Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-02-13 · 7 (13.2.1891) · p. Seite 130

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
7 (13.2.1891)
Date
1891-02-13
Page
Seite 130 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3020846-3020847-3020855--00140-3024113
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions (1 not found in this text)

Säte 130 Hefterreichrfche Wochenschrift Nr. 7 tragende erwähnte vor Allem, daß in der von ihm geleiteten Anstalt 200 Taubstumme Heilung fanden, daß dies, zumeist Kinder von 6 bis 1l Iahten waren, gegenwärtig sind nUi 85 Zöglinge in der Anstalt untergebracht. Direktor Grünberger führt drei Knaben Und drei Mädchen iill Altck von 13, 9 und 7 Zähren vor. Dieselben rcpxäseUtircn Kategorien von Eleven nach den Fortschritten in der Sprachreinheit. Die älteren sprechen ganz verständlich, allerdings mit sonderbarer Betonung dev einzelnen Silben, die mittleren, L- bis 3jährige Schüler, näsal und die Zahnlaute scharf hervorstoßend, die Anfänger oder l jährigen Schüler lallend, fast ganz unverständlich. Schließlich trüg eiü lOjühriges Mädchen eine gut mkmorirte Dankreve aN die Anwesenden vor. Budapest. (Journalistisches.) Unter dem Titel ..Budapester hygienische Zeitung" ist die drste Nummer eiites Organs für. populäre Mkdikin, Balneologie und Naturkunde erschienen. Als Eigenthümer und verantwortlicher Redactenr fungilt der in ärztlichen Kreisen als Fachschriststeller bekannte Dr. Emil Ziffer. Budapest. (Trauung.) Herr Dr- Adolf Kühner, der einzige Sohn des hiesigen geachteten KaNfNianttes Herrn Kürt K ohne r, hat hellte im Tempel in der Tabakgaye Fräulein Helene Kohner, die Dochter des Herrn Sigmund Kohner, zum Traualtar geführt. Ein zahlreiches distingüirtes Publikum wohnte der vom Prediger Dt: K o h n vollzogenen Trümmg bki; v anwesend würkn it: a : Oberbürgermeister Kart Nä t h, der. HrästdM der Budapester Handels- Und Getverblekatmner Baron Friedrich Kochmeister, Magnatenhausmilglied Karl S v ä b, die Abgeordneten Ambros Nemenyi und Ludwig Krauß rc. Szegedin. Bor einiger Zeit haben die Rabbiner Dr- Löw in Gzegeditt, Dr. Perls in Fünfkirchen, Dr. Uosknderg in Arad und Dr. Neumann in Groß- Kanizsa beschlossen, das alte Testament ins Ungarische zu übertragen. Die Herren theilten die Arbeit, welche sie ans Liebe für die Sache und ans Patriotismus übernommen, unter sich auf, und dje Uebersetzung schreitet rüstig vorwärts. Die Frage der Verlags-, beziehungsweise Ausgabskosten des voluminösen Werkes kam in einer aus Anregung des Oberrabbiners Dr. Immanuel Löw jüngst durch den Präsidenten der hiesigen Advocatenkammer, Dr. Isidor Rösa einberufenen Versammln!'g israelitischer Advocaten zur Sprache. In Anbetracht des Umstandes, daß die geplante Uebersetzung eine vortreffliche zu werden verspricht, haben die in der erwähnten Versammlung anwesenden Advocaten, denen sich auch ein Richter israelitischer Confession anschloß, einstimmig beschlossen, für die erste Ausgabe des Werkes, welches IOOj Exemplare umfassen soll, die Summe von 1200 st. zu votiren, damit das je frühere Erscheinen des schönen und patriotischen Werkes ermöglicht werde. Das die Uebersetzung besorgende Comitö besteht aus folgenden Rabbinen: Dr. A. Perls (Fünfkirchen), Dr. Ed. Reumann (Groß-Kanizsa). Dr. Em. Herzog (Kaposvür), Dr. Josef Bäräny (Kecskemet), Dr. Julius Fischer (Raab), Dr. Im. L ö w (SzegednO, Dr. M. L ö w y (Temesvär). Kronstadt. Unter reger Betheiligung der verschiedenen Nationalitäten und Confessionen von Kronstadt wurde hier das 40jährige Borsteherjubiläum des Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde. Löbel A r o n s o n, abgehalten. Der Obergespan, k. k. Kämmerer v. M a u r e r, die Spitzen des Comitates und der Stadt, Biirgermeister, Stadthauptmann, die geistlichen Oberhäupter der verschiedenen Confessionen rc. rc.. hatten sich eingefunden. Den ersten Toast brachte der Obergespan