Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 42 (16.10.1896)
- Date
- 1896-10-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Garantierte Auflage 5000 Exemplare. ^jj;'1׳!׳(!’fi '1״ .1‘י' iÄiit!l. Hostzeitungs-Liste 978. (Zenfraf0־nja1| für die jüdischen Vereine ßerlins. Erscheint jeder! Freitag, wird allen Mitgliedern• der Verein!י gratis zu ge :■זי eilt, und liegt, in allen jüdischen Hotels und Restaurants aus. Bezugspreis für Nichtmitglieder 1 Mark vierteljährlich. — Insertionspreis für die viergespaltene Petitzeile 30 Pfg. Expedition and Annoncen-Annahme: Berlin NO., Kaiserstrasse 39 40. Nummer 42. Berlin, den 16. Oktober 1896. II. Jahrgang. Wir bitten höfl. um gefl. Angabe etwaiger Adressenveränderungen. Wegen Unpünktlichkeit oder Unregelmässigkeit in der Zusendung wolle man in unserem Bureau Kaiserstr. 39 40 reklamieren, in Sachen: ״Gründung einer jüdischen | höheren Mädchenschule für Berlin W.“ I Nachstehend geben wir noch zweien Interessenten das i Wort in dieser. Angelegenheit.■ ■ j Hochgeehrter Herr Rodacteur! . J Ihrer Einladungzu freiem Meinungsaustausch׳ in der Mädchenschuhmgelegenheit■ wi'u'de ich gerne mit einigen kurzen Worten entsprechen, wenn Ihre Lesei* ein atzendes Pulver ohne jede TTeberzuckeriing ver-chlucken können. Die Wahrheit ist selten schmeichelhaft, und die Wahrheit, die ich meinen verehrten■ Glaubens- 1 genossen des Westens zn sagen 'habe, ist derb, sehr. | derb, derber als sie mancher ertrage ז! kann: die leisen j Klagen, ,stillen Seufzer über die Verletzung der relij giösen Empfindung ihrer Kinder lassen׳■■ mich kalt. Denn j jeder wird so behandelt, wie er es verdient. Wer mit. j seinem Judentum ׳heimlich timt und■ Versteck spult. dom; gönne ich dieSehmahungund Kränknngans ganzem Herzen. -׳■; Wer sich selbst nicht acht et. ■ist der Achtung! Anderer und namentlich Andersgläubiger nicht wert, j Mit einem Gleichmut sondersgleiehen lassen Jüdische Eltern die ־religiösen (je fühle ihrer. Kinder mit Füssen treten' und ihr bestes Teil, die eigene' Würdö. ruhig ertöten, ohne den Versuch eines Protestes zu machen. Schulen, deren materielle Existenz oft ganz von. Juden abhängig ist, sehen es stillschweigend־ mit an, wenn die jüdischen Kinder verspottet und gedemütigt werden, nicht blos von den. Schülern, sondern nicht selten von den Lehrern selbst. Woher soll denn die gemessene Selbstachtung kommen, wenn inan alles Selbstgefühl in den Kindern ן ersticken und den Stolz jedes Menschen, seine religiöse! iJeberzeugung, mit Holm überschütten lässt? Wundert J. inan sieh dann, wenn inan dem Juden ein gedrücktes, zur' Kriecherei geneigtes Wesenvorwirft? Würde ein Katholik, und wenn.er der einzige seines Glaubens in der Schule wäre, seinen (Hauben, seine Abstaummng, seine Religion verunglimpfen lassen,, ohne sich 1n sefnem .tiefsten Innern, darob aufzi dehnen? Ist es nicht eine Verhöhnung und Verspottung der Religion, wenn Privat.schulen mir HK.) ■und nwhr jüdischen Kindern deren religiöser Unterweisung lohnen Spielraum gestatten? ־ Man betrachte* doch einmal mit unbefangenen׳Augen die sonderbaren Schlussfolgerungen,die der Herr Demokrat S. K. ans seinen' angeblich freisinnigen'׳ Anschauungen zieht, Heil* 'S;K.. dessen Demokrat i♦• ■ dm daran hindert, :seinen (Haubensgermssen die Gleichberechtigung in der Schule mit den Christen zuzugestehen. Dass der preußische Staat die Religion' als die. vornehmste Grundlage der ganzen Schuhnach wie vor hetrachtet, das braucht .ein jüdischer Demokrat, wie z. i>. Herr S. K. in seinem Bericht in der vor. No. d.!>!.. nicht, zu bemerken. Die < Heiehbere( j!t igung der < Vufcssionen ist ׳in. den Augen jüdischer Demokraten gar kein domo״ kratiselnw Prineip, aber ein strenger 1 Demokrat duldet nicht das Eindringen der Religion, w.-nn o sich um jüdische Kinder handelt. . Teil stehe/׳ in Paret!these gesagt, gleichfalls auf demokratischen! Standpunkt, glaube aber.' der preussGehc Staat wird eher die g!*reellte. Forderung erfüll•*!!, auch die jüdischen Kinder mit Rcligion.sunterneht zu x ersorgen, als den christlichen Schülern denselben zu tauben. ■ weil er den Demokraten wider die Schnur ‘ ־ geht. Meine Meinung fasse ich dahin zusammen: Es ist dm natüriiehsH* Ptlielu naur ntlieh .der Privat schulen. den jüdiselien R(d)gio11sunten icht so lange ohne 1 "׳ סיnder« ׳ Entseliädigu'ng erteihm zu lasout. ׳>־־ lange den eh r/l!!<!>׳-!, Kindern christlicher .Religionsunterricht ohne!׳ .-׳.׳!!d1-׳«-.n Tmfgeld gegeben wird d. h. wenn die Fre»p1euz den Anspruch darauf rechtfertigt. Wenn diese so selbstverständliche Ptbelit na!0;י •ל!יkann( wird, daun müssen natürlich jüdisch♦• Schule!! richtet weiden .... Ob ich meine verehrten .Glaubensgenossen nherzengen werde? Ich glaube nicht, dem! dazu fehlt dm! meisten, di(» Sei bst acht ung. Nehmen Sie, geehrter Herr Redaeteur, 1m׳!!!e t Üf.-nheit nicht für ungut und genehmigen Sie den Au-druck meiner vorzüglichen lb>ehaehtung , ׳ ׳ ׳ IC Tr . ...