Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1896)
- Date
- 1896-11-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Volkes beglaubigt hat, man^ wird erkennen, dass diese allerdings durchdrungen sind von dem Bewusstsein des höchsten Vorzuges, der ihrem Volke zu teil geworden, aber in keiner Weise ist dieses Selbstbewusstsein mit einer Art von Selbstbospiegelung verbunden, im Gegenteil, die Umgebungen jenes israelitischen Selbstbewusstseins sind strenge Selbstentsagung, aufrichtige Demut, grösste Leidens- Willigkeit und Leidensfiihigkeit, höchste Anspannung aller Kräfte des Leibes und der Seele, so dass jeder sagen muss, in diesen Umgebungen der thatsächlichen Wirklichkeit spiegelt .sich die Wahrheit jenes Selbstbewusstseins ab. Es ist unglaublich, wie dreist auch in aufgeklärten Zeiten eine Generation der andern etwas vorlügen kann, wenn es nur den herrschenden Vorurteilen schmeichelt. Wer wirklich in die alttestanieiitlichen Bücher hineinblickt, wird sich bald überzeugen, dass sich eine grössere Strenge, als Gott gegen sein eigenes Volk äusübt, gar nicht denken lässt. rSiehe,“ unter seinen'Knechten ist keiner ohne Tadel,, und an seinem Boden ■findet er Thorfieit״ (s. Hiob 4, 18); wenn Eliphas. so von den himmlischen Geistern Gottes redet, so ist kein Wunder, dass alle Blätter der alttestamentliehen, G (1schichte zeigen, wie Gott diejenigen am meisten züchtigt, welche er am meisten liebt. Wenn man sehen will, wie das eigene Volk nirgends geschont wird, wie die Besten, und Höchsten des Volkes ohne jegliches Ansehen der Person godeinütigeh werden, Wie unbefangen und neicllos, was unter andern Völkern gut und löblich ist, aner- ״kanut wird, so muss man in die israelitische Litteratur des alten Testaments h ine inschauen, und dass ich oben bemerkte, der .Stil der alttestamentliehen Erzählung könne nur als Abdruck der geschichtlichen Wirklichkeit begriffen werden. ist einem guten Teile ,nach: in dieser dmvergleichliehen Strenge begründet. Solche-•unbegreifliche..Vorurteile, wie die eben erwähnten, könnten überall gar nicht entstehen und zum wenigsten sich nicht festwurzeln, wenn nicht die alttestam entliehe Geschichte und Litteratur vorzugsweise einen religiösen Charakter hätte und damit dem Schickgal׳ unterwarfen itzt, welches das Religiös^ überall zu bestehen hat. Weil nämlich das Wahre und Wesentliche in der Religion selten begriffen und verstanden wird, 80 wird das Religiöse viel leichter, als irgend eine andere Lebenserscheinung, mit seiden Trugbildern und Ausartungen verwechselt. Das Religiöse ist in dem Volke Israel und .seiner Geschichte der allbestimmende Grundfaktor und eben deswegen bleiben die übrigen Leistungen dieses Volkes auf dem allgemeinen und geschichtlichen Gebiete untergeordnet und gering. Aber auch diesen Umstand versteht man ganz . falsch, wenn man meint, die israelitische Religion habe einen weltverachtenden Charakter und die Gottheit Israels setze die Welt zu einem verschwindenden und gehaltlosen Moment herab. Nur wenn man oberflächlicher Weise einzelne Aeusserüngen des alten Testaments aus ihrem Zusammenhänge reisst, kann man auf eine solche Vor- Stellung geraten.1 Halt man sich aber an den Zusammenhang der aHtestam entliehen Aussägen, so ist Himmel und Erde von Gott geschaffen und auf der Erde der Mensch dazu gesetzt, die in der Schöpfung von Himmel pnd Erde gesetzte göttliche Bestimmung/durch freie Selbstbejyegung und Selbstthätigkeit zü verwirklichen. Von diesem Ge- *sichtspunkte aus ist allerdings zunächst Himmel, Erde und Menschheit abhängig, insofern beschränkt und endlich, sodann aber durch Gottes Wort geschaffen und von seinem Geiste belebt, und insofern auch Gott gegenüber wesenhaft bleibend und ewig. Jüdisch« Gemeinde. Gottesdienst. $ rritag, vt ווו fcer.i. allen Synagogen abda. 4 2/י Uhr.