Mannheim
Compact Memory

Berliner Vereinsbote · 1896-08-21 · Heft 34 (21.8.1896) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 34 (21.8.1896)
Date
1896-08-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3019627-3019682-3019714--251-3020685
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

י■—י! ar Ausschneiden!-י—[־»ל— Atelier Germania M. Kalischer, Rosenthaler Strasse 4K. Bei Vorzeigung dieser Annonce liefere: 1 Dutzend Visite« für . .Mark S,- 1 ״ Cabinett für . 10 ״; Vereinsaufnahmen naeh Vereinbarung:. Kinderwagen grossartige Auswahl. billigst» viele Anerkennungen.. Musterb. gratis und franco. Max Brinner, Jerusalemerstr. 42, Berlin. Bewährter Pädagoge erteilt boligions- und Banuizwa!t-U111errieht in und■ ausser d«*m Hause, einzeln . und in Kursen. Geil. Offerten untrr ..Pädagoge“ in der Expedit io 11 ds. Ria . K a isers.tr, .:׳IR Pafent- Poll wände Schutz gegen Zugwind, für Zimmer, Garten, Balkon etc. Davids & Co., Berlin C. 19 Seydel-Str. 3 u. 27, a. Spittelmarkt. Rollwände־, Jalousien־ und jdolzrouleaux-Fabrik. iÄWÄ«i Wilhelm Haene Tapezier u. Decorateur Grosse Frankfarterstr. 64. Anfertigung von Decorationen, eleganter u. einfach. Polstermöbel sowie sämmtl. im Tapezier- Fach vorkomm. Arbeiten. Mineralwasser - Anstalt WOLFF & CALMBERG Ferrisp.-Anschi. BERLIW W.» Kleiststr. 39. - Amt VI, 557. Selterser, Sodawasser, Apollinaris-Brunnen (30 gr. 40 kl. FL ■in. Korkod. Pat.-Versch. f. 3 Alk.) franco Haus, Alle unsere Wasser, einschliesslich Selters־ und Sodawasser, sind aus. destillirtem Wasser, luftfreier Kohlensäure und absolut reinen Chemikalien angefertigt und werden in weisseil Flaschen mit unserer Firma, die auf den Korken aufgebrannt ist. abgegeben. Drogerie Otto Schulze —Werftstrasse 10, Fernsprecher Moabit 347 empfiehlt zu ermässigten Preisen / Mineralwasser, in frischer Füllung, Badesalze, Schwämme, Sämmtliche Kindernährmittel, Soxlet Apparate. Echte Marseiller Seife, Beste Badeseife für Kinder, WM Verbandstoffe, Bettunterlagen, Toilette-Artikel. Yletectiv־ Institut *״ Fuchs h Vogt Berlin SW.. Friedriehstrasse 228 besorgt Auskünfte, Beobachtungen, Ermittelungen etc. Die Judenprinzessin. N o v 0 11 e v o u K m m V R ossi.*! Fortsetzung.! 0111h* Antwort, abzuwarten, mit tiefer Neigung des Hauptes vor den salutierenden Officieren, ohne den bestürzten Prinzen wieder anzusehen, enteilte Rosa aus dem Gernaehe, lief hastigen Schrittes über die schneebedeckte Strasse und stand erst hochpochenden Herzens vor ihres Oheims Bibliothekzimmer still. Ganz gegen ihre Gewohnheit klopfte sie schüchtern,' ehe sie eintrat, an die Thiire. Ganz gegen ihre Gewöhnheit, schloss sie ihn nicht, wie schon so tausendmal, ja wie noch vor einer Stunde in die Anne — nein langsam, unsicheren Schrittes..■ näherte sie sich dem Mosaiktische, an welchem Josef sass und■ setzte sich auf einen entfernten Sessel ihm gegenüber. ,,Wie geht es Dir?u, trug sie kurz. Sie sagte nicht wie sonst .J hikel Joseph ,.Besser, nun da Du da bist, mein RösleirU, nickte er freundlich.׳ Sie führ mit, der Hand aufs Herz, dann legte sie den Inhalt der so lange krampfhaft geballten Faust auf den Tisch,. ״Sieh nur, das ist mein Geschenk zu ״Christi‘‘ Gehart s tag".' Er nahm das Medaillon, sah flüchtig auf die vielgezaokte Krone, die es schmückte ■und betrachtete dann prüfend das Bild. ״Ein selten schönes Gesicht, ein erhabener Ausdruck. Man könnte es für das Portrait einer altklassischen Fürstin halten.