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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-02-13 · 7 (13.2.1891) · p. Seite 129

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
7 (13.2.1891)
Date
1891-02-13
Page
Seite 129 (sequence 15)
Language
German
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jii 7 Gesterreichische Wochenschrift 'w-fcllt 12tf arabischer Sprache ein Schandbuch erschienen, das die „Blutfabel" aufwärmt. Mit cynischer Frechheit werden die alten Lügen wiedergekäut, und das ekelhaste Preßerzeugniß unterscheidet sich von ähnlichen nur dadurch, daß ihm — — Illustrationen beigegeben sind. Das erste Bild zeigt einen Juden, der ein Kind abschlachtet, die anderen stehen auf gleicher Höhe. Die Schamlosigkeit des Verfassers, eines gewissen Habib Fares, gipfelt in der niederträchtigen Behauptung, daß im hiesigen Archiv Dokumente existiren, welche beweisen, daß „die Blutbeschuldiguug von Damaskus im Jahre 1840 unter Mehemmed Ali (dem derzeitigen Vice- König von Aegypten und Beherrscher von Syrien) gerichtlich erwiesen war, und daß dieses Ergebniß nur auf Betreiben Sir Moses Montefiores (dessen Bildniß gleichfalls gebracht wird) vertuscht wurde". Selbstverständlich existirt von diesen angeblichen „Documenten" im Archiv keine Spur; schon dadurch war das Schandbuch bei allen Unbefangenen gerichtet, da dasselbe aber für die urtheilslose Masse bestimmt war und auf diese, zumal durch die Beigabe der drastischen Illustrationen, vielleicht doch Eindruck machen konnte, ist von 'berufener Seite beim arabischen Tribunal gegen den Verfasser Anklage wegen Verleumdung und Aufreizung eingereicht worden. Ministerpräsident, RiazPascha, hat eine energische Durchführung der Angelegenheit angeordnet und zugesagt, daß Fares exemplarisch bestraft werden wird, um einer Nachahmung dieses verderblichen Beispiels vorzubeugen. Vermischtes. Wien. Wie aus Lemberg gemeldet wird, hat Baron Hirsch das für die Errichtung von Ackerbau- und Handwerkerschulen bestimmte Stiftungscapital von zwölf Millionen Francs für Galizien und die Bukowina bei der niederösterreichischen Landeshauptcasse bereits erlegt. Das Curatorium der Stiftung dürste in 14 Tagen installirt werden. Die Regierung hat folgende Curatoren designirt: Eduard Ritter v. Gniewosz-Olexow, Ministerialrath i. P.; Dr. Heinrich R o z a, Ministerialrath im Ministerium des Innern; Professor Ch arkiewicz für das Unterrichts-Ministerium; Dr. Casimir Ritter v. E h l ed o v s k y, Sectionsrath im Ministerraths-Präsidium. Als Vertreter des Baron Hirsch wird Herr Dr. I o l y, Director des Bankvereins, in das Curatorium eintreten. Die übrigen Curatoren wurden bereits vor drei Jahren von Herrn Dr. I e l l i n e k Herrn Baron Hirsch vorgeschlagen und von demselben designirt. E. B. Wien. (Vermählung.) Am 8. d. M. feierte der Wiener Großhändler Herr Ignaz Mandl die Vermählung seiner Tochter Fräulein Mandl mit Herrn Fluß, Sohn des bekannten Großindustriellen Herrn I. Fluß in Freiberg, im engsten Familienkreise. Von der Sympathie, welche beide Patrizierfamilien besitzen, legte die große Betheiligung der besten Gesellschaftskreise das beste Zeugniß ab. Herr Sigmund Mandl, Bruder der Braut, spendete anläßlich dieser Familienfeier den Armen seiner Vaterstadt, israelitische Gemeinde Proßnitz, den Betrag von 100 Gulden. Wien, 8. Februar. In der gestern stattgehabten Generalversammlung des Kranken-Unterstützungsvereines „Liwias Chen" wurde der Antrag des Ausschusses; dem Herausgeber dieses Blattes Herrn Dr. Bloch für die dem Vereine von ihm zutheil gewordene Unterstützung, den besten Dank auszusprechen, angenommen. Mit der Leitung des Vereines wurden betraut die Herren : Dr. Adolf