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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-04-03 · 14 (3.4.1891) · p. Seite 254

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
14 (3.4.1891)
Date
1891-04-03
Page
Seite 254 (sequence 16)
Language
German
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Sete 254 Hesterrerchische Wochenschrift Nr. 14. Fonds«. Der Antrag des Mr. H. L. W. L a w s o n wegen Offenhaltung der Nationalmuseen und Gallerten an Sonntagen wurde von dem Unterhause, wie nicht anders zu erwarten war, mit überwältigender Majorität verworfen. Im Laufe seiner Rede sagte Mr. L a w s o n, daß ein Einwand dabin gehe, daß man Christen nicht die Pflicht auferlegen könne, die Besucher der Gallerie zu beaufsichtigen. Aber in Birmingham versehen Juden dieses Amt und das erinnere ihn an Mr. Spurgeon, welcher, gefragt, warum er seine Pferde am Sonntag dazu verwende, sich berumführen zu lassen, antwortete: „Mein Pferd ist ein Jude." (Gelächter.) Sir Robert F o w l e r sprach nach Mr. L a w s o n und erwiderte auf eine Bemerkung des Letzteren, daß der Vertreter für Whitechapel (Mr. S. M o n 1 a g u) einer Gemeinde angehöre, welche sich durch strenge Beobachtung ihrer eigenen Sabbathe auszeichne und deshalb schwer in diesem Falle das Princip, ans welchem diese Observanz beruht, ignoriren könne. London. Der König der Belgier beehrte vergangenen Freitag Baron und Baronin Henry de Worms mit seiner Anwesenheit bei einem Dejeuner in ihrem Palais am Grosvenorplatze. Zum Empfange Sr. Majestät waren u. a. auch erschienen der österreichische Gesandte Graf D e y m und Gemahlin, der spanische Gesandte, der Herzog und die Herzogin von Abercorn, der belgische Minister und Baronin Solvyns. London. Zu Gunsten der jüdischen Kinderschulen wurde in den prächtigen Räumen des Hotels Metrople ein Ball veranstaltet, welcher von 900 Personen besucht wurde und einen in jeder Beziehung glänzenden Erfolg hatte. Die hervorragendsten Familien der jüdischen Gemeinde, unter anderen die Familie der Herren Philipp Magnus. Colonel Goldschmidt, Montagu, Simon, M ocatta rc., waren erschienen und gestalteten den Ball zu einem wahren Elitefest. Ein anderes Ballfest, gleichfalls zu Gunsten einer jüdischen Schule (Dalston Jewish School) wurde in Holborn Town Hall abgehalten, welches von 350 Personen besucht wurde und ein Reinerträgniß von 110 Pfund abwarf, welches zur Errichtung von Parallelklassen und Vergrößerung des Spielplatzes verwendet wird. Neben diesen Purimbällen gab es auch die üblichen Purimbescheerungen der Schulkinder. Die Schüler der jüdischen Kinderschulen (Jew's Infant Schools), 1450 an der Zahl, wurden Dienstaa von einem Damencomitä mit Backwerk. Früchten und Spielzeug betheilt. Die Besucher der Religionsschule, ^welche mit der Hammersmith-Synagoge verbunden ist, wurden mit Thee bewirthet, worauf dieselben durch allerlei Vorträge und Aufführungen unterhalten wurden. Schließlich erfolgte die Verkeilung von Preisen an die besten Schüler und Schülerinnen. In der Hanbury Street Board School, deren Schüler sich aus den Kreffen der Aermsten recrutiren, wurden 400 Kinder zu Mittag bewirthet. mit Spielzeug, Backwerk und Früchten betheilt und für deren Unterhaltung durch ein Comite von Herren und Damen gesorgt. Varrs. Dienstag Früh fand ein Duell zwischen M. Henri Benoven und M. Eduard Drumont statt. Anlaß hiezu gab das neueste Werk Drumonts »Le Testament d’un Antis&nite«, durch welches sich Benoven beleidigt errachtete. Die letzte Arbeit Drumonts ist ebenso sehr gegen die französischen Cardinäle. Bischöfe. Geistlichen, Prätendenten und royalistischen Politiker gerichtet wie gegen die Juden. 