Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 31 (7.8.1891)
- Date
- 1891-08-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 31 Oestrrrrichifchr Wochenschrift. Seite 563 und anständiges Betragen auf allen Lebenswegen, das ist es, was uns helfen könnte. Nur das allein sonst gar nichts. Ein Volk das über keine physische Macht verfügt, muß für die Gerechtigkeit und Menschlichkeit, auf die es ja angewiesen — fußen, eine höhere moralisch-sittliche Stufe einnehmen, sonst wird es ein Spielball der verkommenen Elemente der Umgebung. Man wird fragen: wie ist solche zu erlangen? Dem gegenüber ist Folgendes zu bemerken: Im 31. und 32. Kapitel des Buches Hiob, wird ein frommer gottessürchtiger Mann geschildert, dessen Charakterbild ganz den: Geiste der Lehre Moses entspricht. Er ist ein „Mensch" nichts Menschliches ist ihm fremd, aber er ist es in der besten und edelsten Bedeutung. Dort liegen die Elemente, für eine theo-philantropische Bewegung wie denjenigen, welche unser Volk schon „zweimal" aus dem schauerlichsten Elend, aus die lichtvolle Höhe einer weitstrahlenden Cultur gehoben. Nur durch eine solche, kann uns Heil erblühen; denn Gott spricht aus der Geschichte aller Zeiten zu Israel: Bist du nicht besser als die Andern sind, bleibst du unglücklich mein Kind! L. Ntandl. Subventionirte Schulen. Aus dem Jahresbericht der Aiupo-Fcwisch-Association 1890—1891. Bagdad. (139Schüler.) Ihrer Majestät General-Consul Colonel Tweedie unterzog sich freundlichst, die Schüler zu prüfen und die Fortschritte in der englischen Sprache zu constatiren, welche in dem Lehrprogramm ausgenommen ist. Zehn Knaben wurden zu Grobschmieden, Messinggießern, Sattlern, Gold- und Silberarbeitern in die Lehre gegeben. Eine Anzahl Mädchen wurden bei Goldstickern, Sharis (eine Art Seidensticker), Kleidermachcrinnen untergebracht. Beyrout. 105 Knaben, 89 Mädchen. Diese Schule wird oft mit dem Besuch des General-Gouverneurs von Beyrout beehrt, welcher jedesmal über die Leistungen oer Schüler höchst lobend und anerkennenswerth sich äußerte. Der General-Director der öffentlichen Schulen hat sich ebenfalls sehr günstig über die Resultate der letzt stattgehabten Prüfung ausgesprochen. Im Schulplan wurde Heuer der Unterricht in der deutschen Sprache ausgenommen. Der Verein ließ Elementarbücher in englischer Sprache und mehrere Wohlthäter in Manchester eine 'Anzahl Kleidungsstücke au die Schüler vertheilen. Lord Salisbury gab Colonel Trott er den Aufttag, »Herrn Bond y, den Leiter dieser Schule wissen zu lassen, daß Se. Lordschaft dieser Schule allen möglichen Schutz angedeihen lassen werde. Bombay. 151 Knaben, 91 Mädchen. Der Bericht über die Bne Israel-Schule ist für 1890/91 noch nicht anher gelangt. Borussa (Klein-Asien). Knabenschule: 78 Schüler, Mädchenschule: 37 Schülerinnen. Obwohl die Knabenschule erst 5 Jahre besteht, bringen sich eine Menge junger Leute infolge der erhaltenen Erziehung und Ausbildung schon selbst fort. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß einer unserer Zöglinge in der kaiserlichen Tabak-Regie mit einem Monatsgehalt von Lire 6 angestellt ist. Bukarest. (Loebel-Schule.) 394 Schüler. „Muncha" Handwerkerverein, 36 Lehrlinge. An dieser Schule werden, wie es das Landesgesetz vorschreibt, die Lehrgegenstände in rumänischer Sprache vorgetragen, so daß die Schüler beim Austritt fähig sind in Mittelschulen und Gymnasien einzutreten. Eine Mädchenschule wurde in diesem Jahre errichtet, welche vom Baron Hirsch ebenfalls subventtonirt wird. Herr Brey er, Mitglied der hiesigen Cuttusgemeinde errichtete aus seine Kosten eine jüdische Volksküche, wo die ärmeren Schüler Freitisch erhalten. Constantinop el. Die „Haskeni-Mädchenschule", 398 Schülerinnen, wird auch vom Local-Eomite der Allianz Israelite subventtonirt. Corsu. 