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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-03-06 · 10 (6.3.1891) · p. Seite 185

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
10 (6.3.1891)
Date
1891-03-06
Page
Seite 185 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 10. Gesterreichische Wochenschrift Seite 185. licher Pflege der Kinder, wie überhaupt aller Familien-; ungehörigen, so zu verbinden, daß als Gesammtergebniß! ein bevölkerungsstatistischer Zustand sich ergibt, der manche! Bedingung des Wohlbefindens gewährt, die sonst in weiteren Bevölkerungsschichten vermißt wird. Unter diesem Gesichtspunkte erlangt die hier besprochene Sonderuntersuchung bevölkerungsstatistischer Verhältnisse bei den nordamerikanischen Juden eine allgemeine Bedeutung. puliliration des Israel. Cultusvorltandes i« Wie«. Theodor und Alfons von Gkafer'fche Stiftung für ifraek. chymnasialschüler gegründet von ihrem Mater Wilhelm Gdler von chlafer am 26. Mai 187 t. ~ Der Borstand der israelitischen Cultusgemeinde in Wien bringt hienu't zur Kenntniß, daß ein Platz der Zinsen der obigen f ür zwei Gymnasialschüler jüdischer Confession errichteten Stiftung, im Betrage von 43 fl. auf die Dauer der Gymnasialstudien zu verleihen ist. Bedingungen zur Erlangung derselben sind: a. ausgewiesene Mittellosigkeit, b. ein Zeugniß mindestens der 1. Fortgangsclasse mit guten Noten aus Sitten, Aufmerksamkeit und Fleiß. Unter sonst gleichen Umstünden erhalten Schüler, welche mit dem Stifter, Herrn Wilhelm Edlen von Glaser oder seiner Gattin Frau Jenny, geborenen T e i t e l b a u m, verwandt sind, den Vorzug. — In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. Die diessälligen Gesuche sind in der Kanzlei der israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock) bis 31. März d. I. zu überreichen. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde. Wien, 1. März 1891. Woks )sak Naffan'sches Künstlerstipendinm. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Wien bringt hiemit zur Kenntniß, daß bei derselben ein vom seligen Herrn Wolf Jsak Nassau gegründetes Künstler st ipendium jährlicher fl. 43 für einen Jüngling israelitischer Confession, der sich an der hiesigen k. k. Akademie der bildenden Künste, der Architektur, der Bildhauerkunst, der Malerei oder der Kupferstecherkunst widmet, auf die Dauer der Studienzeit an dieser Akademie länstens auf sechsJahre zu verleihen ist. Bewerber um dieses Stipendium haben ihre mit: 1. Geburts-, 2. Moralitäts-, 3. Armuths- und 4. mit Schulzeugnissen versehenen Gesuche im Secretariare, I>, Seitenstettengasse 4, 2. Stock, bis 31. März d. I. zu überreichen. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell mit welchem Betrage. Der Bor st and der israel. Cultusgemeinde. Wien, 1. März 1891. Gesuchsblanquette sind im Secretariate I., Seitenstettengasse Nr. 4, 2. Stock, während den Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr unentgeltlich zu beheben. (Lorrespondenzen. Men. (Schönerer gegen V e r g a n i.) In den j „Unverfälschten Deutschen Worten" kündigt S chönerer die; Veröffentlichung jener Verhandlungen an, welche die ehe- \ rnaligen Theilhaber des „Deutschen Volksblatt", L e h r n e r und H a u cf, seit dem Herbst des vorigen Jahres gegen V e r g a n i wegen Deckung der „riesigen Summe" gefiihrt! haben, die sie seinerzeit B e r g a n i für sein Blatt vor- ' gestreckt haben. Zu wiederholten Malen forderte der Vertreter der Genannten in den letzten Monaten von V e rg a n i die Vorlegung der Bilanz des „Deutschen Bolksblatt". Bis heute ist diese Bilanz nicht gelegt worden. „Herr