'Aaris. Dr. Alexander Klein aus Odessa, der seine medicinischen Studien in Paris gemacht, wurde vom Baron Edmund von Rothschild beauftragt, sich nach Palästina zur Colonie Sichron Jacob zu begeben, um daselbst als consultirender Arzt zu wirken. Waris, 20. März. Der Bildhauer M. B ernst amm, über welchen vor einiger Zeit in Ihrem geschätzten Blatte eingehend berichtet wurde, ist zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. Waris. Bei der Generalversammlung der Aktionäre der Bank Frankreich, welche am 29. Jänner d. I. stättfand, wurde Baron Alfons von Rothschild wieder auf ein Jahr zum Dirigenten der Bank gewählt. Graste. Baronesse Alice de Rothschild, Schwester des Baron Ferdinand de R o t h s ch i l d, hat der Königin von England anläßlich ihres Aufenthaltes in Grosse ihr Schloß zur Verfügung gestellt, welches neben dem Grand Hotel, wo die Königin residirt, gelegen ist. Die prachtvolle Besitzung wurde aus diesem Anlasse in geschmackvoller Weise ausgestattet und neue Wege in den verschiedensten Richtungen angelegt. Die Königin wurde bei ihrer Ankunft von Baronesse de Rothschild und anderen distinguirten Personen empfangen. Amsterdam. Ein bekannter jüdischer Bürger von Amsterdam hat sich abermals als werkthätiger Freund der hiesigen Universität erwiesen. Bei Eröffnung der Aula machte Professor Mattes darauf aufmerksam, daß eine große Nische. welche für die Aufnahme einer Statue der Minerva bestimmt war. noch immer leer stehe, da sich bisher noch kein Spender hiefür gefunden habe. Am selben Abende bei dem Empfange, welchen der Bürgermeister abhielt, theilte Professor Van Hamel, Rector der Universität, den Gästen mit, daß Baron George Rosenthal, dessen Name bereits mit der Universität durch die Bibliotheca Rosenthaliana enge verbunden ist, die Absicht bekundet habe, eine Statue der Minerva der Universität zum Geschenke zu machen. S1. Petersburg. Auf socialem und politischem Gebiete findet man in Rußland sehr off Extteme. Auf der einen Seite wird die Verfolgung der Juden unaufhaltsam fortgesetzt, auf der anderen Seite finden wir einen allerdings vereinzelten Fall, daß ein Mitglied unseres Glaubes in den erblichen Adelstand erhoben wird. Diese Auszeichnung wurde soeben dem Dr. M. A. F i n k e l st e i n verlieben, welcher im russisch-türkischen Kriege für seine hervorragende Tapferkeit mit dem St. Wladimir-Orden ausgezeichnet wurde. Dr. Finkelstein wurde in den dritten Grad des russischen Adels erhoben. Detersburg. Die iüdischen Handwerker in der Residenz Petersburg dürfen nur solche Maaren verkaufen, die sie selbst verfertigen und sind ihnen die Handelsscheine nur unter dieser Bedinauna für da« Jahr 1891 ausgestellt worden. Falls sie sich erlauben, diese Vorschriff zu verletzen und andere fremde Maaren in den Verkauf zu bringen, so werden sie nach den bestehenden Gesetzen laut Art. 1171 des Strafgesetzbuches zur Verantwortung gezogen und verlieren das Recht des Aufenthalts in Petersburg. Die Polizei ist gehalten, eine strenge Controle in dieser Angelegenheit auszuüben. Bnnis, 10. März. Der General des Kapuzinerordens, Pater Bernhard And er matt, ist vor einigen Tagen hier eingettoffen, um die Kapuzinerklöster zu inspiciren. Die hiesige jüdische Gemeinde entsendete zu seiner Begrüßung eine Deputation mit dem Oberrabbiner Haima Settruk an der Spitze, die zugleich auch für die Wohlthaten danffe, welche die Kapuziner jahraus jahrein den armen und leidenden Juden in Tunis erweisen. Der General versicherte hierauf, daß sein Orden auch weiterhin die Nächstenliebe pflegen und lehren und nie einen confessionellen Unterschied machen werde. New-'Norst, 4. März. Die Herzogin von Vamar hat in Cincinnatt ein Buch unter dem Titel »Les vrais

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