Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 8 (20.2.1891)
- Date
- 1891-02-20
- Page
- Seite 149 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 Hejlerreichische Wochenschrift Seite 149 Ueber die anerkennenswerthe Tendenz dieses Bereines für Gewerbetreibende und Handwerker ohne Unterschied der Confession. Ferner sprachen: Gemeinderath Simon, Architekt Fleischer, Gemeinderath Tagleicht. die Herren Jeiteles, Freyberg, Jolles, Winkler u. a. m. Von den Vereins-Vorstandsmitgliedern sprachen die Herren Sonnenschein, Thiemann, Makler, Schönbauer rc. Von den Mitgliedern die Herren Steiner, Diosy rc. Die Versammlung wurde um Mitternacht geschlossen. Wien (Verein „A chdus Jsrael.") In Folge der durch interne Vorgänge veranlaßten Demission des Gesammtvorstandes des Bethausvereines „A ch d u s Israel" fand am 10. Februar in Robitschek's Localitäteu eine von fast sämmtlichen Mitgliedern besuchte Generalversammlung statt, welcher Herr Dr. Gustav K o h n als Vertreter der Cultusgemeinde bis zum Schlüsse anwohnte, und Herr L. Strauß als mit Aeclamation gewählter Vorsitzender präsidirte. Bei lebhafter Berheiligung vieler Mitglieder an der Debatte über die auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände gelangten die Wahlen für den Vorstand und Ausschuß erst nach 11 Uhr Abends an die Reihe und wurden unter nicht genug anzuerkennender Leitung des genannten Herrn Vertreters der Cultusgemeinde mit folgendem Resultate zu Ende gefüht: Präses Herr S. Simon; Präsesstellvertreter Herr O. Jaiteles; Cassaverwalter Herr L- Strauß; Revidenten die Herren A. M. S o b e l s o h n und D. R o b i t s ch e k; Bethausverwalter die Herren H. L ö w y, M. S ch r a t t e r und D. R o s e n st e i n: Ausschüsse die Herren I. G o l d n e r, Josef Klug, A. R e z e k, S. Bruno, Steiner. Herr Tr. I. B r a t t hatte eine Wiederwahl, trotzdem dieselbe mit fast allen abgegebenen Stimmen erfolgte, zum Bedauern aller Mitglieder abgelehnt. Der Verein „Achdus Israel" hat inzwischen eine namhafte Zahl neuer Mitglieder acquirirt und hofft auf eine weitere lebhafte Bethe'ligung interessirter Kreise der Glaubensgenossen. Wien. Der israelitische Humanitätsverein im X. Bezirke veranstaltet wie alljährlich einen Wohlthätigkeitsball, welcher Mittwoch den 25. Februar in R a p p e l's Rosensäle in Favoriten stattfinden wird und aus dessen Reinerträgniß wahrhaft arme im X. Bezirke wohnende Familien betheilt werden sollen. — Der akademische Verein „Kadinah" veranstaltet Donnerstag den 12. März 1891 in den Saallocalitäten des Hotel „Union", IX., Nußdorferstraße, ein Costume-Kränzchen ohne Costumezwang. Die Musik besorgt die Capelle des k. u. k. Inf. Reg. Nr 69, Graf Jellacic. Das Reinerträgniß wird theilweise zur Unterstützung dürftiger Vereinsmitglieder verwendet. — Dienstag den 24. Februar findet im großen Ballsaale des Etablissements Ronacher ein geschlossenes Tanzkränzchen des Frauen-Wohlthätigkeitsvereines für Wieden und Margarethen statt. Einzelkarten fl. 2, Familienkarten fl. 6. Das Reinerträgniß ist den Vereinszwecken gewidmet. Mie». Der israelitische Bethausverein „Beth Israel" hat seinen 8. und 9. Jahresbericht für die Jahre 1889 und 1890 versendet. Der» selbe hebt dankend die bedeutende Spende hervor, die der mittlerweile verstorbene Herr Hermann Hescheles im Betrage von 22.500 fl. dem Vereine zugewendet hat. Der Bericht spricht die feste Zuversicht aus, daß das fromme Werk, eine dem polnisch israelitischen Ritus gewidmete Synagoge von dauerhaftem Bestände zu erbauen, in absehbarer Zeit gelingen wird. Allerdings bedarf der Verein fernerer wohlthätiger Unterstützung und richtet das Comite an unsere Glaubensgenossen die Bitte, das gemeinnützige Werk kräftigst zu unterstützen. (Siehe Eingesendet dieser Blätter.) Wien. Durch eine Studienreise des Herrn Dr. Moriz Stern ist die Fortsetzung seiner Aufsätze „Schachmatt den Blutlügnern" verzögert worden. Dieselben werden mit der nächsten