• Sonnadend»den14. Povemver in der alten Synagoge morg. Sl/2 Uhr, in den. übrigen Sfnagogen morgens 9 Uhr. Predigten Vorm, 31/, Uhr: Alte Svn Herr Hab. Dir. Stier. Vorm* 10 Uhr: Undenstr.-Syn. Herr Rab. Dr.׳ May bäum * ' Nachm. 8'4 Uhr Alte Synagoge Herr Rab.-Camfid. Dr. Neumark. Irtgendgottevdienst NachmitZl 4 Uhr Neue Sy nag. Herr Hab. Dr. Weisse. Adendgottesdienst 1 Uhr 5S Min Gottesdienst an den Wochentagen morgens: Alte u.Kaiser- .str .-Synagoge 7 Uh1% Neue und Lindenst.r.-Syn.Tb'oUhr, abends in allen Syn. 4 Ühr. Israelitische Synagogen.-Gemeinde Adass Jispoel. Gottesdienst in der Synagoge Gipsstrasse 12a. Freitag, den Hi Nov. Ab. 4,-יי Uhr. San nab. d. 14. Nov., Morg. 8 Uhr, Jtigandgottesdienst 8 Uhr. An den Wochentagen: Morg. &/4 Uhr, Abends 4 Uhr, Sonnabend, 21. November COKCEHT des Cantor!* Moses Hai per!) unter gütiger Mitwirkung hervorragender Künstler. Nach dem Concorfc Kränzchen u. Kaffee pause mit h uüior.. Kü 1! 8tlervorträgen in Elbertin’s Club-Haus, Lands bergerstr.fiO. Anfang 8l|3 Uhr. B’tUets/k 1 M. bei L.udw. Riess, Stralauerstr. 88. Als approbirter, praktisch tüchtiger '־■׳ ..מזה? .׳ empfiehlt sich A. M. Roaeuthai, Gunter, Rosenstr/11. Israel. Frauen-Unterstützungs>Verein Berlin. Vorlesungen 1896 im grossen Saale des Hotels Imperial, Unter den Linden 44 \ präcise 8 Uhr. Montag, <1. 16. November. Herr Fritze Mauthner, Herr Emanuel Reicher. Eintrittskarten für den *ganzen Cyclus ä 3^00, M. für jeden Einzelvortrag a 1,00 Mk. in den Buchhandlungen: M. Neufeld Nachf.. Potsdamerstr. 31, Trautwein'sche Buchhandlung, Leipzigerstr. 8, Central-Ruchhandlung, Central-Hötel, Fried rieh str. 148, Siege) & Schimmel, König- . sfcrasse 41. - Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Freitag, 13. November Zum ersten Male: ,.Vor Sonnenaufgang“ von Gerhard״ Hauptmann zum Besten der Kindervolksküchen. Bidets a 1 Mk Faule ul, Loge Mk. 1,25 sind im Bureau der Kindervolksküehen, Gorrmmnstr. 3, zu haben. Teleph.-Amt HI. 1173. Vereinigung Monbijou Nächste Sitzung Dienstag, den 17. November 1896 in Cassel’s Hötel, Burgstr. 16. Vortrag des Herrn Wilhelm Loewy. Tliema Vorbehalten. *T״ Anfang pr. 9 ühr. ' Gäste (Herren) willkommen. ־ / / ■ Der Vorstand. Zur Chanukahbeschenkuna! ( Vereinen und Frivaten bestens empfohlep: ^^*Israelitische Jugendbibliothek4 begründet von E. Fl&nter. / I Bd. Der Talisman o ' jr Zwei Grabschriften. Erzählung von Mor. Scherbai. Eleg. geh, 65 Pfg. / II. Bd. ״Horeb.4‘ Dichtungen für Schule0 ״und Haufc von Gusta Jacobsohn. Eleg, gba. 1 Mk. ' Bei direktem Bezug mehrerer Expl. wird hoher Rabatt bewilligt. Meetag des ,,Lsraetilischell Jugendfreund", Christinenstr. 36. Juda’s Töchter, Vereinigung jüdischer Frauen und Mädchen / alter Verein gegründet 1895. Dienstag, den 17. November, Abends 872 Uhr. in unserem Vereinslocale (Königssäle) Neue Königstrasse 26 Gäste (Damen) lierzHch willkommen. Dev U0r?st0ttd. Frau Sachs. Litterarisch - gesellige Vereinigung. Regelmässige Sitzungen Donnerstags, Karlstr. 32. Sonnabend, 21. Novbr., abends 9 Uhr im grossen Saale von Cassels Hotel. / Burgstrasse 16: I. Vortrag des Herrn Rabbiner /Höxter: ״Das jüdische Weib im Talmud.“ ־•:..« 11 Gesellschafts-Abend. Kerein selbst. Handwerber jüd. Glaubens. Nächste Sitzung: vionstag, den 17. Nov. pr. 8 Ubiim Hotel Münchener Hof, Spandauerstr. 11/13. fortrag des Herrn Rechts-Anwalt Münzer. Damen und Herren haben Zutritt. Um das Erscheinen aller Mtglieder bittet dringend Der Vorstand. Meine Wohnung befindet sich Weinbergsweg 8 11. Simon Dubowsky, Cantor I. der Synagogen-Gemeinde (Adass Jitzrpeij uM!*118