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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-08-28 · 34 (28.8.1891) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
34 (28.8.1891)
Date
1891-08-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 34 Oesterretchifche Wochenfchrifk. Seite 637 Wien, den 24. August. Unsere Glaubensgenossen, das Brüderpaar die Herren H e l m a n und I s i d o r P s e i f e r haben anläßlich ihrer Betheiligung an der Kunstausstellung in Barcelona glänzende Erfolge aufzuweisen. Wie uns mitgetheilt wird, ist das von den Maler Helmann Pfeifer in Barcelona ausgestellte Porträt ,,Studienkopf" von einem vornehmen Kunstkenner zu einem sehr guten Preise angekauft worden. Der Bildhauer Herr Isidor Pfeifer, dessen Porträtbüste ,.Studienkopf" bekanntlich vom Munizipium der Stadt Barcelona behufs Einverleibung in das städtische Museum angekauft wurde, ist vergangene Woche einer besonderen Ehre theilhaftig geworden, indem er von der Kunstjury der Ausstellung in Barcelona ein prachtvoll ausgestattetes Ehrendiplom erhalten hat. Hoffentlich wird diese Auszeichnung die beiden Künstler zu neuen künstlerischen Schöpfungen anregen. Wien. Zum Geburtsfeste des Kaisers. Anläßlich des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers haben in allen Cultusgemeinden der Monarchie erhebende und feierliche Gottesdienste stattgefunden, in denen die unbegrenzte Ehrfurcht und die nie erlöschende Dankbarkeit unserer Glaubensgenossen für den Landesvater unddie glorreiche Dynastie Habsburg zunr Ausdruck kam. Wien. Wie alljährlich wurde auch in diesem Jahre am 18. August im israelitischen Tempel der Schmalzhofgasse anläßlich des Allerhöchsten Geburtsfestcs ein feierlicher Gottesdienst abgehalten. Simmering. Mittwoch den 19. August l. I. fand im Sitzungs-Saale des Simmeringer Gemeindehauses die constituirende Generalversammlung und Wahl der Functionäre des Tempel-Vereins für den XI. Wiener Gemeinde-Bezirk statt. Mit dem Vorsitz wurde das Vorstandsmitglied der Wiener israelit. Cultusgemeinde Herr G.-R. Gustav Simon betraut. Mit begeisternden Worten betonte er den Werth des Friedens, der Einheit und Brüderlichkeit unter unseren Glaubensgenossen. In den Vorstand wurden gewählt die Herren: Kaiserl. Rath Friedrich Vogel, Siegmund Kauders, Dr. Julius Stern, Ignaz Schleifer, Leopold Weiß, Simon Spiegel, Gottfried Flaschner und S. Grünwald. Als Ersatzmänner die Herren: Wolf, Max Namschitz und Jg. Tauber. Kaiserl. Rath Vogel dankte für das Vertrauen und betonte in warmen Worten sein Streben für das Aufblühen und Gedeihen des Vereines. Dem Herrn Siegmund Kauders wurde für sein eifriges Bestreben und Aufopferung um das Zustandebringen des Vereines einstimmig der Dank votirt. Mit dreimaligen! Hoch auf Sr. Majestät unseren geliebten Landesvater schloß die Generalversammlung. Straßniy, 18. August 1891. Wie alljährlich wurde auch heute anläßlich des allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät unscreres allergnädigsten Kaisers im hiesigen isr. Tempel ein solenner Gottesdienst abgehalten, tu welchem die Vertretung der Kultus-Gemeinde erschienen war. Nachdem Cantor Schönberger passende Psalmen stimmungsvoll vorgetragen, bestieg unser verehrter Rabbiner die Kanzel zu einer formvollendeten, patriotischen Rede, die ihren tiefen Eindruck nicht verfehlte. Von besonders zündender Wirkung war jener Theil der vortrefflichen Festred in welcher der Redner die kaiserlichen Worte citirte, die höchstderselbe vor 2 Monaten zu den isr. Deputationen von Fünfkirchen und Fiuine gesprochen (S. öfter. Wochenschrift Rr. 25). Rach der Festrede verrichtete der Herr Rabbiner an offener heil. Lade ein tiefempfundenes Gebet für ein ferneres langes, glückliches Leben unseres allverehrten Kaisers und seines erhabenen Herrscherhauses. Mit der Absingung der Kaiserhymne gesungen von der gesammten Schuljugend unter Leitung des Herrn Oberlehrers Binder schloß die gottesdienstliche Festfcier in der Synagoge, welche von allen Theilnehmern mit gehobener Stimmung verlassen wurde. — x. Proßnitz. 