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Berliner Vereinsbote · 1896-11-13 · Heft 46 (13.11.1896) · page 3

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 46 (13.11.1896)
Date
1896-11-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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% % % % '% U, % Vereinigung jüd. Frauen u. Mädchen W ״Juda’s Töchter“! Vorsitzende: Frau Behrend, FrI. Tonn. Montag, den 96. November er. abends 81/2 Uhr im Münchener Hof. ♦ Spandauerstrasse 119 .18־ Versammlung: Vortrag des Fräulein Rosa Tonn. ״Jttdlsolie Saxsn" % II. Cyclus. ♦ Geschäftliches. Geselligkeit. י ן A Damen sind als Gäste willkommen. Der Vor■ tand. N Verein für Arbeitsnachweis. gegründet von den Berliner B’ne Brith Logen. Kloster-Strasse 44. Femsofechat• 5, 3366. Geschäftsstunden 9 I und 3 6. Wir empfehlen Kaufleute aller Branchen, -Handwerker, Arbeiter, Hausdiener, Cassenboten mit Caution, und weibliches Personal aller Berufe. Der Vorstand. Vereins-Schau. Am 9. 'November hielt. Herr Redakteur Flanier־im Verein ״Juda’s Töchter“, alte Vereinigung, einen Vortrag über: ״Das Erziehungswesen■ bei den alten Hebräern״. Der Vorfrag verschaffte dein zahlreich erschieneneü, aufmerksamen .Auditorium* »einen vortrefflichen Einblick, welch’ mächtige Ciiltur-Aufgabe das Volk Israel vor allen lebenden Völkern mit. seiner Methode der Jugenderziehung gelöst hat. Die Erziehung war eine theokratische. So wie die Kinder in allen Tugenden unterwiesen und zu ihrer Bethäfrgtmg gewöhnt wurden, sind ihnen auch viele Zweige allgemeinen ^Wissens eröffnet worden. An der Hand zah}- reicher Ci täte wies der Redner nach, dass nicht nur in fast Men Unterrichtsfächern der heutigen Schule ,unterrichtet wurde, sondern dass pich inbezug auf die Methode Prin« zipien zur Anwendung kamen, die heute als{ ein besonderer Vorzug der modernen Erziehung angesehenwerden, so z. B. das Prinzip der Anschaulichkeit, der Wiederholung, der Berücksichtigung der Individualität u. a. m. Viele Beispiele aus der heiligen Schrift beweisen, dass die Sittenlehre eine ganz besondere Pflege erfuhr, was die Israeliten zu dem ersten aller Gulturyölkern ■stempelt, und dass die Sittenlehre aller Nationen def jüdischen entkeimt ist. Lang anhaltender Beifall lohnte Iden Redner, der mit seinem Vortrag ein Beispiel gegeben hat, in-welcher Weise die Kenntnis der heiligen Schrift unter unseren Glaubens־ genossinnen zu verbreiten ist. / S. Die Vereinigung jüd. Frauen und Mädchen ״Judas Töchter“, Vorsitzende Frau Behrendt und Frl/^Tonn, veranstaltete am Sonntag, 8. November im Hotel Münchener Hof, Spandauerstr. 11/18 einen Gesellschaftsabend, der recht nett airrangiert war und Zeugnis für die Sympathien weiter Kreise für den Verein ablegte, dessen gesellige Veranstaltungen stets zahlreich besucht sind. Ausser zwei Einaktern, <lie sehr flott gespielt wurden, wurde den Gästen ein durch Musikvorträge und Deklamationen recht Wechselreiches Programm geboten, und auch die Veranstaltung einer Verloosung trug viel dazu bei, bei den Teilnehmern diejenige Stimmung herbeizuführen, die notwendig ist. um im Sinne des Wortes gesellig und gemütlich beisammen zu sein. Wir verliessen um 8 Uhr früh die gastliche Stätte, und immer noch drehten sich die nicht ermüdenden Paare im Tanze. Herrn\ Rudolf Hartmann gebührt aufrichtiger Dank für die unermüdliche Förderung und Unter- Stützung, die er diesem Vereine angedeihen lässt, und der auch diesen Abend wieder zu einem alle Teile zufriedenstellenden arrangiert hatte! W. Am 10 ds. hielt im ״verein für jüdische Geschichte und LitteratUF Herr Rabbiner DK Stier einen Vortrag über ״die Ehre; in der Bibel״. Der! Vortrag, ein Zeugnis ernster Forschung und tiefen Wissens, fand dein ungeteilten Beifall der zahlreichen Zuhörer. Redner erging sich über die historische Entwickelung des Ehrbegriffs und kennzeichnete in klarer und allgemein verständlicher Weise die verschiedenartige Auffassung des Begriffs ״Ehre״ zu den verschiedenen Zeiten.׳ Am'Schlüsse legte der Redner1 energisch Protest ein gegen die heutzutage in^ gewissen Kreisen vertretene Auffassung von ״Ehre׳,׳״deren Wahrung und Rettung nur durch Mord! und Totschlag möglich ist. So erhaben auch die Auffassung von Ehre in der heiligen. Schrift ist. so will sie deren Verteidigung doch nicht auf dem heute •beliebten Wege gefüllrt wissen. •Das Judentum verabscheuet den Zweikampf* zu diesem Zwecke. Wir müssen es uns leider versagen, auf die Einzelheiten dieses hochbedeutsamen ־Vortrages ■einzugehen. Hoffentlich Wird ״die Ehre in der Bibel״ recht bald in. .Jhichfdrin erscheinen und sonnt den weitesten Kreisen zugänglich sein. F. Vereinigung Monbijou. Am 21. Oktober hielt Herr Philipp A.. Maries einen Vortrag über: ״Gerhard' Hauptmann's Werke״\ Der Redner vertiefte sich ■mit viel Verständnis in die Dichtungen Hauptmann's. Die hochinteressante Arbeit des Wort ragenden wurde mit ausserordentlichem Beifäll aufgenommen. lieber Tagesfragen auf religiösem Gebiet: Fall Sedlazek, "Judentaufen etc. schloss sich hierauf eine anregende Diskussion an, an welcher sich auch Gäste beteiligten. Am I. November sprach Herr Eduard Ma n es senior über: ״Der Molochdienst״. Festpredigt des Herrn Rahb. . Di׳.׳ Vogel st ein —-' Fortsetzung der A'oreinssehau vorletzte Seite. כשר LoBis Becker כשר!•Inieiifltr. 71 Fleisch- und Wurstwaaren AMnur Prima-Qualität Unter Aufsicht des Kabbinats der Adass-Jisroel-Gemeinde. Referenz Sr. Ehrw. Dr. J. Jliidesheimer. —- Gleichzeitig^offerire: prima Od^pbpüehep Fettgänse zu soliden' Preisen. Nur beste Waare. 2 Mal täglich freie ZusendungsämtlicherFleischwaaren. Filiale Alexanderstr. 42. Preislisten gratis und franco. Telephon HI, 727. 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