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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-06-26 · 25 (26.6.1891) · p. Seite 463

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
25 (26.6.1891)
Date
1891-06-26
Page
Seite 463 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 25 Hesterreichische Wochenschrift Seite 463 tung des neuerbauten Rothschild'schen Krankenhauses in Jerusalem. Anfang März begab er sich nach Ungarn, wo er sich mit der Schwester des früheren Arztes am hiesigen österreichischen Hospitale, Dr. Sch wartz, verheiratete. Das Exequatur der türkischen Negierung für seinen Posten als holländischer Consul erhielt er direct von Constantinopel aus. Ueber seine Antecedentien, speciell über die Art und Weise, wie er dazu gekommen ist, den Namen d'Arbella anzunehmen, haben israelitische Zeitungen, darunter das hier in hebräischer Sprache erscheinende Blatt „Habazeleth" mehrfache Notizen gebracht, die sich in Folgendem zusammenfassen lassen: Josef Amtzislawski, Pseudonym Gregory d'Arbella, geboren zu Pellawa, wo er als Barbierlehrling fungirte, wurde im 18. Lebensjahre von dort flüchtig. Nachdem er verschiedene Länder durchstreift, kam er nach Egypten, wo er als Barbiergehilfe in die Dienste eines dort lebenden italienischen Arztes, Namens Gregory d'Arbella, trat und nach dessen Tode mit der Witwe d'Arbella's in ein kleines Städtchen Egyptens zog, um unter dem Namen Gregory d'Arbella als praktischer Arzt aufzutreten. Die Heirat mit der Witwe des früheren Herrn trug dann dazu bei, seine Stellung zu festigen. Als der Sherif von Mekka einst erkrankte und die egyptische Regierung um einen Arzt ersuchte, verstand d'Arbella sich dazu, nach Mekka zu gehen, und nachdem der Sherif genesen, wurde er reich beschenkt und dem Sultan von Zanzibar empfohlen. In Zanzibar starb seine Frau (die Witwe d'Arbella) und er engagirte Fräulein Toppen, die Schwester des in Ostafrika bekannt gewordenen Curt Töppen, als Erzieherin für seine Kinder, eine Stellung, welche sie bis vor Kurzem behauptete. Einige Zeit nach seiner Ankunft in Jerusalem erhielt d'Arbella auch den Besuch seines Vaters und seines Bruders, welche Beide noch dem Namen Amtzislawski führten. D'Arbella hat heute eine ausgedehnte ärztliche Praxis und ist trotz seiner etwas bewegten Vergangenheit Gast im französischen wie im italienischen Consulate." Wermischikö. Wie«. (Ein neues hochherziges Wort Sr. Majestät unseres a l l e r g n ä d i g st e n Kaisers — für die Juden.) Aus Fiume wird amtlich gemeldet: Der Deputation der israelitischen Gemeinde antwortete der Kaiser in italienischer Sprache : „Mit besonderer Zufriedenheit nehme Ich den Ausdruck Ihrer Treue und Anhänglichkeit entgegen, welche Sie im Namen der hiesigen israelitischen Gemeinde zum Ausdruck gebracht haben. Ich interesiire Mich lebhaft für Ihr Geschick, welches mit Gottes Hilfe unter den schützenden Fittigen unserer bestehenden, auf dem Principe der Gleichberechtigung der Confestionen ausgebauten Gesetze immer mehr aufblühen möge." Dieses hochherzige Wort unseres großherzigen Monarchen wird wie ein Frühlingsstrahl durch die Lande dringen, eine Freudenbotschaft, daran die Herzen sich erfreuen. Aus Fünfkirchen wird gemeldet: Bei Gelegenheit des Besuches Sr. Majestät des Kaisers hatte eine Deputation des israelitischen Cultusvorstandes Sr. Majestät die Huldigung dargebracht. Die Antwort des Kaisers auf die Huldigung der Deputation der israelitischen Gemeinde hatte folgenden Wortlaut: „Gerne empfange Ich die Versicherung Ihrer Huldigung und Treue. Meine Macht und die vaterländischen Gesetze sichern Ihnen, wie jeder Confessio» in dieser Monarchie, Ihre staatsbürgerlichen Rechte und ich zweifle nicht daran, daß Sie unter diesem zweifachen Schutze auch fernerhin im friedlichen Zusammenleben, in Treue und Patriotismus mit alle» Bewohnern des Landes wetteifern werden." Wien. Der 70. Geburtstag des Herrn Dr. Jellinek wird Samstag, den 27. Juni im Tempel der inneren Stadt gefeiert werden. Deputationen zur Beglückwünschung werden Samstag den 27. Juni von 11 Uhr ab und Sonntag den 28. Juni von 10 Uhr ab im Sitzungssaale des