auf Ihre Majestäten aus. Hierauf folgte die Festrede auf den Jubilar und dessen Erwiderung, worauf eine zahllose Reihe von Toasten in sämmtlichen Landessprachen folgte, die das harmonische Einvernehmen der Anwesenden verschiedener Nationalitäten und Confessionen zum Gegenstand hatten. ßzernowitz. Der Handelsminister hat die Wahl des Großindustriellen Herrn David Tittinger ium Vieepräsideutei, der hiesigen Handels- Und GewerberamMer bestätigt- Herr Tittinger wurde wiederholt zu diesem Ehrettamte gewählt, was Zeugniß gibt von der Beliebtheit, welcher sich derselbe erfreut und der hohen Achtung, die derselbe allenthalben genießt. WertiNi 2. Februar. Ein Gesinnungsgenosse Stöckers, zugleich Namensvetter desselben, der Fabrikant Adolf Stöcker ist Leipzig, wurde vom hiesigen Schöffengericht gestern zu. 150 Mark Geldstrafe verürtheilt, weil er einer Berliner Firma anläßlich einer Streitsache schrieb, daß UmU mit ihren Glaubensgenossen überhaupt nicht arbeiten dürfe' und eh. jedt!n Menschen Vox einer Geschäftsverbindung mit einem Semiten wärneü werde. Der Vorsitzende Richter hüt in den Ausführungen des Erkenntnisses ganz besonders die Verwerflichkeit der ganzen antisemitischen Bewegung gegeißelt und deshalb eine hohe Strafe für angemessen erachtet. Dessau, 2- Februar. Der Hofbankier Kaiser W i l h e l m s 1., Baron Cohn, hat den Herzog und den Magistrat Um die Erlüttbmß gebeten, aus eigene K ö ft e n . in Kessan ein Denkmal Kaiser Wilhelms I. errichten zu dürfeit. Irankfuri: Der Suttan vön Jsy ore, welcher Niährend seines Aufenthalts in Frankfurt ein reges Interesse für die deutsche Wissenschaft gezeigt hat,.hat von der Fanülie des jüngst verstorbenen Orientalisten Dr. Julius Landsberger, großherzoglich hessischen Landesrabbiners zu Darmstadt, welcher aus dem Gebiete der Fabeln bahnbrechend in der Wissenschaft gewirkt hat, dessen Werk:;,tggefeth lkale Chajjim, Abhandlung über die Thiere von I(alonymo8 btzn Kaionyinos, oder Rechtsstreit zwischen Mensch und Thier vor dem Gerichtshöfe des Königs der Genien, ein arabisches Märchen" erworben, um es in's Malayische übersetzen zu lassen. Mit dieser Arbeit wurde ein Professor der Universität Leyden betraut; dieselbe ist bereits so weit gediehen, daß die Veröffentlichung demnächst erfolgen kaNn- Brestaü; 5. Februar. Gestern starb der älteste Einwvhner Bresläus, der 102 Jahre alte Rentner Sv nnenfeld. Metz, 26. Jänner. Vorigen Freitag fand die feierliche Amtseinführung des neuerwählten Oberrabbiners Adolf U r y im hiesigen Tempel statt. Das Gotteshaus war festlich erleuchtet und mit einer glänzenden, aus den Vertretern aller Confessionen zusammengesetzten Zuhörerschaft gefüllt. Die Spitzen der Behörden, sowie alle offieiellen Persönlichkeiten der Stadt hatten der Einladung des Consiftoriums Folge geleistet. Besonders zu erwähnen ist die Anwesenheit des Oberpräsidenten von Lothringen, Herrn v. H a m m e r st e i n, des Commandanten von Metz, des Polizeipräsidenten u. a. nt. Geleitet von dem Präsidenten und den Mitgliedern des Consistorinms, betrat der neue Rabbiner den Tempel, während der Chor das Na t.owu anstimmte. Hierauf verlas der Vorsitzende des Consistorinms, B a n q u i e r I. M a y e r, die Anstellungsurkunde und fügte einige Begrüßungsworte hinzu. Der Chor sang das Baruch haba, während der Rabbiner die Kanzel bestieg. Nach kurzem Dank an den Vorsitzenden des Consistoriums für die freundliche Aufnahme hielt' er die Antrittsrede in deutscher Sprache. Mit Gebet für Kaiser und Reich, sowie dem Gesang des 150. Psalms schloß die Feier, nachdem noch vorher durch eine Sammlung den Bedürftigen Rechnung getragen worden war. Morn, 30. Jänner. Unsere Stadt hatte vorgestern den seltenen Genuß eines „hebräischen Concertes." Aristide Franceschetti unternahm es, unter Mitwirkung ' der hervorragendsten musikalischen Kräfte der Hauptstadt in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.