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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-07-17 · 28 (17.7.1891) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
28 (17.7.1891)
Date
1891-07-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 510 Hesterreichifche Wochenschrtst Nr. 28 calion oft bedauerte und ihm öffentlich wegen dieser ungerechtfertigten Anschuldigung um Verzeihung gebeten. Wie schamlos erlogen diese ganze Darstellung ist, haben wir bereits in der vorigen Nummer mit dem Hinweis auf die Thalsache constatiren können, daß es gar nicht L. H o l l o m a y, sondern Alois Potschka war, welcher in dem antisemitischen „Oesterr. Reformer" eine Mittheilung publicirte, Ern st Schneider habe bei ihm die Herstellung und Verfertigung einer fremden Stampiglie bestellt. Nunmehr publicirt auch Herr L. Hollomay nachstehende Erklärung: Herr Redacteur! Sonntag den 5. Juli 1883, brachte ihr Blatt einen Bericht über die geheime Sitzung des Abgeordnetenhauses über den Antrag des Mißbilligungs-Ausschusses. In dieser Sitzung erklärte Herr Ernst Schneider, Mechaniker und Abgeordneter für Sechshaus, unter Anderem Folgendes: „Was die Anfertigung der Karten und Stampiglien betrifft, so wurde der Vorschlag von Hollomay gemacht, und über meine Einsprache wurde derselbe fallen gelassen, und zwar noch von Seite des Herrn Hollo may rc. rc." Ich erkläre nun, da sich Herr Schneider zu einem Widerruf nicht herbeiläßt, seine obige Aeußerung für eine Lüge und Verläumdung und füge nur noch bei, daß ich einen derartigen Vorschlag nicht machen konnte, weil ich leider in betreffender Besprechung gar nicht anwesend war, was ich durch zwei Zeugen erhärten kann. Im Uebrigen dürste diese meine Erklärung Herrn Schneider ebensowenig genieren, wie die Worte, welche ich seinerzeit (am 17. October 1886) im „Oesterreichischen Reformer" ihm zuschleuderte, und heute noch aufrechthalte. Wien, am 13. Juli 1891. L. Hollomay. HnbliKakiouen brr israel. EultusIkmemdk in Wien. Therese ISertheim sche Keirats-A«sstattu»,s-Stist««g Der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde bringt zur Kenntuiß, daß die Zinsen der obgenannten Stiftung je fl. 168, an zwei arme, mutterlose Mädchen der hiesigen israelit Cultusgemeinde, die sich zu verehelichen im Begriffe find, als Ausstattungsbeitrag zu verleihen sind. Die Bewerberinnen haben ihre, mit einem Geburts-, einem Armuts- und einem Sittenzeugnisse, ferner dem Nachweise, dass sie mutterlos sind und sich im Brautstand« befinden, versehenen Gesuche bis 31. Juli 1891 in der Kanzlei der der israel. Cultusgemeinde (Stadt, Seitenstettengaffe 4> II. Stock, im Secretariate) zu überreichen. Wien, am 1. Juli 1891. Andreas Keigt'fche Mtwen-Stiftung. Am 24. September 1891 gelangen bei der hiesigen israel. Cultusgemeinde die jährlichen Zinsen der obigen Stiftung an acht arme Witwen jüdischer Religion zur VertHeilung. Die Bewerberinnen haben mit dem Nachweise ihrer Armut und des Witwenstandes versehenen Gesuche bis 31. Juli 1891 im Secretariate der israel. Cultusgemeinde (Seitenstettengasse 4, II. Stock) zu überreichen. Arme Anverwandte der Sttsterin Frau Amalie F e i g l, oder ihres Gatten Andreas F e i g l werden in erster Linie berücksichügt. 3««M) Kkqi-tasek'sch- Keirats-Msskatümgr-Stistm,-. Der Vorstand der hiesigen israel. Cultusgemeinde bringt zur Kenntniß, daß die Zinsen der obigen Stiftung (fl. 85) für arme verwaist« Mädchen indischer Vonfession, die sich zu verehelichen im Begriffe sind, als Ausstattungsbeitrag zu verleihen sind. Die Bewerberinnen haben ihre mit einem Geburts-, einem Armuts und einem Sittenzeugnisse, ferners dem Nachweise, dass sie verwaist sind und sich im Brautstande befinden versehenen Gesuche bis 31. Juli d. J, in der Cultusgemeindekanzlei (I. Seitenstettengaffe 4 — II. Stock) zu überreichen. War Witter von Wfeiffer'sches Stipendium für einen mittellose» Studierenden der Wechte israel. Konfession, des Wetten oder eines höheren Jahrganges an der ü. k. Wiener Universität. Am 18. October 1891 gelangt das oben genannte von Herrn Josef M. Ritter v. Pfeiffer, königl. Württemberg'scher Hofrath zum Andenken an seinen verstorbenen Sohn Maie errichtete Stipendium per fl. 205 ö. W. zur Verleihung und werden in Wien zuständige Bewerber in erster Linie berücksichtigt. Die Bewerber haben ihre Gesuche mit dem Nachweise, daß sie mosaischer Religion und mittellos sind, ferner daß sie ihren Studien an der rechtshistorischen Faeultät der k. k. Wiener Universität als ordentliche Hörer obliegen, eventuell mit dem Nachweise ihrer Zuständigkeit nach Wien, bis längstens 31. Juli 1891 in der Kanzlei der israelitischen Cultusgemeinde (I. Seitenstettengasse 4, II. Stock) einzubringen. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genuffe eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. Wien, am 1. Juli 1891. Der Dorstaud der israelitischen Eultnsgenlkinde. Gesuchsblanquette sind im Secretariate I., Seitenftettengaffe Nr. 4, II. Stock, während der Amtsstunden von 9 — 12 Uhr unentgeltlich zu beheben. E-rrkspondkiykn. Wie«. Der uns vorliegende 20. Jahresbericht der Anglo-Jewish Association in London — dem Brudervereine der. Alliance israelite universelle — beschäftigt sich zunächst mit den Ereignissen des vergangenen Jahres, unter welchen die Verfolgungen der Juden in Rußland unser besonderes Interesse beanspruchen. Wie unermüdlich und unerschrocken d r Vorstand dieses Vereines zu Gunsten unserer Glaubensbrüder zu interveniren versuchte, ersieht man aus den mitgetheilten Petitionen, welche an den Marquis Salisbury als Vertreter des auswärtigen Amtes gerichtet wurden, sowie aus den Interpellationen, welche der Präsident Sir Julian G o l d s m i d im Unterhause einbrachte. Es ist gewiß noch in allgemeiner Erinnerung, daß die russische Regierung gegenüber den Seitens des englischen auswärtigen Amtes gerichteten Anfragen die Einführung von strengen Ausnahmsgesetzen gegen die Juden in Abrede stellte und die bezüglichen Gerüchte für unbegründet erklärte. Gegenwärtig wird wohl Niemand an der Richtigkeit der seinerzeit eingelangten Informationen zweifeln. — Der Bericht über die auf Kosten der Anglo-Jewish Association im Oriente erhaltenen Schulen belehrt uns, daß im Ganzen 28 Schulen mit über 6000 Schülern theils erhalten, theils subventionirt werden, wofür 1168 L. St. verausgabt wurden. Vemerkenswerth ist die Klage des Vorstandes über die im Verhältnisse zu den'' Filialen geringe Anzahl von Mitgliedern der Londoner Centrale, eine Klage, welche auch bei der Wienep Allianz eine stehende geworden ist.

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