Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 41 (9.10.1896)
- Date
- 1896-10-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3019627-3019682-3019721--314-3020755- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Drogerie Otto Schulze Werftstrasse 10, Fernsprecher Moabit 347 empfiehlt zu ermässigten Preisen Mineralwässer, in frisoher Füllung, Badesalze, Schwämme, Sämmtliehe KindemÜhrmittel, Soxlet Apparate, Lohte Marseiller Seife, Beste Badeseife für Kinder, *✓IC״ Verbandstoffe, Bettunterlagen, י Toilette-Artikel. WM- Urrx«»rifle nicht! *W kann Allen zugerufen werden, welche an Lieht, ftheumstismus, an Arankheiten des hlagsns Darmes, ׳der Blase. Galle und der Nieren leiden. Unsere ärztlich empfohlene Heig&trockenli&ft־ Behandlung hat sich auch bei frischen und chronischen Krankheiten der Männer und Frauen, bei Nerven »nd öautleide״, allen Folgen schlechter Blutmischung bewährt. wer gesund werden' wer gesund bleiben will, findet in unseren Heilfactoren die Heisstrockenluft Behandlung (I). R. c, 6! 179 u. 0. o. R.. 59747!48, die Wasserbeilabt eiiung, modern eingerichtet, , das Inhalatorium für Atnmngs- und Brustorgane. / - die äbth. fmedivin, Näder (Specialitat: Moorsalz, Moorlauge u. Iodsalzbäder), alles, was die moderne chsydrotherapie u. phzsikal. Behandlungswcisen bieten können. Herrenu. Damen- 7lbtbeilunq geöffnet von -8—8. ' Timarianum. Gr. L?amburgerstr. 20 (am t)ackeschen Markt, Bahnhof Börse.) Herren-Garderobe nach Maass M. Wolff, Alexanderstr. 39» ' Grosses Lager in Nouveautes. Herstellung' in kürzester Frist. Solide Preise. X Leske & Fabian X A״,tT.4!t1401׳.״. Kohlenhandlttttg A^f N354״. Am Görlitzer Bahnhof, Görlitzerstr. 17 '= Haupt-Comtoir: Leipziger Strasse 33 —= liefern Ihre vorzüglichen Brennmaterialien an Vorzeiger dieser Annonce za besonderen Vorzugspreisen. Thiele *Mt Buchd**uckerei Sauber« u. elegante Herstellung von Drucksachen für Geschäfts-^ und Famifienbedarf, sowie fUr Vereine. NI. Zachart Bildhauer* Fabrik und Lager aller Arten Grabdenkmäler. BERLIN Neue Köni^Sta•. 8 Telephon Amt VII, No- 3123 n. Geschäft: Neu Weissensee < am jüdischen Friedhot ׳ Anfertigung von Erbbegräbnissen inSchmiedeeisen, Marmor ».Granit* Neu eröffnet! Ich offerire billigst: Lebend und koscher ge• schlachtetes Geflügel. Alle Arten lebender Fische. Räucherwaaren. B. SüssJcind Sehwedtorstr., Ecko Schbiih. Allee 172n. Grude-Cokes für jeden Ofen possend otferiit L. A. Fischer, Luckauerstr. 7 SW. Photographisches Atelier 1H. ZEIDLER Berlin S.W. 6, Jerusalemerstrasse 6. BerlinerWeissbier-Brauerei Commandit-Gesellschaft Brauer & Grützmaun, Berlin 63. Audreas-Str. 63. gegr. 1885. ' Tel. VII, 5366. 50 Fl. a ca. L, Ltr. Tafelbier II ' Mk. 3. 40 Fl. a ca. V, Ltr. Tafelbier I Mk. 3. s Rollschutzwände 2 bester Schlitz gegen Wint%, Zugluft und Neugier"; im Wohn- und Schlafzimmer, Graxteu und Balkon zu verwenden. Vielfach prämiirt! Preisliste gratis! Telephon Amt III, No. 3372. Rollwände• und Jalousie-Fabrik C. Behrens 28 Kaiserstrasse 28• Dienern •bewohnt-׳war. Iler Graf gestattete daher seinem Knaben, mit dem wo} 11 gezogenen und klugen Daniel, dem Sohne Salme’s, einigen Umgang zu pflegen, und sobald die Lehrstunden vorüber waren, holte der junge Graf Rhodrich gern den Judenknaben ab. um durch Flur und Wald zu streifen, wo der Letztere so gut Bescheid wusste, mit