Herzfeld, Obmann; Nathan Königsberger. Obmann-Stellvertreter; Emil Jelinek, Schriftführer; Sigmund Hollitscher, Schriftführer-Stellvertreter; David Kolieb, Cassier: Ignaz Luchs, Controlor. Die Herren Salomon Blodek, Hugo L ö b l, Anton L o e w. Dr. Jacob S ch n ü r m a n n, Salomon Triger, David Wertheim, Ausschußmitglieder. Wieu-Keruals. Der Wohlthätigkeits- und Kranken Unterstützungsverein „Gemiles Chesed" veranstaltet am Sonntag den 12. Februar 1891 in den festlich decorirten Hernalser Brauhaus-Saallocalitüten ein Costume-Kränzchen dessen Reinertrag diesem Vereine zufällt. Das Kränzchen verspricht äußerst animirt zu werden. Die Ballmusik besorgt die k. und k. Regimentsmusik Freiherr v. Bauer Nr. 84 und im Gemächlichen spielt das beliebte Wiener Quartett „Die Bandmacher." Entree im Vorverkauf 70 kr., an der Casse 1 fl. Brostuitz. (Ehrung.") In der am 25. v. M. stattgefundenen Gemeindeausschuß-Sitzung der hiesigen Israelit engemeinde wurde dem Herrn Änanuel L ö w wegen seiner vielen Verdienste, die er sich durch eine Reihe von Jahren um Gemeinde und Schule erworben, das Ehrenbürgerrecht verliehen. Kepkitz, 3. Februar. (Ehrung.) Dem Herrn Sigmund Rindskopf, Chef der bekannten Teplitzer Spitzenfabrik, wurde von Sr. Majestät dem König Albrecht von Sachsen das Ritterkreuz des Albrechts-Ordens II. Classe verliehen. Kvetla» (Böhmen). Die hiesige Cultusgemeinde hat Jahrzehrte hindurch, in einem „Locale" ihren Gottesdienst abgehalten, welches nichts weniger als btc Benennung „Gotteshaus" verdien . Der religiöse Sinn, der selbst bei den Indifferentesten unter den Indifferenten nicht gänzlich geschwunden, brachte es endlich nach vielen Mühen und Kämpfen dahin, ein Gebäude anzukaufen, und dasselbe in ein schönes, würdiges .Gotteshaus nmzubauen. Besonderes Verdienst um das Zustandekommen dieses Baues gebührt Herrn Ludwig Müller. Sollte man es für möglich halten, daß von vielen unserer Gemeindemitclieder gegen diesen Bau Opposition erhoben wird? und doch ist dieses leider der Fall. Diese Herren erklären einfach: „Wir zahlen die uns auferlegte Cultussteuer nichtEin solches Vorgehen ist wieder ein drastischer Beweis, wie sehr dringend endlich die Durchführung der Regelung der indischen Rechtsverhältniffe wäre, denn der Vorstand steht solchen Willkürlichkeilen gegenüber nocb immer machtuud schutzlos. Budapest. (Der israelitische Handwerke r- und Ackerbau verein) hielt eine gut besuchte Ausschußsitzung ab. In derselben gedachte zunächst der Vorsitzende Vicepräsident Salomon Beer in warmen Worten des Ablebens des verdienstvollen Präsidenken Dr. Armin S ch ö nberg. Der Ausschuß beschloß, seiner Trauer um diesen Verlust im Protokolle Ausdruck zu geben und das Porträt des Verblichenen für den Sitzungssaal malen zu lassen. Es wurden sodann mehrere Spenden und Legate angemeldet, von welch' letzteren das des Pußtaberenyer Grundbesitzers Arnold Wodianer (5000 Gulden) hervorzuheben ist. Schließlich wurden die Gemeinden Abony, Steinbruch, Raab und Losoncz in die Reihe der gründenden Mitglieder des Vereines ausgenommen. Budapest. (Ein interessanter Vortrag.) Der Director der israelitischen Taubstummenanstalt, Leopold Grünberger, hielt unlängst im Landesverein für Hygiene eine Vorlesung über die Taubstummen, an deren Schluß er sechs taubstumme Kinder dem Auditorium vorführte. Anwesend waren u. a.: Ministerialrath Ludwig M a r k u s o v ß k y. die Universitätsprofessoren Josef F o d o r und Julius Böke, Sanitätsrath Julius Ol ah. Privatdocent Dr. AdolfO nodi, die Aerzte Dr. Steinberger, Dr. Heinrich Feldbaum, Dr. Julius F a r a g o, Dr. Sigmund Gerloczy, ferner einige Damen. Der Bor-

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