Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 42 (16.10.1896)
- Date
- 1896-10-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Sohr geehrter Herr Ee<h1kleur! hi* am Schluss«' «los Aufsatzes:. .,Ein׳.• . jiblBclui höhere M{kiel!enscliulc* fit!־ Bei־]in W.u fjire.s gesehälztcm ],Mattes an die Leser erlassene Aufforderung. sieh über jenes■ Projekt zu äussern, dürfte die folgenden Ans«׳inan- 'j derset,zungeii wohl rechtfertigen.!eh hin überzeugt, dass, weite Kreise unter unseren, im ■Westen Berlins wohnenden Blaubeusgenosscn dem \ erfasse!־ jenes Aufsatzes aus voller Seele zustimmen j werden. Es ist heute in der Thal für diejenigen, welche j aus hier nicht näher yA\ ,erörternden Bründen eine!'rij >׳ul-c!ude für 1Ji*1 weibliche Jugend besser als eine öffentj 11 ela־ halten, oft sehr schwer. ihre Kinder in einer j hassenden Lehranstalt unterziibringen. Was <1*011 die i Leiterinnen höherer dh'»< j,te> sehnlen in Folge dessen,! die>«*n Notstand der״ jüdischen Idevölkemng benutzend. g«־gen j üd is< f h ' Mädel len und ihre Eltern erlauben, überj st>-1gt schon längst das.Muss <h־s Erlrägliehen! Ferner j ¬¬י! Missachtung der eigenen Religion leider nirgend׳ so* j v«־1־breifot, wie bei den jüdischen höheren Focht ein des; Ti.agartens und der angrenzenden Strassen. Dies ist i auch insofern nicht wunderbar, als oft selbst Töehter 1 e-ier Enkelinnen ,sehr religiöser Personen .vom Judentume; ne io mehr wissen.. als was sk ans den Witzen der I ..F!!*׳g*-ndeu Blätter“ oder zufällig in ihreHand gelang- : ten'. antisemitischen SeJnnutzziu’tnngen erfuhren haben: ■! viele von ihnen sind thörieht geling, die Religion. für wel< he nicht' wenige ihrer Vorfahren willig ihr Leben; hingegeben, nac h jenen Machwerken zn beurteilen. Diese j Damen kennen auch die Besinnungen unserer Mitbürger j meist so wenig, dass sie durch Bhiubonswechsel den Zurücksetzungen zu .entgehen wähnen, welche uns in folge der Verleumdungen lügnerischer Hetzer treffen. Daher heute so viele gesinnungslosen Hebert ritt e jüd. Mädchen und Frauen. Auch beweist sieh hier die Wahrheit; des Spruches: Wer die Finnen hat. hat die Zukunft! Bei uns wird noch mehr als bei unsorij christlichen Mitbürgern in Folge der hohen Achtung, in der seit Alters die Frau mit liecht bei den Juden steht, die Kindererziehmig überwiegend nach «len"Wünschen der Mutter bestimmt. Dem Einflüsse religiös indifferenter Ehefrauen ist es zuznschreiben, wenn jetzt so viele' jüdische Väter .ihn* Kinder der Kirche übergeben.־ Selbstverständlich wird die (luu'akterbildung dieser Kinder durch die Vorschieden heit dessen, was sie bei ihren Eltern sehen und von ihren: Predigern hören, aufs empfindlichste leiden. Allen diesen Missständen kann nur durch bessere Erziehung uml religiöse Unterweisung der jüd. Mädchen ein Ende bereitet werden. Endlich kommt bei dein in Rede stehenden Projekte auch noch unsere Pflicht in Betracht, für diejenigen jüdischen Lehrer und Lehrerinnen mich ■Möglichkeit־■ .zu sorgen, welche nicht wie die Mehrzahl aus rein materiellen Brüihlen ihren (Hauben wechsein: sie linden .diente meist, nur schlechte, zum teil .auch gar keine Anstellungen. Dieser vom Verfasser jenes Aufsatzes nieht in's Auge gefasste!1instand ist .auch zu ■Bimsten seines Ratschlages in Betracht zu ziehen. Das einzige, was gegen die Errichtung .einer jüdi- Mp'ien höheren Mädchenschule sprechen könnte, wäre eine dadurch hervorgeriifetm Vermehrung der Verschieden- Gottesdienst. j Freitag, Pen 11» Oktober iuallen j Syn;1g<»gen abds. 51 i*hr.! Honnavend, den 17. Girtoder in! d<1׳- allen Sv.nagoge morg. S! . J I hr. in den >il>! ig׳׳u Syimgoj gm morgens 'י Pur.! Predigt V״n!>. io 1'!!,־: Lindenstr.-! Sy na-־. Ho•!־ Kal!. Dr. Rosenzweig. Zlugendgottevdienst NX!!mit. 1! dir Neue S \ n.ig. H*rr!ölt) Dr. Stier. ן Avendgottesdrenft 5 rin 17 Min! Gottesdienst ■an den ■Wochen• | tagen .Mir־ n. Kaiscjstr.