Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 19 (15.5.1891)
- Date
- 1891-05-15
- Page
- Seite 351 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 Hesterreichifche Wochenschrift __ Leite 351 nommcu. Das Moskauer Gouvernement weist 26 Duitlungeu vor, in allen jenen 26 Gouvernements aber fanden sich nicht mehr als 21 Personen, welche auf diese Weise von der Militärpflicht sich zu befreien suchten. . . Als noch wesentlicherer Grund zur Antipathie der Zuden gegen den Militärdienst könnten die Rechtsbeschränkungen angeführt werden, denen die Zuden in dieser Dinstsphäre im Widerspruche mit dem Grundgedanken des Gesetzgebers und des Schöpfers der allgemeinen Wehrpflicht, ivelcher „gleiches Recht für Alle" forderte, nusgesetzt sind. Der bekannte Spruch des größten Feldherr» der neuern Zeit, daß „der ein schlechter Soldat ist, der nicht in seinem Tonrnister den Marschallstab tragt", wurde in Bezug auf die Zuden nicht berücksichtigt: russisch-jüdische Soldaten werden nicht einmal zum Examen für die allerniedrigsten Militär-Chargen zugelassen. Somit wären wohl triftige Gründe für den Widerivillen der Zuden gegen den Militärdienst zu sinden, aber es ist überflüssig, nach Gründen ztt suchen, und zwar einfach deshalb, weil dieser Widerwille gar nicht existirt, weil die Anschuldigung, daß die Zuden sich dem Militärdienst entziehen, e i n e p l u m p e Erfindung der j u d e nfeindlichen P r e s s e i st. Davon überzeugt uns aufs neue der im „Rcgierungsboten" veröffentlichte Bericht über die Erfüllung der Militärpflicht im Zahre 1890. Wir werden die wahre Sachlage mit Beispielen atts zwei Gouvernements, einen nordwestlichen (Lithauen) und einem südwestlichen (Wolhynien und Podolien) darthun. Wie bekannt, werden in vielen Gouvernements von der örtlichen statistischen Comites Denkschriften mit officiellen statistischen Angaben über Zahl und Bestandtheile der Bevölkerung herausgegeben. Diese officiellen Publicationen geben die sichersten und zuverlässigsten Daten ttnd Aufklärttngcn über die jüdische Bevölkerung, und auf Grund dieser Zahlen läßt sich leicht berechnen, wie groß das von der jüdischen Bevölkerung zu stellende Rekruten-Kontingent im Verhältnis! ,;u der übrigen Bevölkerung des betreffenden Einberufungsdistrikts sein sollte. "Run betrug im Grodnoer Gouvernement die Zahl der männlichen Gesammtbevölkerung ohne Unterschied der Eonfession nach ofsicieller Zählung i. Z. 1887: 699,943, i. Z. 1888: 729,992, i. Z." 1889': 741,749; jüdische Personen männlichen Geschlechts waren nach officiellen Zählungen in dem betreffenden Gouvernement i. Z. 1887: 138,415 oder 19,77 pEl., i. Z. 1888: 140,444 oder 19,23 pCt. der männlichen Gefammt-Bevölkerung; i. Z. 1889 aber reducirte sich die Zahl der Juden männlichen Geschlechts auf 130,918 oder 18,86 pCt. der Gesammt-Bevölkertlng. Die Durchschnittszahl der jüdischen männlichen Bevölkerung betrug in den genannten Zähren 19,29 pCt. der männlichen Gesammt-Bevölkerung. Daraus ist der Schluß zu ziehen, daß die Zahl der einberufenen tind eingezogenen jüdischen Rekruten in dem genannten Gouvernement 19,29 Procent der Gesammtzahl der Rekruten betrageil sollte. "Rach den officiellen Angaben im „Regierungsboten" hatte die ganze Bevölkerung des Grodnoer Gvttvernemet i. Z. 1890 die Zahl von 14,504 Rekruten zu stellen miö stellte sic wirklich; die Zuden hatten demnach in demselben Zahre 2798 Rekruten zu liefern, was 19,29 Procent ausmacht. Zn Wirklichkeit aber tvurden 3467 Zuden einberufen, das heißt 669 Mann mehr, als nach dem Berhältniß der jüdischen Bevölkerungsziffer gefordert werden sollte. Diese 669 Mann repräsentiren nach der Zählung des Professors Bunjakowski, der die Einundzwanzigjährigcn unter je 1000 Männern auf 18,95 Procent schätzt, eine Bcvölkeritng von über 35000 Männern, welche thatsächlich im Grodnoer Gouvernement nicht existirt. Genau so verhält cs sich im Gouvernevtent Wolhynien. Nach den in Shitomir veröffentlichten offiziellen statistischen Daten belief sich die Gesammtzahl