ihm zu spielen, Vogelnester zu suchen, Haselnüsse zu sammeln u. dgl. in., noch dazu, da die Kinder des greisen Pfarrers über das Alter RhodriohV• längst hinaus waren und die anderen Sprösslinge des Dorfes, sich, wenn nicht zu dumm und roh, doch zu linkisch und blöde benahmen. So lebten die beiden Knaben auf ziemlich vertrautem Busse, wenn auch der Grafensohn sich seiner Würde wohl bewusst schien und sich stets das Uebergewicht und das Befehlen, als ob es sich von selbst verstünde, aneignete. Als die Knaben älter geworden, schlug die Scheidestunde, denn der Graf sah die NothWendigkeit ein, seinen Sohn einem Institute zu höherer Ausbildung mmiveftrauen, aber auch der kluge Salme hatte Einsicht genug,-um seinen Daniel nach der Stadt zu geben, dass er da was Tüchtiges lerne. Es war dies ungefallr um das Jahr 1802, beide Knaben von beinah zwölf־ jährigem Alter. Während die beiden Knaben׳ an sehr verschiedenen Orten und in sehr verschiedener Weise ihre weiter© Aus- ■bildung ■betrieben, und sich auch nie wieder sahen, da die Schulferien leider nicht auf dieselbe Zeit,fielen, gingen die Weltereignisso mit ehernem Schritte darüber hin. Oesterreich, Deutschland, Preussen wurden nach einander von dem Busse des gallischen Siegers piedergetreten, und die Landschaft, in welcher Battersdorf lag, dem neu errichteten westfälischen Königreiche zugeschlagen. Hiermit trat allerdingst ein grosser Wandel der bürgerlichen Verhältnisse ein, zudem die fVanzösischenGesetze eingefüh rtwu rden. Alle מ och vorhandene Hörigkeiten der Leute auf dem Lande, alle Privilegien des Adels, die gutsherrliche'■ Polizei,; das Patrimonialgericht wurden mit einem Male aufgehoben und die Juden zu Bürgern und gleichberechtigt erklärt. Dies brachte eine ausserordentliche Erbitterung bei dem Adel hervor, und diejenigen Glieder dieses Standes, welche früher freisinnig waren und mit ihrem Liberalismus prahlten, wurden, jetzt, als die Wirklichkeit ihnen auf den Leib kam, zu. heftigen Gegnern. Man konnte gegen den Stab des Herrschers sich nicht auflehnen, denn es war ein starker, mit eisernen Spitzen besetzter Stab, aber man liess es allen denen entgelten, welchen, auch ohne ihren Willen, Nutzen aus dem Umschwung der Dinge zufloss, man zog sich nur um so mehr vom .Bürger und Bauern zurück, behandelte diese, wo man auf sie traf mit verletzendstem Hochmut und versagte ihnen jedwede Unterstützung. Den deutschen Bürgern und Bauern hingegen konnte man es zum Ruhme nachsagen, dass sie über die ihnen gewordenen Vortheile die Schmach des Vaterlandes nicht vergassen, den Druck der Fremdherrschaft tief empfanden, und sich bereit machten, diese bei erster günstiger Gelegenheit auf Leben und Tod zu bekämpfen. Ja, in ihrer Gutmütigkeit bedauerten sie selbst den Verlust, welchen der Adel und die Fürsten an den, dem freien Deutschen seit Jahrhunderten auferlegten unrechtmässigen Vorrechten erlitten hatten, und trugen ihnen die schroffe Behandlung, welche jene, soweit sie es vermochten, sich gestatteten, nicht nach. So war das Jahr 1812 gekommen und zu Ende gegangen; die französischen Heere lagen auf den Eisfeldern Russlands begraben, eine neue Arfnee zwar raffte der Kaiser Napoleon zusammen und warf sie nach Deutschland; hier aber gährte es aller Orten; die russischen Heere näherten sich, Preussen rüstete mit dem Aufgebot seiner