Nummer ihren Fortgang nehmen. Ottakring. Dienstag den 17. Februar, Mittags 1 Uhr, fand in der Seiteustettensynagoge die Trauung des Fräulein Elsa H o l l i t s ch e r mit Herrn Moriz Edlen von K u f f n e r statt. Die üblichen Gesänge des feierlichen Actes wurden durch Herrn Obercantvr L.inger unter Assistenz des Gesammtchorpersonals und Orgelbegleitung überaus wirkungsvoll vorgetragen unb wurde hiebei ein mit deutschem Texte gesungener Chor allgemein sympathisch bemerkt, worauf Herr Dr. I e l l i n e k eine ergreifende Ansprache an das Brautpaar hielt und den eigentlichen Trauunqsact vornahm. Die in allen Räumen von einem distinguirten Publicum gefüllte Synagoge bot einen prachtvollen Anblick und gab das schönste Zeugniß für die allgemeine Sympathie, deren sich das verehrliche Brautpaar in allen Schichten der hiesigen Bevölkerung erfreut. Beim Eingänge in das Gotteshaus bildete eine Abtheilnng der eigenen Feuerwehr Spalier und einzelne hervorragende Freunde des Bräutigams übernahmen anseigerkerJttitiativedieObliegenheit, überdieAnsrechterhaltung der Ordnung zu wachen. Im Publicum bemerkte man den Gesammtvorstand der Ottakringer Gemeinde unter Führung seines Präsidenten S. Rosner, Obmann der „Chewra Kadischa", Herrn B. T rnka und den Herrn Rabbiner Dr. Deutsch; außer mehreren Honoratioren des Militär- und Civilstandes waren noch anwesend Herr Baron Springer, Baron August Schnapper, David Ritter von Grub e r, Professor Stork, mehrere Mitglieder des Vorstandes der Cultusgemeinde, Oberstlieutenant v. Sterneck, Sanitätsrath W i t l a c z e k u. A. Ein besonderes Verdienst erwarben sich die Herren Beamten des v. Kuffnerschen Hauses Wölf, Lederer und Glaser bezüglich der präciseu Aufrechthaltung der Ordnung. Es war ein glänzendes, glückverheißendes Fest; möge ein guter Genius auch weiter über das glückliche Paar walten. S. Ottakring. Gelegentlich seiner Verheiratung mit Frl. Elsa H o ll i t s ch er spendete Herr Moriz Edler von K u f f n e r der Ottakringer Gemeinde o( HJO fl. und weitere SOO fl. für die Armen seines Wohnortes, welch letzterer Betrag am Hochzeitstage vom Vorstande selbst ihrer Bestimmung entgegengeführt wurde. 8. Floridsdorf. Der israelitische Frauen-Wohlthätigkeitsverein in Floridsdorf veranstaltet Samstag den 21. Februar in I. B a r t s ch Saallocalitäten ein Wohlthätigkeitskränzchen, welches einen sehr animirten Verlauf verspricht. Die Musik besorgt die k. und k. Regimentscapelle Großherzog von Baden Nr. 50. Sadrn, am 13. Februar. Der hiesige israelitische Frauen- Wohlthätigkeitsverein hat seinen Rechenschaftsbericht für das abgelaufene Jahr veröffentlicht. Dieser Verein, welcher über Anregung unseres hochgeschätzten Herrn Rabbiner, Wilhelm Reich in's Leben gerufen wurde, hat sich seit der kurzen Zeit seines Bestandes (kaum ein Jahr^ die Sympathie nicht nur der hiesigen jüdischen Einwohner erworben, sondern es traten auch Mitglieder anderer Confessionen und viele auswärtige Mitglieder demselben bei. Wie erwähnt, gebührt unserem Herrn Rabbiner in erster Linie Anerkennung; es haben sich aber ober die Herren Moritz L e i t n e r, Präses der israelitischen Cultusgemeinde, und Herr Anton Schneider, Bicepräses der israelitischen Cultusgemeinde, um die Gründung dieses Bereines besonders verdient gemacht; der Beirath Herr Moritz Schreiber und die Vereinsleitung: Frau Bettina Schreiber, Julie Leiter, Rose Schneider, Agnes Felder, Rosa Scheu, Marie Raab, Elise Schlesinger, haben sich für ihre Thätigkeit nicht nur in der Leitung selbst, sondern auch in der Weise, wie sie die Unterstützungen den armen Wöchnerinnen und vollständige Bekleidung einer Anzahl von Kindern ohne Unterschied der Confessio» zukommen ließen, große Verdienste erworben. Mit Ende 1890 betrug die Zahl der ordentlichen Mitglieder 106, die der unterstützenden 3, der Ehrenmitglieder 5. Aangsdorf, 11. Februar. Heute fand hier das Leichenbegängniß des sehr verdienstvollen Arztes Dr. Arnold