Cultus- Vorstandes, I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock, empfangen werden. — Herr Vincenz Honba 8, der Bürgermeister des mährischen Dorfes Drslawitz, wo Herr Dr. Jellinek in einem Bauernhause geboren wurde, hat an denselben ein Gratulationsschreiben zu dessen 70. Geburtstage in czechischer Sprache gerichtet, in welchem er betheuert, das Dorf Drslawitz sei stolz darauf, daß die Wiege des Dr. Jellinek aus seinem Boden stand. Aus Amerika sind bereits mehrere schriftliche Glückwünsche an den Jubilar angelangt. Wien. Der Vice-Präsident der israelitischen Cultusgemeinde, Herr Gustav Simon hat sich zu einem mehrwöchentlichen Aufenthalte nach Bad Gastein begeben. Wien Sonntag den 28. Juni 1891 findet im israel. Bethaus zu Theben Neudorf (Ungarn) die Trauung von Frl. Amalie Lippe, Tochter des hebräischen Bibliographen und Buchhändlers Ch. G. Lippe, mit Herrn Neumann Levinsohn statt. Woskowih. In der letzten Vollversammlung der hiesigen „Chewra Kadischa". deren altes Hauptbuch das Datum 5317 (1557) aufweist, wurde Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Reich znm Ehrenmitgliede mit Acclamation ernannt. Ktadno. (T h oraweihe.) Anläßlich der Vermählung ihres einzigen Kindes spendeten Herr und Frau Moritz F r e i l e r eine schöne Thorarolle nebst prachtvollem, goldgesticktem Mantel, die am ersten Offenbarungs-Festtage in dem mit Laub und Blumen geschmückten Gotteshause in solenner Weise der Bestimmung übergeben wurden. Herr Rabbiner Schwarz hielt eine tiefempfundene, die Herzen mächtig ergreifende Rede. ßzernormtz. Für das nächste Studienjahr wurde zum Hector Magnificus der hiesigen Universität der Professor der Chemie Dr. Richard P r z i b r a m gewählt. Es ist dies wohl der erste Jude, der ein solches Amt in Oesterreich bekleidet. Jimgörmzkait. An den hiesigen Rabbiner Dr. Grünwald schreibt Peter Sebastian E n z i n g e r am 16. Juni ans Oxford: „Zum Schluß muß ich Ihnen noch mein tiefstes Bedauern ausdrücken als C h r i ft wegen der Verfolgungen und Mißhandlungen Ihres Volkes von Seite sogenannter Christen in Corfu und Rußland. Ich will nur das bemerken: „Ein Christ, welcher in der Weise das Gebot der Nächstenliebe verletzt, wie es in jüngster Zeit den Juden gegenüber in Corfu und Rußland geschehen, ist ebenso strafbar, als ein Jude, welcher entgegen seinem Gesetze einen Mord vollbringt. Zu unserer Zeit leider beherzigens werthe Worte." Foöilfcha«. (Schenkung des Herrn David Ritter v. Gu t m a nn.) Am 21. Juni wurde die auf eigene Kosten erbaute geräumige Friedhofshalle mit dem Ceremoniensaal und den nöthigen Baulichkeiten seitens des hochwohlgebornen Herrn David Ritter v. Gut mann der Gemeinde Tobitschau hochherzig übergeben. Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Jacob Tauber aus Prerau hielt vor der Uebergabe eine überaus stimmungsvolle Festrede. Pilsen. In Folge einer Einladung des Cultusvorstandes hielt Herr Rabbiner Dr. S. Fried aus Ulm am 20. d. M. eine Probepredigt im hiesigen Tempel ab. Der Prediger wählte sich als Thema: „Die Aufgabe des Judenthums in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft." Er verstand durch meisterhafte Behandlung dieses Stoffes, sowie durch seinen begeisterten Vortrag die Zuhörer in gespannter Aufmerksamkeit zu erhalten. Von zündender Wirkung war jedoch sein Schlußappell an die jüdischen Mütter und an die jüdische Jugend, welche die Zukunft des Judenthums bilden. Bei dem zur Mittagszeit abgehaltenen Schüler - Gottesdienst hat der geschätzte Gastprediger eine Exhorte an die Schüler gerichtet, welche trotz der Improvisation, gediegen in Form und Inhalt, einen dauernd angenehmen Eindruck hervorbrachte. Am Abend versammelten sich sämmtliche Vorstandsmitglieder und eine stattliche Zahl der Intelligenz angehörenden Gemeindemitglieder zur einer geselligen Zusammenkunft zu Ehren des Gastes im Restaurant Ä d e l b e r g e r, wobei es an Toasten ernsten und heiteren Inhalts nicht fehlte, mit welchen der Gast gefeiert wurde. Kger, 19. Juni. Seit einigen Tagen ist hier in Eger das Gespräch verbreitet, daß Herr Carl Jro, früherer

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