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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-04-17 · 16 (17.4.1891) · p. Seite 294

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
16 (17.4.1891)
Date
1891-04-17
Page
Seite 294 (sequence 16)
Language
German
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Seite 294 Hesterreichrsche Wochenschrift Str. 16. daß die israelitische Allianz die von ihr bisher unterhaltenen Schulen in Galizien aufzulassen und ihre dortige Thätigkeit überhaupt wesentlich einzuschranken beabsichtige, der aktuellen Begründung. Bezüglich der Uebernahme der Schulen der israelitischen Allianz durch die Baron H i r s ch'sche Stifung sind die Verhandlungen im Zuge. Me«. Auf Grund des von der Commission für die 20. Jahresausstellung im Künstlerhause gemachten Ternavorschlages hat seine Majestät der Kaiser dem akademischen Maler Adolf Hirsch! in Wien für dessen Gemälde „Hochzeitszug" (Nr. 132 des Katalogs) den Kaiserpreis im Betrage von 400 Ducaten verliehen. Es ist nicht das erste Mol, daß unser Glaubensgenosse Herr Adolf Hirschl für seine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete der Malerei ausgezeichnet wird. Schon beim Verlassen der Wiener Akademie, an welcher derselbe seine Studien absolvirte, wurde Hirschl mit dem Rompreise und im Jahre 1889 mit dem Reichelpreise ausgezeichnet. Ueberdies haben seine Gemälde auf den Ausstellungen in Wien, Berlin, München und Paris erste Preise erhalten. Wir beglückwünschen den jungen Künstler zu seinen wohlverdienten Erfolgen und hoffen, denselben auch künftighin in den ersten Reihen der Vertreter der Kunst zu finden. Wie«. 14. April. Im Ottakringer israelitischen Tempel fand Freitag den 10. April ein feierliches Requiem zum Andenken an Herrn Jacob Edlen von K u f f n e r statt, welchem der gesammte Vorstand der Ottakringer Cultusgemeinde mit Herrn S. R o s n e r an der Spitze, ferner die Chewra Kadischa mit ihrem Obmanne Herrn B. T r u k a, die ältesten Beamten des K u f f n e r'schen Etablissements, Herren Wolf und Lederer, sowie ein zahlreiches Publicum beiwohnten. Herr Obercantor Schlesinger recitirte in feierlicher Weise die Gebete, worauf der Herr Rabbiner den üblichen Segen sprach. Me«. (Seder-Abende.) Herr Michael Samek, Restaurateur, I. Judengasse 12 (Dreifaltigkeitshöf) veranstaltet, wie alljährlich, so auch ün den beiden diesjährigen Osterabenden einen Seder-Abend, an welchem Jedermann sich betheiligen kann. Me«. Der 20. Jahresbericht des „Israelitischen Frauen-Wohlthättgkeits-Vereines für Hausarme" liegt uns vor. Wir entnehmen demselben, daß der Verein seit einem Bestände circa 30.000 fl. an verschämte Arme verausgabte. Die verstorbene Ehrenpräsidentin Frau Henriette Ephrussi und die verstorbene Vice-Präsidentin Frau Clara K ah ans haben den Verein mit bedeutenden Legaten bedacht. Das Comite besteht derzeit aus den Damen: Amalia Basseches, Sofie Deiches, Rosa Feigenbaum, Clara Klärmann, Cäcilia Nußbeck, Ernestine Sachs, Henriette Schneck und Anna Weinreb. Der Verein erfreut sich der Sympctthie weiter Kreise und ist der Unterstützung aller Menschenfreunde werth. Beittittserklärungen und Spenden übernimmt die Präsidentin Frau Clara K l ä r m a n n, IX. Grünethorgaffe 16. Wie«. Sonntag am 19. April, 4 Uhr Nachmittag, findet im israel. Tempel, VI. Schmalzhofgasse, die Trauung des Fräuleins Rosa Schnabl mit Herrn Max Eisenberger, einem Sohne des Commercialrathes G. Eisenberger, statt. Ar«««. Nach dem endgilügen Ergebnisse der vom städtischen Volkszählungsamte vorgenommenen Volkszählung wohnten in Brünn Ende 1890, 7087 Israeliten. Müßr. Auflee, 12. April 1891. Der Vorsteher der hiesigen Cultusgemeinde, Herr Salomon Pollak, feierte am 9. d. M. seine goldene Hochzeit und zugleich sein vierzigjähriges Amtsjubiläum als Vorsteher der- Gemeinde. Diese Feier wurde durch die Anwesenheit des Rabbiners von Hollitsch, Herrn Hermann Pollak, des Schwagers des Jubilars ausgezeichnet. Dieser betonte