19. August. Gestern um 5 Uhr Nachmittags fand im hiesigen israelitischen Tempel anläßlich des Geburlsfestes seiner Majestät des Kaisers ein solenner Festgottesdienst statt. Der Tempel war bis auf das letzte Plätzchen mit einem äußerst distinguirten Publikum gefüllt. Es waren anwesend: der k. k. Bezirkshauptmann Razowsky, der k. k. Bezirkscominissär Dr. Zahradnik, unser verehrter Herr Bürgermeister Zajiczek, 'sowie sämmrliche Honoratioren und Abordnungen der Vereine unserer Stadl. Die Festpredigt, von unserem verehrten Herrn Bczirksrabbiner Dr. Hoff in bekannt vorzüglicher Art gehalten, war politisch sein nuaneirt und zeitgemäß, ein Meisterstück in ihrer Art und war für die Richnsraelilen ein wahres Kiddusch-Haschem. Die Ehorgesängc leitete unser greiser Ober-Eanlor I. Epstein mit noch immer schöner, kräftiger Baritonstimme. Unter den Klängen der Volkshymne verließ das Publikum erhobenen Gemüthes das Gotteshaus. Wien. (Der Segen des Antisemitismus.) Das „Deutsche Volksblatt" vom 25. August bringt folgendes Inserat, welches den „Segen des Judenhasses" treffend kennzeichnet. Es heißt da: Aothvrrkauf! Durch meine offenkundige, antisemitische Gebahrung geschäftlich unmöglich gemacht, bin ich gezwungen, niein auf lebhaftestem Posten befindliches Specerei- und Schnittwaarenge- - schüft um jeden Preis zu verkaufen. Gesl. schriftliche Anträge unter „Stramm 2829" an die Erped. 2829 Herrn Vergani genirt so etwas nicht. Er kann's ertrüget!. Jungbunzlau, 24. August 1891^ Einige junge Leute der hiesigen Kausmannswclt arrangirten Sonntag, den 23. d. einen Ausflug nach dem nahen Josefsthal, der Colonie des Herrn Baron Leitenberger, der sich eines starken Zuspruches erfreute. Mit diesem Ausflüge war auch eine Musikproduction und ein Tanzkränzchen in den Lokalitäten des Herrn Hau senbla ö verbunden. Zum Zwecke des ersteren!vurden von unseren heimischen Knnstkräftcn Fräulein Anna scheufler, Conservatoristin aus Wien, und Herrn B. ringer, Dberkantor von hier, gewonnen. Dem gemüthlichen Beisarnmensein von Jungbunzlauern und Josefsthalern, verlieh erst einen wahrhaften Glanz das Erscheinen Sr. Hochwohlgeb. des Herrn Baron Leitend erger in Begleitung seines Sohnes und seiner ersten Beamten. Die Begeisterung der ganzen jungen Welt, den großen Förderer edler Menschenrechte in ihrer Mitte zu wissen, gab^zu einer spontanen erhebenden Kundgebung Anlaß. Herr «Siegfried Weiß, der Arrangeur des ganzen Unternehmens, bestieg das Podium, um den Gästen den Willkommengrnß ztl entbieten und dieser als Prolog in Verse gefaßt, tönte in einer Art von Huldigung für den allverehrten Herrn Baron in folgendcn Worten aus: Der Geist der Gleichheit waltet hier! Denn wißt, hier thront ein Mann Der Menschen Zier! Nicht endenwollendes Hoch und Vivatrufen folgte diesen Werten. — Sodann begannen programmüßig die Vorträge, welche mit großer Präcision ausgesührt wurden. Insbesondere gefielen: Das virtuose Spiel eines mcndelsohn'schen Caprieeir des Frl. Anna Scheufler, das Lied „An den Abendstern" aus dem Tannhäuser mit Meisterschaft von Herrn B. Singer vorgetrageu. Dann folgte eine überaus komische Scene „Der Schustcrbub", womit Herr Arrangeur Weiß dasZwerchfell des Publikums in heftige Bewegung brachte. Jedoch als Bestes erwies sich ein Duett von Kücken, welches dem Fräulein Scheufler und Herrn Singer reichen Beifall eintrug, entere von gesanglicher Seite sich als glücklich veranlagt einführte. Als angenehme Zugabe sprach Herr Horow itz ein Gedicht in Öberösterreichischer Mundart von Baron Klesheim. Mit sichtlicher Zufriedenheit folgten die illustren Gäste sämmtlichen Vorträgen und zum Schluß derselben dankte Herr Baron Leitenberger allen wirkenden und arrangirenden Kräften für alles Gebotene. Es folgte ein Kränzchen mit zwangloser Gemüthlichkeit.

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