60 Schüler. Ober-Rabbiner Signor da Fano berichtet, daß er eine Talmud-Classe eingerichtet hat. Crajova (Rumänien). 221 Zöglinge. Diese vorzügliche Schule, in welcher außer der rumänischen auch französisch und deutsch gelehrt wird, wurde anläßlich der stattgehabten öffentlichen Schlußprüfung von den anwesenden Regierungs-Repräsentanten durch besonderes Lob ausgezeichnet. Damascus. „Talmud Thora-Schule". 500 Schüler, im Abendkurs 100 Schüler. In dieser Schule erlernen die Schüler arabisch in Wort und Schrift, Arithmetik :c. Trotz der ungünstigen Zeitverhültnisse floß an Schulgeld Frcs. 3474 ein. Von der Talnmd Thora-Schule übertreten die Schüler in die Allianz-Schule. Die Handwerker-Lehrlinge des Instituts, 40 an der Zahl, besuchen alle den Abendcurs. Fez (Marocca). 105 Schüler. Unsere Reporter sprechen sich sehr lobend über die intelligente Art der Führung und die günstigen Resultate dieser Schule aus. Haifa (Palästina). 137 Schüler. Der Director dieser Schule berichtet den moralischen Erfolg, den diese Schule erziett. Unter den Zöglingen befinden sich 4 Mohamedaner und 5 Christen. Hohe türkische Functtonäre haben oft diese Schule besucht und die Schüler examinirt. Bei der sich steigenden Wichtigkeit des Hafens von Haifa ist die Einführung des Unterrichtes der englischen Sprache an dieser Schule beschlossen. Jas so. 175 Schüler. Die Delegirten der Regierung, welche die Schüler prüften, sprechen sich sehr günstig über die Resultate der Schule aus. Die Lehrer der hebräischen Gegenstände bereiten ein hebräisch-rumänisches Wörterbuch vor. Jerusalem. 205 Zöglinge. Durch unseren ausgezeichneten technischen Jnstructor, Mr. John Price, dessen Fleiß und Tüchtigkeit die Werkstätte dieses Instituts so weit gebracht, daß von allen Theilen Palästinas Aufträge auf mechanische Maschinen, in Schmiedewaaren, Zimmermann--und Kupferschmied- Arbeiten einlangen. Mr. Price, dessen Contracl ablauft, wird von einem seiner Schüler ersetzt werden. Mogador (Marocca.) 122 Mädchen. Wir fteuen uns unfern Mitgliedern folgendes Schreiben von Mr. Charles M. Payton, Ihrer Majestät Consul in dieser Stadt miltheilm zu können. „Ich bin hocherfreut folgenden Bericht über die Prüfung der „Kraft- und Ehren-Schule" ssubventionirt von der Analo- Iewish-Association) hier geben zu können. Die Schule steht unter Direktion von Madame M. Crocos, einer sehr tüchtigen Lehrerin. Die Schülerinnen sind zumeist Eingeborne jüdischer Eltern, die in Lesen, Schreiben, Rechnen, Geografie, Gramatik, Dictando, Kopfrechnen u. s. w. in meiner Gegenwart eine vorzügliche Prüfung machten: Schönschreibefchrift und Rechnen besonders gut. Sehr schön wurden Näh- und Handarbeiten von Mistreß Payton gefunden; überraschend schön war Gesang und Declamation." Einige Tage nach der Prüfung wurden Preise und Bücher die eigens für diesen Zweck aus London geschickt wurden, vertheiü. Zum Schulschluß wurde ein Gartenfest für die Schülerinnen arrangirt, wobei außer einigen hebräischen Hymnen von den Schülerinnen eine Theatervorstellung in englischer Sprache gegeben wurde, wobei alle fremden Consule, die ersten maurischen Functionäre und bei 400 Zuschauer anwesend waren. Die ärmeren Schülerinnen wurden reichlich beschenkt. f r!!