Zusammenstellung der Angaben, welche infolge einer Anfrage des Vorsitzenden der Gewerbekammer von den Herren Landrathen der Provinz Dslpreußen in Bezug aus die leerstehenden Arbeiterwohnungen gemacht worden sind."