Vergani" heißt es in den „U. D. W.", arbeitet hinter den Coulissen weiter und hält auf der Bühne seines Blattes die Welt weiter zum Narren . . . Wir lassen Ehren-Vergani vierzehn Tage Zeit, damit er für die restlichen Leser des „Deutschen Volksblatt" seine bekannten Ausreden und Thränen Herrichten kann. Ja, Herr V e rg a n i, Sie nennen das Zwietracht säen; wir nennen es: Der christlichen Corruption den Garaus machen!" — Und an anderer Stelle sagt das Organ Schönerers: „Diese christlichen „Journalisten", deren Kampfesweise erbärmlicher und meuchlerischer ist, als jene der Judenblätter, stützen ihre scheinheiligen Verdrehungen auf d'e restlichen Tausend ihrer Leser, von denen wir nicht jedem Einzelnen Tage lang die nöthige Aufklärung geben können. Unser Blatt aber ist denn doch nicht dazu da, jener bvrnirten Masse die Erkenntniß der Wahrheit in dieser Sache beizubiingen, deren Verständniß für den Begriff „Schlechtigkeit" erst bei der Schwelle des Zuchthauses beginnt." Mrag, 28. Februar. (Verein zur Verbreitung der Wissenschaft des I u d e n t h u m s0 Gestern sprach Herr Dr. K a r p e l e s, 'der bekannte Heineforscher, über „Heinrich Heine und das Judenthnm" vor einem zahlreichen Publicum. Ohne sich ans die übliche Schönfärbung einznlassen, stellte Dr. K a rp e l e s sowohl die Vorzüge als die Mängel des großen Dichters dar und setzte auseinander, daß neben seiner blühenden Phantasie und der Romantik, die er an den Ufern des großen Rheins > ingesogen, wesentliche Züge seiner dichterischen Physiognomie sind: die Subjectivitüt, der Witz und der Weltschmerz, die in dem jüdischen Volkscharakter ihren Ursprung haben. Der Dichter, der kühn mit allem Ernsten gescherzt, hat trotz seiner vielen beißenden Bemerkungen immer eine starke Empfindung für Poesie und Wissenschaft der Juden, die noch nicht genug gewürdigt sind, bewahrt. Der Vortrag, der sich in der Behandlung auch den Zwecken desVereines. der den Redner eingeladen hatte, anpaßte, schloß mit einer schönen Parabel und fand lebhaften andauernden Beifall. Bndapek Am 25. Februar, Vormittags um 11 Uhr, fand die feierliche Einweihung der beiden Rabbinats-Candidaten Dr. Eduard Rosenberg und Dr. Josef Klein im Bethause der Landesrabbinerschule in üblicher Weife statt. Das festlich geschmückte Gotteshaus war von einem distingnirten Ptiblicum beiderlei Geschlechts dicht besetzt. Der Profefforenkörper der Anstalt war in voller Anzahl erschienen, darunter die Professoren der Theologie Rabbiner Moses Bloch, Dr. Wilhelm Bacher. Dr. David Kaufmann und Dr. Ludwig Blau in ihren kleidsamen Ornaten. Von Seiten der Prüfnngscommission waren anwesend die Rabbiner Dr. K o h n Budapest, Dr. Rosenberg Arad, Dr. Klein Becskerek Nachdem der Chor den 100. Psalm in wirksamer Weise vorgetragen hatte, hielt Dr. Klei n im Namen der Prüfungscommission eine Ansprache in ungarischer Sprache an die Eandidaten, worin er das Schriftwort: „Geh', steige auf von dannen du und das Volk" (Exod. 33, 1) in höchst paffender Weise auf die fernere Laufbahn der Eandidaten bezog, deren Leben wie das des Volkes, dem sie vorangehen, ein stets aussteigendes sein möchte. Mit tiefempfundenen Worten dankte hieraus Dr. Rosenberg in seinem und seines Collegen Namen für die Sorgfalt, die ihnen von Seiten der Anstalt zu Theil ward, woraus Rabbiner Bloch in Begleitung einer hebräischen Ansprache den Eandidaten je ein Diplom überreichte und hieraus segnend seine Hände über seine gewesenen Schüler ausbreitete. Unter den Klängen der ungarischen Nationalhymne endete die erhebende Feier. Wir bemerken

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