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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-07-31 · 30 (31.7.1891) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
30 (31.7.1891)
Date
1891-07-31
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 548 Oesterrrichischr Wochenschrift. Nr. 30 darunter 9 Sammelschuleu und in 23 Volksschulen für Mädchen darunter 10 Sammclschulen, ferner in 2 gemischten Schulen für Knaben und Mädchen und in einer Schule für Taubstumme von 28 Lehrern und einer Lehrerin in 133 0lassen für Knaben und 129 Classen für Mädchen israelitischer Religionsunterricht ertheilt. Die Zahl der Schüler und Schülerinnen betrug: I. Bezirk 376 Knaben, 406 Mädchen; II. 2288 K., 2519 M.; ILI 352 K., 363 M.; IV. u. V. 201 K., 184 M.; VI. 175 K., 151 M.; VII. 225 K., 245 M.; VIII. 114 K., 133 M.; IX. 355 K., 414 M.,; X. 121 K., 145 M.; in Summe 4213 K., 4563 M., uud Taubstumme 1 K., 6 M. Zn 13 Bürgerschulen für Knaben mit 31 Classcu und in 16 Bürgerschulen für Mädchen, darunter in 6 Sammelschulen mit 52 Classen, unterrichteten 14 Lehrer isracl- Religion. Die Zahl der Schüler und Schülerinneil betrug: I. Bcz. 121 K, 312 M.; II. 513 K., 869 M.; III. 64 K., 126 M.; IV. u. V. 49 K., 82 M.; VI. u. VIl. 89 K., 180 M.; VIII. 37 K., 47 M.; IX. 67 K., 201 M.; X. 32 K, 48 M. Zn Summa 972 Knaben, 1859 Mädchen. Zn 16 Mittelschulen, darunter eine Sammelschule mit 71 Classen, unterrichteten neun Religionslehrer 2196 Schüler und zwar 1059 Gymnasial-, 461 Real-Gymnasial - und 676 Realschüler. (Schüler der Ober-Realschule genießen keinen Religions-Unterricht.) Zn der B i b e l s ch u l e wurde von 2 Lehrern in 3 Classen 187 Schülern Unterricht ertheilt. Wien. Den energischen Bemühungen des Vorstandes des Krankenunterstützungs-Vcreines „Livias Chen“ Herrn Dr. Adolf H e r z f e l d ist es nach langen Kämpfen gelungen, das unpassende, sanitätswidrige Bethauslocale im II. Bez., Gr. Sperlgafse 33, aufzulassen und eröffnet der genannte Verein am 12. August d. Z. ein st ä n d i g e s von der W i e n e r israelitischen C u l t u s g e m e i n d e d e c r e t i r t e s Bcthaus in einem zu diesem Zwecke eigens erbauten Locale in dem neuen Prachtbau „zum scharfen Eck" in der oberen Donaustraße, woselbst auch die Kanzlei des Vereines sich befindet. Budapest. R i ch t e r w a h l. Der Großgrundbesitzer Max Fleischmann in Assakürth (Neutraer Cvmftat) wurde dortselbst einstimmig zum Ortsrichter gewählt. Budapest. Fahnenweihe und Confessio n. Aus Großwardein wird gemeldet, daß daselbst die schriftlichen Erklärungen des reformirten und des evangelischen Seelsorgers großes Aufsehen erregen, wonach dieselben an der Fahnenweihe des Vereines der Gewerbegehilfen nicht theilnehmen, weil der Bischof Schlauch die Fahnenweihe nach katholischem Ritus vornehme. Die bezeichneten Priester haben zugleich ihren Gläubigen die Theilnahme an der Fahnenweihe untersag t. Der Großwardeiner Rabbiner wird an der Feier theilnchmm. Krakau. (Auswanderer-Elend). Die polnischen Blätter, namentlich die Krakauer, bringen nahezu täglich 'Nachrichten über Verhaftungen ganzer Partien russisch-jüdischer Auswanderer an der österreichischen Grenze. Mehrere hunoert Auswanderer, welche dieser Tage nach Argentinien abreisen sollten, befinden sich in der VorstadtPodgorze unter Aussicht der Behörden. Eine Partie von etwa zwanz g Flüchtlingen, welche die Absicht verrathen haben sollen, in Oesterreich zu bl iben, wurde am letzten Samstag zwangsweise über die Grenze zurückbefördert. Ein Mädchen, Namens Laura Berner