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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-05-15 · 19 (15.5.1891) · p. Seite 354

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
19 (15.5.1891)
Date
1891-05-15
Page
Seite 354 (sequence 8)
Language
German
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Seite 354 Helkerreichische Wochenschrift Ne. 19 Februar d. I. den Druck verlassen hat, und dem Publicum übergeben wurde. Meine Freunde in Paris schrieben mir über dieses Werk schon am 25. und 26. Februar. Auch in London war es lange vor dein 22. Mär; in gewissen Kreisen bekannt. Es war außerdem bereits am 5. Mär; (17 Tage vor dem Vortrage Gaster's im Hamagid Nr. 10, anoncirt. Es kann daher kein Zweifel mehr obwalten, wem von uns beiden, mir oder Dr. Eiaster, das Recht der Priorität in diesen Sachett zukomme. - A. Epstein. g>eneraC - Devscrmmkrrng öev g>eßer* rrerchilch-Ifvaetitischen Union. Samstag den 25. April d. I. hielt die Oesterr. Jsr. Union im großen Saale der niederösterr. Handels-Gewerbekammer ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Präsident Dr. Grünfcld begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder, unter welchen sich unter Anderen die Herren CultusVorsteher Salo Cohn, Kammerrath Friedrich Vogel und in Vertretung der Israelitischen Cultus-Gemeinde, der Vize-Präsident derselben, Herr Gemeinderalh G u st a v Simon befanden. Nachdem der Vorsitzende dem jüngst verstorbenen ehemaligen Präsidenten der Cultusgemeinde, Herrn Arminius Cohn einen warmen Nachruf hielt, verliest der Secretär des Vereines, Herr Josef Fuchs den Rechenschaftsbericht des Vorstandes über das abgelaufene Vereinsjahr. Wir entnehmen demselben, daß sich die Thätigkeit der Vereinsleitung in der abgelaufenen Vereinsperiode mit Rücksicht auf die in Aussicht gestandenen diversen politischen Wahlen vornehmlich auf dieses Gebiet erstreckte. Durch den Umstand, daß 6 Mitglieder aus dem Vorstande dieses Vereines in den verschiedenen liberalen Wahl-Comites Sitz n. Stimme haben, war es demselben möglich, auf die Nominiruug von echt freisinnigen Männern bestimmend einznwirken, und dort, wo die Aufstellung irgend einer Candidatnr den Interessen des Judenthumes zuwidcrlief, energischen Protest einzulegen. Diesen Ei folg hat der Vorstand des Vereines nur dem Umstande zuznschreiben, daß, wenn er auch immer aus dem Standpunkte der energischen Vertheidigung jüdischer Interessen gestanden ift* er es nie außer Acht ließ, daß die jüdische Wählerschaft nicht als solche, sondern als freie Bürger eines freien Staates von den ihr durch die Staatsgrundgesetze gewährleisteten Rechten den richtigen Gebrauch machen müsse. Der Rechenschaftsbericht constalirt mit größter Befriedigung das friedliche Einvernehmen des Vereines mit der Repräsentanz der Israelitischen Cultusgemeinde, welche bei so manchem Anlasse Hand in Hand mit dem Vorstände dieses Vereines gehe. Dem vielseitig gehegten Wunsche, der Verein möge auf d i e E r w i r t u u g d e r Z ust ä n d i g k e i t seitens j ü d. Stcuerzahlernichtö st e r r. S t a ts b ü rg e r s ch a st sein Augenmerk richten, ist die Vereinsleitnrg in der Weise gerecht geworden, daß sie jede Gelegenheit benützte, um öffentlich zu enunciren, daß sie durch die Bereitwilligkeit ihres Vice- Präsidenten, des Herrn Hof-und Gerichts-Advokaten Dr. Marcus Spitzer, sowie anderer Advokaten in der Lage sei, allen Glanbcnsgcnoffen, die ihre Intervention diesbezüglich in Anspruch nehmen, unentgeltlich an die Hcrno gehen zu können. In der abgclaufencn Vereins-Session hielt die Vereins-Leitung 12 Vereins-Versammlungen ab, in welchen die Herren Ludwig Fleischer, Reichsraths-Abgeordneter