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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-06-05 · 22 (5.6.1891) · p. Seite 395

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
22 (5.6.1891)
Date
1891-06-05
Page
Seite 395 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 22 Hesterreichifche Wochmschrift Seite 395 Race mit einer großen Anzahl fremder Völkerschaften stattgefunden hat. Die tiefe Abneigung von Esra und Nehemias gegen Mischehen aller Art und ihre strengen diesbezüglichen Verbote deuten darauf hin, daß derartige.Ehen damals sehr überhandnahmen, so daß dieNeligion der Zurückgekehrten einergroßen Gefahr ausgesetzt war. Zn der späteren griechischen und römischen Epoche machte diese Blutvermischung erstaunliche Fortschritte. Griechisches, egyptisches und lateinisches Blut, vielleicht auch gallisches und spanisches, vermengte sich mit dem Blute der alten Hebräer. Die weitausgreifende jüdische Propaganda während der griechischen Epoche in Antiochia und Alexandrien ist genugsam bekannt. Hellenen und Egypter traten in großer Zahl zum jüdischen Glauben über. Selbst wenn man die bezüglichen Berichte des Josephus Flavius („Jüdischer Krieg" Buch 7, Cap. 3, § 3, und „Gegen Apion" II 39) für etwas übertrieben hielte, so wird man doch dem Berichte des Dio Cassius (Buch 37, Cap. 27) vollen Glauben schenken, welcher erwähnt, daß es neben den Juden von Geblüt auch Iuden anderer Race gebe, welche d i e E i n r i ch t u n g e n d i e s e s V o l k e s angenommen haben. Die Klagen Zuvenals (14. Satire, Vers 95) und Tacitns' (Hhftorien Y. 5) sind unfehlbare Belege für die starke Verbreitung des jüdischen Proselytismus unter den lateinischen Völkern. Die Juden Galliens und Spaniens dürften wohl wenig semitisches Blut in ihren Adern aufgewiesen haben. Sklaverei und Eheschließung führten den Juden ununterbrochen fremde Elemente zu. Zn den Grenzländern, namentlich den slavischen Gegenden, befaßten sich die Juden mit Sklavenhandel, und hier legte sich die Kirche in's Mittel, um die Bekehrung der Sclaveu zum Zudcuthume zu verhindern. Daß Eheschließungen mit nichtjüdischen Frauen sehr häufig waren, das beweisen die wiederholten diesbezüglichen Verbote der Eouzile. Im Oriente steht als Thatsache ohnegleichen da die im 8. Jahrhunderte im' Norden des schwarzen Meeres erfolgte Bekehrung eines ganzen finno-türkischen Volksstammes, nänilich jenes der Ehazaren. Zm Kaukasus existirt heute noch ein jüdischer Volksstamm mit kriegerischen Sitten, welcher sowohl durch den Typus als auch durch seine Gewohnheiten von den übrigen Israeliten sich bedeutend unterscheidet. Alle diese Beispiele beweisen, daß heutzutage von einer rein semitischen Race nicht mehr die Rede sein kann. Aber wenn einerseits in den Adern der Juden fremdes, heidnisches und christliches Blut rollt, so ist es andererseits ebenso gewiß, daß die christlichen Völker sehr viel jüdisches Blut in sich aufg e n o m m e n habe n. Zm Laufe der Jahrhunderte sind viele tausende jüdischer Familien, sei es freiwillig, sei es gezwungen, in christliche Nationen ausgenommen worden. Von den Westgothen Spaniens bis zu den Kreuzfahrern Deutschlands, von den Nuevos Christianos Castiliens oder den Marannen Portugals bis zu den Frankisten Polens, wurden alle Völker von jüdischem Blute bedeutend infiltrirt. Was uns hier die Geschichte lehrt, das bestätigt die Anthropologie und das Studium des lebenden Menschen: eö gibt keine rein jüdische Race mehr, es gibt nicht einmal einen semitischen Typus, sondern man kann höchstens von mehreren jüdischen Typen sprechen. Die 200.000 Falachas Abyssiniens sind, wie ihre schwarze Hautfarbe klar beweist, Neger. Zn Bombay gibt es drei Arten Juden: weiße, levantinische Juden; braune, welche Beni-Zsrael heißen und die vermuthlich indische Eingeborene sind, und schwarze Abkömmlinge alter Negersclaveu. „Ich habe" — erzählt Leroy-Beaulieu — „in Warschau die israelitischen Haudwerkerschulen in Begleitung eines