Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 2 (9.1.1891)
- Date
- 1891-01-09
- Page
- Seite 26 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 26 Hesterreichrfche Wochenschrift Nr. 2. 50 fl., 2 mit einem jährlichen Beitrag von je 20 fl., 7 mit einem jährlichen Beitrag von je l5 fl., 8 mit einem jährlichen Beitrag von je 12 fl, 63 mit einem jährlichen Beitrag von je 10 fl., 153 mit einem jährlichen Beitrag von je 6 fl.. Anläßlich der Wahl des Vereinsrabbiners hat sich der Vorstand durch 24 Experten aus dem Verein ergänzt, die Wahl erfolgte mit Stimmeneinhelligkeit und fiel auf Herrn Dr. Leopold W ei nsb erg. Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Adolf Schmied!, welcher die Rabbinatsagenden während der Vacanz versehen hatte, wurde depntativ in einer würdig ausgestatteten Adresse der Dank des Vereines übermittelt. (Lebhafter Beifalls Am Todestage Weiland des durchlauchtigsten Kronprinzen fand laut Beschluß der Generalversammlung eine Traueraudacht statt. Am 18. August, als am Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers, wurde unter zahlreicher Betheiligung der Mitglieder ein Festgottesdienst abgehalten. Im Vereinstempel haben 30 Trauungen, 26 Barmizwas, 27 Namengebungen stattgefunden. Erfreulich ist die steigende Ziffer der Spenden, welche einen Beweis bildet für die hohe Opferwilligkeit und Religiosität der Vereinsmitglieder. Die Einnahmen aus den Spenden im Laufe des letzten Jahres haben die Summe von 4731 Gulden ergeben. Der Redner dankt den edelherzigen Spendern im Namen des Vereines und erwähnt, daß eine langjährige Tempelbesucherin, Frau Lilly B i l l i n z e r, dem Vereine 200 Gulden testirte. Bezüglich der Betsitze spricht der Rechenschaftsbericht den Wunsch aus, die Mitglieder möchten rechtzeitiger als ' bis nun ihre Sitze übernehmen und für längere Jahre behalten; das wäre eine bedeutende Förderung des Vereines. Der Vicepräsident des Vereines Herr S. Eisenberger ist von Sr. Majestät dem Kaiser mit dem Titel eines k. k. Commercialrathes ausgezeichnet worden. Der Redner beglückwünscht den Bicepräsidenten zu dieser Auszeichuung im Namen des Vereines und den Verein zu der Auszeichnung seines Vicepräsidenten. Schließlich erwähnt der Redner, daß die Wiener israelitische Cultusgemeinde durch die Bildung von Groß- Wien in eine neue Periode ihres Daseins tritt mit neuen größeren Verpflichtungen und schließt: „Wir erachten uns als Glieder dieser großen Gemeinde, als treue Kinder, welche mit Liebe der Muttergemeinde anhängen; wir erwarten von ihr umsichtige Führung im Großen und in den Theilen, Förderung der Eintracht und des guten Einvernehmens und des Friedens innerhalb der Gemeinde." (Lebhafter Beifall.) Knndgebnng für den Abgeordnete« Dr. Bloch. Aus dem Protokolle des Rechenschaftsberichtes möge noch nachstehende Stelle Erwähnung finden: „Anläßlich der Debatte im Abgeordnetenhause des hohen Reichsrathes über die Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israelittschen Religionsgesellschaft hat der Abgeordnete Herr Dr. Jos. S. Bloch eine epochemachende Rede gehalten und so die hervorragenden Verdienste, die stch derselbe um das Judenthum erworben hat, in nicht genug anzuerkennender Weise vermehrt. Wir hielten es für unsere Pflicht, diesem unerschrockenen und gründlichen Vorkämpfer für des Judenthums Ehre, Ansehen und Würde unsere hochachtungsvolle Anerkennung, wenn auch nur als bescheidener Verein, zu zollen." „Wir haben daher in einer eigens zu diesem Zwecke abgehaltenen Plenarsitzung beschlossen, diese Anerkennung dem Herrn Reichsraths-Abgeordneten Dr. Bloch schriftlich bekanntzugeben und in unser Sitzungsprotokoll den Anlaß einzutragen. Indem wir Ihnen heute hievon Mittheilung machen, wollen wir nicht blos unser