der Personell mälinlichen Geschlechts i. Z. 1886 auf 1,121,396, i. Z. 1888 auf 1,168,420, i. Z. 1889 auf 1,188,100 Seelen; die jüdische männliche Bevölkerung betrug i. Z. 1886: 154,252 oder 13,75 Prozent, i. Z. 1888: 159,723 Prozent, und endlich i. Z. 1889: 162,541 was 13,68 Prozent der ganzen männlichen Bevölkerilng ausiilacht. Nach diesen, von der Gouvernements-Verwaltung Se. Majestät dem Kaiser allltnterthänigst unterbreiteten Bevölkerungs-Zählungen sollten von den Zuden i. Z. 1890 nicht mehr als die ihrer BevölkerungSziffcr entsprechenden >3,73 Prozent oder 3382 Mann einberufen werden. Zn Wirklichkeit aber ivllrdcn i. Z. 1890: 428 > Zuden einberufen, d. h. 909 Mann mehr, was wiederum eine Bevölkerung von 48,000 Menschen repräsentirt, die thatsächlich aber nicht vorhanden ist. Falls man in dieser Weise die von den Gouvermems-Verwaltllngen gesammelten offiziellen statistischen Daten sorgfältig den Einberufungs-Daten gegenüberstellt, dann erkennt man den erstaunlichen Widerspruch, der gewiß die allerernstcste Beachtung verdient. Es ist ganz selbstverständlich, daß, wenn man von den Zuden ein verhältnißmäßiges größeres Konngem der Eiilberufeilen fordert, als die lvirkliche Bevölkerultg derselben liefern kann und darf, die Zahl der sich stellenden nolhlvendig eine bedeutende 9ücke zeigt. Ueberhaupt muß bemerkt werdeil, daß bei einer Betrachtung der Erfüllung der KriegSpflicht seitens Zuden sehr prägnant der große Wider'pruch zwischen Recht tind Pflicht in die Angen springt. So finden wir z. B. auf dem Monument, das zum Andenken an die bei Plewna am 28. November 1877 gefallenen Grenadiere auf einem der Hanptplätze in Moskau errichtet wurde, unter die Rainen der Helden auch die Flamen der Zuden Moschkn. Umanski, Abraham "Delbäum und Anderer. Zst es nicht sonderbar, daß wenn diese Helden den ruhmvollen 28. November, der das Schicksal des ganzen Feldzuges entschied, überlebt hätten, sie nicht einmal das Atlfenthaltsrecht in der Stadt gehabt hätten, wo jetzt ihre Namen atff einem Siegesdenkmal prangen?! Auf dem Denkmal, das bei Kars zum Andenken an die 60 Militärärzte der kankafichen Armee, die den Tod bei Erfüllung ihrer heiligen Pflicht fanden, errichtet wird, find von 60 Acrzien 8 Zuden, das heißt über 13 Prozent - und ist es nicht sonderbar es auszudenken, um wie viel höher dieser Prozentsatz ist als die nachher für jüdische Militär-Aerzte festgestellte Norm von 5 Prozent?!. Wernchtigrrng des Artikels „Kampf um den Krank ßaffee" in Ar. 17 vom Jt. April 1891 der „Desterreichischen Wochenschrift". a) Es ist unwahr, daß die Firma Heinr. Franck Söhne in 9inz, Anhängerin des Antisemitismus ist und daß sie antisemitische Umtriebe fördert. b> Es ist unwahr, daß sic Zuden nicht beschäftiget uitö nicht in "Nahrung setzet, vielmehr gehört eine große Anzahl ihrer aufgestellten Vertreter, desgleichen einige Fabriksauffeher der israelitischen Eonfession an. e) Es ist demnach unwahr, daß es noch nie einem Zuden gelingen konnte, bei dieser Firma eine Stellung zu erlangen. <1) Es ist ferners unwahr, und zur Gänze erfunden, daß die Firma Heinr. Franck Söhne in 9inz jemals einen Reisenden Namens Urbach engagirle. 6» Es ist also unwahr, daß dessen Eonfession genine und die Firma deshalb dessen Entlassung verfügte; der im Artikel abgedruckte Brief eines Herrn Urbach kann sonach nur Mistisication sein. Wir erhielten ja vor Kurzem ein Schreiben des Herrn S. Urbach, Assecurnnz-Znspcclors ddto. 24. April 1891, wovon eine notariell beglaubigte Abschrift beiliegt, und aus welchem die Unwahrheit obiger Behauptungen hervorgeht. Dieser Brief lautet wörtlich: Herren Heinr. Franck Söhne, 9inz. Die „Desterr. Wochenschrift" vom 24. dss. bringt in einem Artikel „Kampf um den Franck Eaffee" unter Anderem, einen angeblich von Urbach aus Groß-Meseritsch geschriebenen, ihr vorliegenden Brief zur Sprache; und da hierorts kein Anderer Namens Urbach eriftirt als ich, so muß ich annehmen, daß dies mich angeht. Zch erkläre hiermit, daß ich mich Zhnen als Reifender