“ ״Ihr Sohn ist noch schöner. Er gab es mir.‘* Josef stand unruhig auf. ״Ihr Sohn, wer ist es, woher kennst Du ihn?*4 Sie stützte das erglühende Gesicht in die Hand. ״Er wohnt bei uns. Lieutenant, nein, Prinz TerzkyW ״Und er schenkte Dir seiner Mutter Bild? —r Da muss er entweder ein lüderlicher Don Juan sein, dem nichts mehr heilig oder dieser Zug verrät ein unberührt reines, edles, liebendes Herz!" . _. . ■ ״Ach. Onkel Josef!" ״Sie lag an sememHerzen und weinte laut. Er liebt mich wirklich — und wir kennen uns kaum eine Stunde. Es ist so seltsam, so unnatürlich, aber man muss ihm gut sein, wenn Du ihn siehst, gewiss Du bist ihm auch gut. So schön, so edel wie sein Aussehen ist seine Sprache." * Novellen aus dem jüdischen Familienleben. Berlin 1889. — Druck und Verlag von Emil Streisand. ■—■״ ־Und dabei ist 1 er ein Prinz?", warf Josef gereizt ein. ״Ach. Onkel Josef, weshalb höhnst Dir mich?" klagte sie wehmütig und sah ihn bittend an. ״Es ist doch was schönes um die Romantik und die Jugend *\ lächelte Josef, sanft ihre Locken streichelnd. ..Träume, träume den süssen Traum, aus Morgenröte• und Goldesglanz gewebt; — aber bedenke, dass jedem Traum ein Erwache.!! folgt, und je reizender die Fata morgana Deiner Vision Dich bedünkte, desto schaler wird Dir hinterher das wirkliche Leben sein. Mein süsses Böslein, der Zephyr erküsse Dich zur vollen (Rose, dem Sturmwind der Leidenschaft ■.wollen wir das Entblättern der Rose schon wehren!־* — — — In der Nacht sass der Prinz Torzky n och am Schreibtisch, und seine Feder *flog emsig über das duftende Papier. Als er geendet, las er noch einmal den ganzen langen Brief halblaut, dann, anstatt in das an seine Mutter bereits adressierte Couvert zu stecken, schob er das Schreiben in ein leeres Couvert, welches er an Fräulein Rosa Seelig adressierte, mit der Anfrage, ob er mit ihrer Bewilligung den Brief an seine Mutter senden dürfe. — Am andern Morgen eilte Rosa wieder zu ihrem Oheim, den Brief auf dem heftigklopfen den Herzen. Erst als sie sein bleiches überwachtes Gesicht, sah, fiel ihr ein, dass er krank sei und jede Erregung ihm schaden könne, so teilte sie ihm* sich gewaltsam fassend mit, dass sie jetzt eine Erklärung für des Prinzen seltsames Benehmen habe, und fragte, ob sie ihm einen Brief vorlesen dürfe. Josef bejahte mit stummen Kopfnicken und mit treinitiierender Stimme begann sie: . , . Teure Mutter! c 4Wie soll ich beginnen, wo soll ich enden? Mütter» meine geliebte Mutter, der Himmel hat Dein Flehen, für das Glück, für den Frieden Deines Sohnes gnädig erhört, das Grab hat seine süsseste Beate wieder her־־ ausgegeben, meine einzig heissgeliebte Braut wandelt wieder unter den Lebenden — nur heisst sie nicht wie einst Anita, sie trägt mit Recht den Namen der Blumenkönigin. Ach Mutter, ich erblickte Rosa in derselben Stellung, mit demselben Liede auf den Lippen, womit Ich zuletzt Anita sah. ״IJeberm Garten, durch ■' die Lüfte u, jauchzte es mir entgegen -— wie ist es möglich, wie kann die Natur zweimal dasselbe Wesen erschaffen? Es ist Anita’s Blick, die elfen zierliche Gestalt, der kleine, feine Fuss, der so früh von dieser

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.