Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1896)
- Date
- 1896-10-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Vereinigung Monbijou. Mittwoch, den 28. Oktober 1896 in Cassel’s Hotel, Burgstr. 16. Geselliger HerrenAbend präcise 9 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen. Der Vorstand. Verein für Jüdische Geschichte nnd Litteratnr. Dienstag27 ,׳. Oktober 1896, präcise 8 Uhr Diskussions-Abend im Architektenhaus, Wilhelmstrasse 32 Herr Or. Hirsch Hildesheimer über ״Griechische und römische Schriftsteller über Juden und Judenthum. Gäste sind willkommen. Der Vorstand. Verein für Arbeitsnachweis. Kloster-Strasse 44. Fernsprecher 5, 3366. Geschäftsstunden 9 1 und 3 6 Arbeiter, Handwerker, Lehrlinge und Kaufleute, männlichen und weiblichen Geschlechts, erhalten durch unseren Verein kostenlose Vermittelung. Der Vorstand. Vereins-Schau. Der Synagogcm-Verein ״Ahawas SCholaum“ hat Herrn Dr. Sali Stein zmn Rabbiner und Prediger gewählt. Seine Antritts predigt am letzten Sabbath machte einen tiefen Eindruck nuf die Synagogenbesucher. Herr Dr. Stein hat auch die Leitung der Religionsschule übernommen. » Am 20. <1. M. hielt der Verein für M. Geschichte und Lltteratur seinen ersten Vortragsabend ab. - Herr Dr. Agiler sprach über: ,,Vor achthundert ■Jahren“. In seiner Einleitung gab der Redner zunächst einen kurzen ges'chichtlichen Heberblick über die Lage der deutschen Juden vom 4, bis 11." Jahrhundert und schilderte dann mit ergreifenden Worten das■ furchtbare Elend, das die zuchtlosen Banden, die dem wo.hldiscipbmerten Kreuzzugs־ beer vorauf zogen,' über die blühenden Gemeinden am Rhein und an der Donau brachten. In anschaulicher Lebendigkeif führte Herr Dr. Adler uns vor allem das schreckliche Wüten des ״Grössten der Bedränger״, des Grafen Emicho von Leiinngen" vor, der innerhalb 3 Tagen die jüdische Gemeinde von Mainz völlig vernichtete, . mehr als eintausend Personen —, und dem auch die Gräuelthaten, die sich bald darauf rheinabwärts abspielten, zun Last zu legen sind. Von besonderem Interesse für die ־Zuhörer waren die Darlegungen des Redners über die gänzliche. Veränderung» der Wirtschaft}jehen und politischen Lage, die die Kreuzzüge den deutschen ■Juden gebracht halten. Die zahlreichen aufmerksamen Zuhörer spendeten dem Redner vielen wohlverdienten Beifall. In dem grossen Saale der Resource, Oranienburgei־- strasse 18, veranstaltete am 17. ds. M. der Verein 861״k Jacob“ zum Bestell seiner Religionsschule ein Kränzchen, bei welchem Herr Georg Wolff durch seinen Humor, Herr Böhm durch sein Viel in spiel und Erl. Hirschberg durch einen deklamatorischen Vortrag den Festteilnehmorn einen genussreichen Abend bereiteten. Cigarren und Cigaretten, Ratich-, Kauu. Schnupftabacke empfiehlt. Otto Tuloailudd, KurzcHtrassi*. 18. Costüme jeden Genres werden nach neuester Fayon .billigst •angefertigt. # Heym&nn, Grenadierst!•. 2. - Musik. ■ | Anerkannt ist, dass Capellmeister Max Schmerl | die schneidigste Hochzeits- ,und Ballmusik stellt. Fehrbellinerstr 18, I. | Unterrichts-Anstalt für Kinder und Erwachsene in allen Musik fächern. Die Vereinigung ״Juda’s Töchter“, gegründet 1895, voranstaltete am 20. Oktober zu Ehren ihres Mitgliedes Frl. Regina Müller, welche sich in den nächsten Tagen vorheiratet, eine Abschiedsfeier, die Zeugnis von der grossen Liebe ablegte, welcher sich Frl. Müller unter ihren (Job legmnen zu erfreuen hatte. De! ״Israelitische Fortbildungs-Verein Montefiore“ begeht -am 31. Oktober er. die Feier der zwölften Wiederkehr seines Stiftungstages. ׳ Am . hundertjährigen . Geburtstage ״Sir Mo.se Montefioro’s״ wurde dieser Verein von jungen Leuten ins Leben gerufen, um der herangewachsenen jüd. Jugend Gelegenheit zu geben, ihre Erholungsstunden im Kreise der Altersgenossen ״lernend״ zu verbringen. Die Pflege des jüdischen Wissens mit der des jüdischen Lebens gehen hier Hand in Hand und erinnern wir nur an die von dem Verein in der Nacht zum Wochenfeste veranstaltete gottesdienstliche Feier, an den zu den hoher! Festtagen abgehaltenen Gottesdienst und die jüngste Feier des Tages der GesetzesfVeude. Auch die der ■Geselligkeit gewidmeten Veranstaltungen haben stets den Charakter einer vornehmen, jüdischen Festlichkeit.■ Und so ist auch vorauszusehen, .dass diese Feier des XII Stiftungsfestes, zu welcher, wie wir erfahren, ״Esther״ von Racine zur Aufführung gelangt, den Teilnehmern einen genussreichen Abend bieten wird. Wie aus heutigem Inserat ersichtlich, sind Eintrittskarten bei Herrn S. Struck erhältlich: wir können einem Jeden empfehlen, die Gelegenheit nicht zu versäumen, sich an dieser schönen Festlichkeit zu beteiligen. Wir aber wünschen diesem Vereine zu seinem XII. Ge- ׳burtstage, dass er auch weiterhin im Sinne seiner Be- Strebungen zmn Segen des Judentums wirken möge, dass er mithelfe an der Erziehung der kommenden Generationell zu Männern, die unserem Volke zum Stolze gereichen. Auf den vorn Verein ״Beth Zion“ am 25. ds. M. zum Besten der Vereinskasse statt find enden Gesel lschaft sahen d sei hiermit empfehlend hingewiesen. (S. Inserat.) Der dritte Jahrgang der Mitteilungen aus dem ״Verbände der Vereine für jüd. Geschichte und Litteratur in Deutschland“ ist vor kurzem erschienen, bb Vereine gehören dem Verhantle an, und in allen Vereinen pulsiert kräftiges Lehen und Streben. Wenngleich fast überall die Mitgliederzahl im Wachstum begriffen ist, darf und kann man mit den bisherigen Erfolgen doch nicht zufrieden sein. Die Mitteilungen geben dem Wunsch ׳• Ausdruck, dass die vielgepriesene jüdische Einigkeit nicht l)lns in der ■Phantasie unserer Feinde existieren, sondern sich als wirklich vorbanden erweisen möge. Diesem Wunsche schliessen wir uns von Herzen an. Rxcelsiorlicht brennt überall! Compl. GasgiiiMichtj Apparate ML. 2.25 I ab Ersatz-Glith- {Fabrik. Körper 1 0,75 ״ Montiren 25 Pf. extra. Excelsior - Gasglühlicht Compagnie, Albert Goetschke & C° Berlin, Miinzstr. 20. Fernspr. VH, 5130. 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