Dr. Bloch, Dr. Feuchtwang, Dr. Weinsberg, Dr. S. Fessler, Dr. Rabinowits, Reichsraths-Abgeordneter Dr. Jacques und Prof. Dr. Jon. Wolf Vorträge hielten. Eine außerordentliche Vereins-Versammlung fand, gleich ulken anderen politischen Vereinen, am 5. Jänner d. I. statt. Dieselbe war der Dankcs-Kundgebnng an Se. Majestät anläßlich der Vereinigung Wiens mit den Vororten gewidmet. Die General-Versammlung votirte zunächst allen diesen Herren einstimmig den Dank. Der vom Controllor, Herrn B. Kanitz verlesene Cassabericht wird von der Versammlung einstimmig genehmigt. Herr Leopold Strauß bespricht das gedeihliche Wirken des Vereinsvorstandes, welcher es durch seine rastlose Thätigkeit dahinbrachte, daß 90 Perzent der jüdischen Wählerschaft ihrer Wählerpflicht entsprochen haben, und fordert die Mitglieder des Vereines auf, dem Vorstande einstimmig den Dank zu voliren, sowie dessen Rechenschaftsbericht zu genehmigen. Herr Gemeinderath Gustav Simon spricht dem Vereinsvorstande für dessen Rührigkeit in der abgelaufenen Vereins- und Wahlperiode seinen Dank als Vice Präsident, und als Vertreter der israelitischen Cultusgemeinde aus. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde bringe der „Oesterr.-Jsrael. Union" das größte Interesse und Wohlwollen entgegen, was sich schon aus dem Umstande docnmentirt, daß die Repräsentanz der Gemeinde sehr oft Hand in Hand mit dem Vorstande der „Union" gehe. Herr Gemeinderath Gustav Simon wünscht schließlich dem Vereine ein ferneres Blühen und Gedeihen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Herr Eduard Beer bittet den Vorstand der „Union" dahin zu wirken, daß im Gemeinoerathe nicht etwa wieder faule Compromisse geschlossen werden und tritt energisch für die Hebung des Vereines seitens aller Berufskreise ein. Herr Feiglstock bespricht ebenfalls das Wirken des Vereinsvorstandes und beantragt die Annahme folgender Resolution; „Die Generalversammlung der „Oesterr.-Jsrael. Union" vom 25. April 1891 anerkennt voll und rückhaltslos die großen Erfolge, welche im abgelaufenen Vereinsjahre dadurch erzielt wurden, daß die Vereinsleitung, unter umsichtiger Durchführug des Vereinszweckes, stets auf der Höhe ihrer Aufgabe stand. Dieselbe votirt dem Vorstände ihren wärmsten Dank für dessen Leistungen und gibt der Erwartung und Hoffnung Ausdruck, daß derselbe — wie bisher — unentwegt auf dem eingeschlagenen Pfade, zur Wahrung der Interessen des Judenthumes, weiterschreiten . werde." Diese Resolution wurde unter lautem Beifalle von der Versammlung einstimmig angenommen. Einige Interpellationen des Herrn Brüll werden vom Vorsitzenden zur Zufriedenheit der Versammlung beantwortet. Vereinsmitglied Fuchs wünschtauch die Vororte im Präsidium vertreten und schlägt diesbezüglich H. Salomon Beer ans Hietzing vor. Herr Salomon Beer bedauert momentan eine Candidalur in den Vorstand der „Union" nicht acceptiren zu können und spricht der Vereinsleitung für deren Wirken seinen Dank aus. Herr Gemeiudcrath Lang bemerkt, daß es der liberalen Partei im Gemeinderathe nicht einsalle, Compromisse überhaupt zu schließen. Ein Antrag des Herrn Eduard Beer, den bisherigen Präsidenten des Vereines, Herrn Univ.-Docenten Dr. Josef Grünfeld, sowie die ganze bisherige Vereinsleitung per Acclamation wieder zu wählen, wurde einstimmig angenommen, worauf der Vicepräsident Herr Dr. Marcus Spitzer der Versammlung im Namen des Vorstandes für das demselben ausgedrückte Vertrauen dankt und das Versprechen gibt, daß der Vorstand der „Union" auf den bisherigen Bahnen weiterschreiten wird. Der Vorsitzende würdigte nun die besonderen Verdienste, die sich der Vereinssecretär, Herr Joses Fuchs als solcher, wie auch als Redacteur des Vereinsorganes um

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