aus Lublin in Russisch- Polen, hat am selben Tage in Folge äußerster Nothlage ihrem Leben durch einen Spnung in die Weichsel ein Ende zu machen versucht. Die Bedauernswerthc, welche mit knapper Noth gerettet werden konnte, soll ebenfalls nach Rußland zurückbefördert werden. Graz, 25. Zuli. (S y n a g o g e n b a u.) Zn der heute stattgehabten Sitzung des G.azcc Gemeindccathe., referirte Herr F ö c st c r über das Project des S y n a g o g e n b a u c s am Murguai des fünften Bezirkes und beantragt dessen (Genehmigung. Herr 'Z" ge nie« r v. Bernuth bemerkte dazu: „Wenn es dem israelitischen Volke ernst ist mit der Assimilirnng, ivenn sich die Zuoen nidit fornvährend in (-'egensatz stellen wollen zu dem christlichen Geist und der europäischere Moral, so hätten sie für ihren Tempelbau in Graz einen Styl tvählen sollen, welcher mit den europäischen weniger im Widersp.uche steht. Es ist außerordentlich zu bedaue.n, daß sie einen uns unangenehmen orientalischen Baustyl gewählt haben." Liest inan diese Aeußerung, so muß man wahrlich über unsere Antiseiuilcn den Kopf schütteln. Sie sind in der Thal wunderliche Leute! Ser eine spricht von orientalischer Uebertreioung, dem ande.cn ist der orientalische Baustyl unangenehm. Za, soll man den eine Synagoge vielleicht im b y z n n t i n i s ch e n Style nussühren? Das sollte doch der Herr Zngenieur Bernuth tvissen. Uebrigen:- wurde der Sectionsantrag a n g e n o in m e n. Jaroslau, am 22. Zuli 1891. Heute wurde hier der Grundstein zu einem neuen „Ilet-hamiäraselr“ gelegt, welches an Stelle des baufälligen alten Gebäudes, mit bedeutendem Kvstenaufwande errichtet wird. Bei der aus diesem Anlasse veranstalteten Feier hielt unser Rabbiner Herr Samuel Wa ldbcrg die Festrede. Der Präses der hiesigen Cultus-Gemeinde Herr Heinrich Strisomer wies hierauf mit beredten Worten auf die Nothwendigkcit des einmüthigen Zusammenwirkens-und aus die schönen Früchte hin, welche der stets sich bewahrende Opfersinn unserer Gemeindcmitgliedcr in einer verhältnißmäßig kurzen Zeit zu rage gefördert hat. Vorstandsmitglied Herr Leopold Goldfinger erhob sodann das Glas aus das Wohl des Cultus- Präsidenten, dessen thatkräftigem und unermüdlichem Wirken, wie er sagte, nicht nur das eben gegründete Gotteshails, sondern noch so viele andere gcmeinnützliche Institutionen ihr Entstehen und ihre gedeihliche Entwickelung verdauten. — Vor einigen Wochen verschied hier die Mutter unseres hochverehrten und allgemein beliebten Cultus-Präsidenten Frau Ernestine Strisower, eine äußerst distinguirtc Dame von seltenen Tugenden. Die Verblichene hinterließ einen Betrag von 4000 fl. zu verschiedenen Humanitären Zwecken. Prerau. Zu Ehren der 1866 im Treffen bei Tobitschau gefallenen österreichischen Krieger fand am 15. Zuli bei dem Monumente dieser Braven eine erhebende Gedenkfeier statt. Neben Vertretern von Stadt und Land, neben den militärischen Deputationen bemerkte man auch Delegirte der Zsraeliten-Gemeindcn von Prerau und Tobitschau. Der greise Stadtphysikus Dr. Markus Rokotnitz, langjähriger Bürgermeister in der Zsraeliten-Gemeinde zu Prerau, nahm gleichfalls an dieser Feier theil. Er ist ein Zeitgenosse jener kriegerischen Ereignisse und hatte am Gefcchtstagc und der darauf folgenden Zeit den ärztlichen Dienst an 200 Betten Verivundeter beider Heere in Tobitschau versehen. Die Zsraclilcn-Gemeinde Tobitschau hat auf dem Denkmal einen Kranz mit weißen Bändern und der Aufschrift: „Den tapferen Kriegern" niedergelegt.

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