Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1896)
- Date
- 1896-08-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ipapeten Fm8p1mer Otto Schwabe ■tanA| Rosenthalerstr. 5. mm «3A8- Telegraphen, Telephon- und Ea H* Sprachrohr-Anlagen. Reparaturen. I Gebr. Hampe I BERLIN S.W. Linden-Strasse 701. Tr. gegenüber dem Militär-Arrest. MT Telephon Amt IV, 5057. “W ' Küch <L NiesÜecli Frisehe Blumen, 155, Friedrichstrasse 155. Specialität: Braut-Arrangements. Kränze, Bouquets etc. 3P|T* Tafelgarn innigen. Photographisches Atelier MklL ZEIDLER Berlin S.W.. 6, Jerusalemerstrasse 6. f.—.:־־.: —.. .־ .:.■.:.“...ן .Für aio hohen Feiertage empfiehlt sich zur Jg Anfertigung eleganter Herren ■Moden. AI. W0fff, /Mexanderstr. k-- ,.,.■r.-' > ■ ״, ■ ---r Erde entfloh’, «len ich an feosa bewundere, es ist der sanfte Alt ihre 1• Stimme, der mein Herz in vibrirende Schwingungen versetzt, es ist Anita, die Wiedergeborene, die trostlos beweinte, die ewig geliebte, welche von mir im fernen Lande gefunden ist, und die zu erhalten mein einziges Bestreben ist. Ich gab ihr Dein Bild — das ist mehr als ein. Treueschwur. Ich weiss, dass sie mich verstanden, ob ich hoffen darf, dass sie mich liebt? Du musst ihr schreiben, meine Mutter, Du musst sie fragen, ob sie die Liebe meines heissen Herzens, annehmen will. Du musst ihr "erklären, was* vielleicht noch verworren scheint — mein rasches Handeln, meine alzu schnelle Werbung. Sie ahnt ja nichts dass ich sie schon seit Jahren liebe, dass ich'.sie so lange schmerzlieh beweint .und nun endlich wiedergeltmden habe sage ihr Alles das, meine teure Mutter, und gieb ihr Deinen Segen, wie Du ihn einst meiner Anita gegeben. Es ist Weihnacht —׳. die Weihnacht meiner Seele! In drei Tagen rücken wir wieder aus — vielleicht in den Tod. Ich würde leichter sterben, wenn ich Rosa meine Braut nennen dürfte, aber noch viel, viel leichter leben, wenn ich Deiner Einwilligung vorher teilhaftig würde. \ . Eilten Kuss, meine Angebetete Mutter, und die frömmsten Wünsche Deines ־ überglücklichen Sohnes Egon. Eine lange Pause. ״Er ist ein Christ!“ . Josef presste es endlich zwischen den Zähnen hervor, ״willst. Du Dich sebmadden*! lassen?“ ״Nein, nein, niemals“, beteuerte das junge Mädchen und hob .die Hände wie zum Schwur auf. Darm setzte sie ganz leise hinzu: ״In England schliesst man Givilehen“. ״Die in Deutschland ihre Gültigkeit verlieren. Woher stammt der Prinz?“ ״Ich weiss es nicht .— aber was mich verwirrt und beängstigt, Onkel Josef, das ist die Frage, ob des Prinzen Egon Liebe wirklich und echt ist. Und mein Ver-־ stand sagt: ״Hein, ihn täuscht die Aelnüichkeit mit der verstorbenen Geliebten, er kennt weder mpiue Eigenschaften noch meinen Charakter/ Seit heute Hackt, wo ich 80 viel über das Wesen der Liebe and der ElW nachgedacht, bin ich za dem Resultat gekommen, dass die Hauptbedingung /der Liebe das völligste Verstehen und das hingehendste *) taufen. . . ׳ 0ONDITOREI und Cafe von R. Aweyde, Rosenstr. 18 im ״Kaufhaus Stettin ‘ Bestellungen auf Baumkuchen. Torten, Eis u. 8. w. werden prompt ausgeführt. 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Nein, Unkel Josef, ich glaube allerdings, dass ich bei länger* 1־ Zeit den Prinzen innig lieben könnte, aber jetzt hält *ine namenlose Angst mich vor einem bindenden Schritt zurück. Das muss doch wohl nicht di«* echte, recht«׳ Liebe sein, oder ich hin anders geartet, als die Roman- 1 n.ddinnen, die auf den ersten Blick ihr Herz verlieren und daran bist Du Schuld, Unkel Josef, Du hast mir stets Deine Lehren so fest auf Vernunft basireud erklärt , - hast stets das Gefühl dem Gedanken untergeordnet nun bin ich vor lauter 'Logik nicht im Stande, die Wellen der Romantik über mich zusammen schlagen zu lassen ich treibe, sicher steuernd,׳ auf dem farbigen ■Lebenstroin״.! r ״Treibe in den - sicheren• Hafen ein, ,meine Rosa!“ Josefs bleiches Gesicht deckte sieh mit dämmender Röte. ״Und wenn es mir gestattet war. Dich die Kunst des Steuerns zu 'lehren,, so ist mein!.eben doch nicht ganz ohne Wert gewesen“. ״Dein Leben ohne Werth? Ach Unkel Josef, was wäre ich ohne Dich gewesen? .Sieh, als heute Morgen dieser Brief in meine Hand gelangte, da fragte ich mich, ob ich wohl um des Prinzen Willen, wie die Schrift sagt, Vater und Mutte 1׳ verlassen und ihmjm fremde Lande, in fremde Verhältnisse folgen könnte“. — ״Und was sagt Dein Herz*? ר Es sagt ״Ja“ und dann Onkel Josef ״Und dann — —־ —- - Dann fragte ich mich weiter, ״aber bist Du stark genug, Dich auf lange, vielleicht auf ewig von Deinem Lehrer, von Dein«*m Unkel Jasof zu treimen“ .- •und da Onkel, da schrie alles in mir, ,.m in und tausendmal nein“. — Und da sagte, ich mir, wenn Onkel Josef statt «les fremden Prinzen fragte: ״willst Du mit mir in'8 ferne Land gehen, wo Dich Niemand kennt, wo mir ich und Du einander kennen“, da Onkel Josef . ״Rosa, Rosa, was timst Du?“ Sie schlang beide Arme'um ihn, küsst«‘ unter strömenden Tkränen seinen erblassten Mund und schludizte in den bewegtesten Herzenstöiien: ״Da "hat־ mein Herz geantwortet: ״Wo Du hingehest, da gehe ich dun, Deine Heimat ist meine Heimat, an Deinem Herzen ist mein«* Welt — denn das Weib soll Vat er \nd Mutter verlassen und dem Manne seiner Liebe an gehören“. ־-—.■- ״■־־-—״■■■■ (Schluss Üflgv/