-Syn. 1110r01״n I Uhr und U״ ■mD 5 (dir. Neue und lundmMr.-Syn. inot’g* m 7! , {dir und .׳!!-,<!<׳i> 1' ,'!du. Sitzung der Repräsentanten-Versammlung Sonntag, den 18. Oktober, Vorm. 11 Uhr, im Sitzungssaal*“ (*rauieuburg«*rs! r, 0«‘׳ II. israelitische Synagogen.-Gemeinde AdassJisroel. (aotte^diensi in 5er .Synagoge Gipsstrasse 12a. Freitag, den Id. f >kf. Ab. Uhr, Sunnal». d.17 ־. Ukt.. M« cg. 8 tdir, .lugondg»»t:tesdic11"t, .3 Uhr. \n *len \V<»chentagen: Murg. Ut, Uhr. Abend- 5 Uhr. Vereinigung jüdischer Frauen und Mädchen Juda’s Töchter Vorsitzende Frau ■Behrendt. ׳ . uml Fr!. Tonn. ן Dienstag, den 20 Oktober. i Abends Sl . Uhr, int Hotel Münchener Hof. : Spandauerstr. 1113! Lese - Abend ״Nathan der Weiset־ | ' (iesciiaüliebes. Gfselligkeil. j I tonen sind als (0,-1 e will- ' kommen." j Her Vorstand* ♦ ♦ Humanitäts-Verein ״Gewul tauwa ♦ ♦ Zu (•un>t(*n der Gustav-Michaelis-Stiftung tiielet *m Donnerstag, 29. Oktober ♦ im Alexanderplatz-Theater eine ♦ ♦ Aufführung >>>-,׳ Lessing’schen Dichtung ♦ ♦ ״Nathan der Weise44 ♦ zu ermässigten Fnds**n mit anerkannt guten Kräften, statt. Preise der Plätze: < Ncl!e-1er-E.׳g*- 8 Mk. — Panjuet-I.oge ♦ 2.50 Mk. — Parterre-1 mge•2 Mk. ()rchest.m־-Sitxpi. 1,50 Mk. ♦ Fauteuil A. 1.25 Mk. Fauteuil B. 1 Mk. — Pan^uet 0.75 Mk. Parterre 0.00 Mk. Mi!(*!-Parten־.‘ I 0,50 Mk. ♦ M.ittel-Parterr»*■ 11 O.dO Mk. — Sei?*1!־-ParJerre 0,40 Mk. — ♦ Numerirt*•!״ Platz. 0,30 Mk. ■ \ i13mי־ר >iu*l!»׳,im unterxuichneton \’or>i!x**n*l< n u. >amtml!cl>*‘U ♦ B1u־st;sndsmitgli*־d*11־!־ x. 11:0). Gustav Michaelis, Vint.-r tehlstr. 34. ♦ p Juda’ß Töchter V Alte Vereinigung, gegründet 1895. /, Dienstag, den 20. Oktober, Geselliger Abend in unserem Ven inslocal, Neue Königstrasse 26 (Königssäle). Abschiedsfeier für Fräulein Regina Müller. Gäste Damen, mit Ausnahme *lerer, die aus unserem Verein ausgei reit-n) sind herzlich willkommen. Der Vorstand. Frau M. Sachs Talmud-Verein חבלה* $£<׳ Der Knabenunterricht in Mischna mm Talmud unter. Leitung des Rabb. Ib-rrn L. Ib׳xn־r wird in den Räumen der Mädchenschule der jüdischen Gemeinde lleidereutergasse 5. an jedem Montag und Donnerstag von 1—b I n! Nachm, unentgeltlich erteilt. Anmeldungen bei Herrn L’abhiner L. Höxter, Gipsstr. 28b. Die Unterrichts-Commission des Talmud-Vereins. W. Goldschmidt. M. J. Schrägen beim. A. Prager. Vereinigung Monbijou. Nächste Sitzung: Mittwoch, den 21. Oktbr. 1896, abends 9 Uhr, in CasseFs Hotel, Bürgstr. 1b. Vortrag des Herrn Ph. A. Manes: ״Gerhard Hauptmann und seine Werke‘*. Um das Erscheinen aller akiven Mitglieder wird dringend g.-b. len. Gäste ( Herren) haben Zutritt. Der Vorstand. Religdonsschule der Israel. Synagogen-Gemeinde Adass Jisroel. | Anmeldungen für die!1 Knallenj u. 0 Mädcbenklassen. sowie *len j Barrnitzwah-Cm ms werden ,׳ntg* | gengenommen: täglich •'S 0 und! 31. von Herrn Meier Hildesheii mer Gipsstr. 12a, im Bureau der | Gemeinde, Gipsstr. 22!10—12!, | sowie am Sonntag {8—U u. Mittwoch 12 — 5! im Schullokale, Gipsstr. 28a. Beginn des ׳'Wimerhall)־ iahres: Sonntag, 4. Oktober. Direktor Dr. J. Hildesmeimer. IsraelitisclierFortbilduDgsyerein Montefiore. Dienstag, den 20. Oktober abends 0 Uhr präc. CasseFs Hotel, Bnrgstrasse IG Vortrag des Herrn Dr. Heinrich Löwe über «las Thema: Das dreizehnte Jahrhundort und die Juden. Gäste sind willkommen. Jüd. Lesehalle und Volksbibliothek. Münchener Hof Spandauerstr. 11-13 für jedermann geöffnet: Wochentags 1 4. Sonnabend 2—5. Sonntag 10—2. Rabb. Dr. Kroner Berlin W״ Passauerstr 11 nahe dem Bahnli. Zoolog. Garten, nimmt Schüler bei sich auf und fördert erfolgreich deren allseitige Entwickelung. Auskunft, hei hedeutenden Schulmännern und Elfern früherer Pensionäre. Kinderwagen grossartige Auswahl, billigst, viele Anerkennungen. Mustert), gratis und franco. Max Brinner, Jerusalemerstr. 42, Berlin, im ״Kaufhaus Stettin“.