in beredten Worten die Mustergilttgkeit des ehelichen und Familienlebens des Jubelpaares zugleich die hohen Verdienste, die sich der Jubilar um die hiesige Cultusgemeinde als Förderer und Schützer der Gemeindeinteressen erworben hat. Aus diesem Anlasse ttaf auch aus Nah und Fern eine Menge spontaner Kundgebungen der Sympathie und Anerkennung theils schriftlich, theils telegraphisch ein Ktadno Dem „Prager T a g b l a t t e" wird unter dem 7. April Folgendes berichtet: In der hiesigen Synagoge fand gestern die feierliche Installation des Herrn Rabbiners Schwarz vor einem distinguirten Publicum statt In dem festlich geschmückten Tempel, der von Andächtigen aus Nah und Fern dicht gefüllt war, hatten sich die Dignität der Stadt, der k. k. Bezirkshauptm a n n, der B ü r g e r m e i st e r, der Leiter des B ezirksgerichtes und des S t e u e r a m t e s, der Obmann der Bezirksvertretung, Vertreter der Gutsverwaltung rc. eingefunden, die am Eingang des Tempels von dem Vorstande begrüßt und an ihre Ehrensitze geleitet' wurden. Herr Rabbiner Schwarz wurde hierauf von einer Deputation abgeholt und vor dem Sanctuarium vom Tempelvorstande Herrn S. T a u s s i g Namens der Gemeinde und des Vorstandes in einer herzlichen Ansprache begrüßt, in welcher derselbe die einstimmige Wahl zur öffentlichen Kenntniß brachte, das Decret der Statthalterei verlas und Kanzel und Ehrensitz mit dem innigen Wunsche überwies, daß der nunmehrige Seelsorger dies heilige Amt recht lange in Ruhm und Ehren kleiden möge. Hierauf bestieg Herr Rabbiner Schwarz die Kanzel, und legte in einer nahezu einstündigen Rede die Pflichten des Seelsorgers der Gegenwart in zündender Weise klar. Die in Form und Inhalt gediegene Rede erweckte allgemeine Sympathie für den neuen Seelsorger. Kremsier, 5. April. (Todesfall.) Nach langem Lüden verschied am 1. d. M. Herr Ignaz B ermann, Präsident des Verwaltungsraths der Hanna-Malzfabrik in Kremsier. Sein Ableben hat alle Kreise der hiesigen Bevölkerung tief ergriffen; namentlich ist es die israelitische Cultusgemeinde, welche in dem Hingange des so frühzeitig Verstorbenen den Verlust eines ihrer verdientesten Mitglieder, ihren Altvorsteher betrauert. Um dem Verewigten die letzte Ehre zu erweisen, berief der Cultusvorsteher Herr Carl L i e b m a n n eine außerordentliche Ausschußsitzung und hielt demselben einen erhebenden Nachruf. Die Leichenfeierlichlichkeiten leitete der Cultusvorstand-Stellvertreter Herr Rudolf Pollak, der zugleich Vorsteher der Chewra- Kadischah ist. Am Leicheubegänguisse, das Freitag den 3. d. um 4 Uhr Nachmittags stüttfand, nahm ein großer Theil der Kremsierer Bevölkerung Theil und auch aus Nah und Fern waren Freunde und Bekannte erschienen, um dem Verewigten die letzte Ehre zu erweisen. Zahleiche Kranzspenden wurden als Zeichen der Theilnahme am Sarge niedergelegt. Am Grabe hielt Herr RabbinerDr. Adolf Frankl-Grün die Trauerrede. Bei dem am Sonntag den 5. d. M. abgehaltenen Trauergottesdienste erschienen nebst der trauernden Familie sämmtliche Beamte und alle dienstfreien Arbeiter der Hanna-Malzfabrik. Der Tempel war von Theilnehmern gefüllt und Herr Obercantor Lebowitsch eröffnete mit einem Trauerchor die Feier. Hierauf widmete abermals Herr Rabbiner Dr. Frankl-Grün dem Verstorbenen einen ehrenvollen Nachruf. In derselben hob er die Verdienste des Verewigten sowohl als Patriot, wie auch als Glaubensgenosse und Mitbürger, besonders aber sein gutes jüdisches Herz hervor. Grax, 15. April. (Deutschnationale Russen in Steiermark.) In der Handelskammer fand heute eine Antisemitendebatte statt. Antisemitischerseits wurde nämlich der Antrag der Brodyer Handelskammer, eine Petition an die Regierung betreffs der ruffischen Paßschwierigkeiten für Juden zu unterstützen, bekämpft und betont, die Maßregel Rußlands sei freudig (!) zu begrüßen. Schließlich wurde jedoch der Comiteantrag angenommen, die Petition zu befürworten.

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