Vorgehen sauctionirt, sondern wir wollen auch seitens unserer Generalversammlung diesen Mann gebührend geachtet wissen und daran den Wunsch knüpfen, es möge ihm gegönnt sein, noch lange in voller Kraft an so maßgebendem Orte wirken 311 können. — Zum Zeichen unserer Verehrung erheben wir uns von unseren Sitzen." (Lebhafter Beifall, die Versammlung erhebt sich). Der Delegirte des Cultus-Vorstandes, Herr Salo Cohn, ergreift zum Rechenschaftsbericht das Wort und spricht seine Genugthnung aus über den blühenden Zustand des Vereines, seine geordneten Finanzen, seine allgemein bewunderte Cultus-Jnstitution. Dank dem genialen Künstler, welcher nicht blos den herrlichen Tempel erbaut hat, sondern auch mit allem Eifer rnrd Energie der Leitung der Vereins- Angelegenheiten sich widmet, war der Rechenschaftsbericht in der Lage für das abgelaufene Verwaltungsjahr Resultate zn constatiren, welche für alle, die an dieser Versannnlung theilnehmen, unvergeßlich sein werden. (Lebhafter Beifall). Redner schließt mit der Versicherung, in einer der ersten Sitzungen des Cultnsvorstandes, über die erfreulichen Fortschritte des Vereines Bericht zu erstatten. In Abwesenheit des. erkrankten Schriftführers Herrn Isidor Preis verliest Vereinsvorsteher Herr Friedrich P 0 l l a k den Rechnungsabschluß und die Bilanz für 1890 und hebt hervor die bedeutsamen Abschreibungen am Realitäten-Conto und vom kunäus instrnetus. Das Cassen-Saldv schließt mit fl. 10687 83. An Stelle des Revisors Herrn Moriz Knepler verliest Herr M. Politzer den Bericht der Revisoren, woraus dem Vorstand einstimmig das Absolutorinm ertheilt wurde. Nachdem in Erledigung des fünften Punktes der Tagesordnung der bisherige Beitrag der Vereinsmilglieder von fl. 6.— auch für das neue Vereinsjahr beibehalten worden, übernimmt den Vorsitz Herr Friedrich P 0 l l a k (Schmalzhofqasse) und ertheilt das Wort dem zum Austritt gelangenden Vorstandsmitglied Herrn C 0 m m e r e i a l r a t h E i s e n b e r g. In seinen Ausführungen bemerkt der Redner, daß er an der Wiege des Vereines gestanden, dem er seit 1859 mit Herz und Seele angehört, er freut sich, daß in der Vereinsverwaltung stets Eintracht und Friede herrscht. Wenn er auf die Anfänge des Vereines zurückblickt, die so winzig waren, die ersten mühsamen Schritte sich in Erinnerung zurückruft, die zahllosen Hindernisse, welche der Verein in den ersten Jahren zu bewältigen hatte, dann darf sich jedes Vereins- Mitglied zu den gemeinsamen Erfolgen gratuliren. Redner schließt: „wenn die geehrten Vereinsmitglieder mich des Vertrauens, mit dem sie mich 31 Jahre lang ausgezeichnet haben, auch fernerhin würdig erachten, so will ich wie bisher meine Thätigkeit dem Vereine widmen. Ich bin der alte geblieben." (Lebhafter Beifall.) Der Vorsitzende Herr Friedrich P 0 l l a k ertheilt nunmehr das Wort dem Herrn Architekten Max Fleischer, welcher zunächst nicht im eigenen Namen, sondern im Namen des erkrankten langjährigen Schriftführers Herrn Isidor Preis, einige Worte an die Generalversammlung richtet. Herr Isidor Preis genießt nicht blos hohes Ansehen vermöge seiner ausgezeichneten Kenntnisse und seines biederen Charakters, welcher in diesem nicht gerade durch Judenfreundlichkeit ausgezeichneten Bezirk die Achtung und das Vertrauen aller Kreise, auch der christlichen Bevölkerung, erworben, er hängt auch an diesem Vereine mit Leib und Seele; gefesselt an's Krankenlager, geplagt von Schmerzen, weilen seine Gedanken bei dem Vereine und die Interessen desselben bilden seine Sorge. Redner verliest ein Schreiben des Herrn Preis, aus welchem wir nachstehende Stelle wörtlich wiedergeben: „Aus dem Jahresbericht des Tempelvereines werden Sie, Dank der rühmenden Operwilligkeit unserer Mitglieder sowie der