meiner polnischen gelehrten Freunde besucht. Derselbe machte mich aufmerksam, daß man unter den jüdischen Kindern 3—4 verschiedene Typen unterscheiden könne: zunächst den bekanntesten, welchen man früher den jüdischen oder semitischen Typus nannte; einen zweiten, welchen er mit den Chazaren oder Turaniern in Verbindung brachte, dessen hervorragendste Züge kurze, manchmal aufgestülpte Nase und hervorftehende Backenknochen sind; einen dritten Typus mit kurzem Gesichte, mit dicken Lippen und dunklem Teint, welcher etwas Afrikanisches an sich zu haben schien; schließlich einen vierten mit blondem Haar und blauen Augen, welcher mehr ein arisches oder germanisches Aussehen hatte. Thatsache ist es, daß die Juden des russischen Reiches Verschiedenheiten der Züge und der Typen aufweisen, welche man nicht anders erklären kann, als durch Verschiedenheiten des Ursprunges. Gleiche Beobachtungen kann man in Jerusalem, Wien, Berlin, London, Paris, überall wo sich Israeliten der verschiedensten Länder treffen, machen." Wenn trotz dieser Verschiedenheit der Abstammung und der Race die Juden der verschiedenen Länder Gemeinsames im Aussehen, Physiognomie, Anlagen und Charakter haben, so ist dies ausschließlich auf ihre durch Jahrhunderte erfolgte Jsolirung in den Ghettos zurückzuführen. Der moderne Jude ist ein Geschöpf des Mittelalters, oder wie Renan sagt, weniger das Ergebnis; einer Race als einer Tradition; er ist das künstliche Product einer feindlichen Gesetzgebung. „Das Ghetto hat die Juden und die jüdische Race geschaffen, d. h. wir Christen, unser bürgerliches und canonifches Recht, unsere Geistlichkeit und unsere Herrscher". Man isolire irgend welche Geschöpfe während 4—5 Jahrhunderte in einem abgeschlossenen Raume vollständig und unterwerfe sie einer gleichmäßig geregelten Lebensweise und man wird dasselbe Resultat erzielen, welches die Juden aufweisen. Das Zurückdrängen der Juden in Ghettos hatte ein selbsttätiges Abschließen der letzteren nach außen zur Folge gehabt. Talmudische und rabbinische Satzungen, welche die ganze Lebensweise des Juden in minutiösester Weise regelten, haben ihrerseits einen mächtigen Zaun um die Inden errichtet, welcher jeden Verkehr mit den übrigen Völkern behinderte; hygienische und prophylaktische Vorschriften haben sie vor den Lastern anderer Völker bewahrt und ihr Familienleben keusch und rein erhalten. Auf diese Weise haben die einschränkenden Gesetze des Staates einerseits, die religiösen Vorschriften der Israeliten andererseits bewirkt, daß der Semite, welcher sich bereits mit Ariern und Turaniern vermischt hatte, sich immer mehr und mehr von seinen andersgläubigen Nachbarn unterschied. Die Israeliten wurden auf diese Weise neuerdings zu einem . Stamme; der Geist der Zusammengehörigkeit, der ihnen von außen anfgedrängt wurde, wurde naturgemäß von ihnen genährt und erhalten. Die gemeinsame Religion, der Gottesdienst und die Synagoge, die Erinnerung an Jerusalem und die ewig ungestillte Sehnsucht nach dem gelobten Lande, sie haben ein mächtiges Band um die in allen Ländern zerstreuten Juden geschlungen. Leroy-Beaulieu bemerkt schließlich, daß der Zug des modernen Juden dahin gehe, alle diese religiösen talmudischrabbinischen Vorschriften abzustreisen und sich in der ganzen Lebensführung den europäischen Völkern anzuschließen. Und trotz dieses Strebens, sich zu „entnationalisiren", wird der von den Juden angestrebte Zweck, sich ihren andersgläubigern Mitbürgern zu assimiliren, nicht erreicht. Seit der Jude den Versuch macht, der „Judengasse" zu entrinnen, wird er immer wieder von den Christen dahin zurückgetriebeu. Der Clangeist, welcher den Juden aufgedrängt wurde, kann auf diese Weise nicht verschwinden. Während der Jahrhunderte hat das ganze Verhalten und die ganze Gesetzgebung der christlichen Völker gegen die Juden die Tendenz gehabt, sie eines gemeinschaftlichen jüdischen Nationalbewußtseins zu zeihen.

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