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Berliner Vereinsbote · 1896-08-07 · Heft 32 (7.8.1896) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 32 (7.8.1896)
Date
1896-08-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Bernhard hiss die Lippen fest zusammen, doch besann er sich und sagte mit kurzer Handbewegung: ״Meine Frau, ■meine Tochter.“ ״Lieutenantvon Terzkv“, fügte dieser sich selbst vorstellend hinzu; dann trat er ganz nahe zu Frau Mathilde und verbeugte sich an Ts neue: ״Gnädige Frau, ich habe Ihnen eine vielstimmige Bitte vorzutragen, deren Erfüllung uns zur höchsten Ehre gereichen würde. Wir gemessen jede Freundlichkeit in Ihrem Hause und bitten um die Erlaubnis, Ihnen bei unserer Ohristbeseheerung ebenfalls bescheeren zu dürfen so viel in unsern schwachen Kräften steht.“ ׳ Frau Mathilde nickte freundlich: ״Wenn mein Mann nichts dagegen hat, so nehmen wir ihre Einladung an4, ״nicht wahr, Bernhard, wir werden hiiiüberkommen?4 Bernhard verbeugte . sich schweigend und sah seine Frau vorwurfsvoll an. Sie schien es nicht zu bemerken und bot dem Öfficier einen Platz neben sich auf dem Divan. Dieser lehnte danket ab, da er mit der Antwort erwartet werde, und die Hacken zusamenschlagend, salutierte er rückwärts zur Thürs schreitend. ״Welch’ ein schöner Mann,4 rief bewundernd die noch immer schöne Frau und sah ihm nach; dann verliess sie eilig das Zimmer, indem sie Rosa zurief: ^Mache rasch Toilette, zieh’ das maisgelbe Seidenkleid an,4 Rosa aber sass regungslos am Klavier und starrte träumverloren in die Weite’, plötzlich sprang sie auf: ״Ich hole Onkel Josef, er soll mit dabei sein.4 Damit war sie schon zur Stube, zum Hause hinaus. Ihr Vater öffnete *mehrere Male mechanisch den Mund, sie zurückzurufen, aber kein Laut drang über seine Lippen. « Erst als seine Frau mit Perlen geschmückt und im schwarzen Sammetkleid ein trat, kehrte das Leben in ihm zurück. ״Wozu hast Du Dich so geputzt?4 trug.er hart. ״Weshalb nicht?4 entgegnete sie verwundert. Wieder schwieg er, dann senkte er den Kopf in die Hand, während sie ungeduldig auf und nieder lief: ״Wo nur Rosa bleibt,u rief sie endlich ärgerlich. , ״Rosa ist zu Josef gegangen4, er lachte bitter, ״sie will ihn in unser Haus bringen; wenn sie wüsste, was ich weiss, sparte sie sich die Mühe.4 Sie blieb vor ihm stehen und fragte: ״Was weisst Du denn?4 ״Den Grund, warum Josef nicht zu uns kommt. — Weshalb hast Du mir nicht gesagt, dass Du mit ihm verlobt warst, als Du in mein Haus kamst?“ ״Ich, mit Josef verlobt?4 Ihr Staunen war aufrichtig und stieg, als er weiter fragte: ״Weshalb hast Du mich geheiratet?4 Nun lächelte sie und zog den Widerstrebenden an der Hand bis vor den grossen Trumeau des Zimmers. ״Sieh Dir den stattlichen Schwarzkopf an, und dann frage mich noch einmal, weshalb ich mein Herz an den Undankbaren verloren, und ob es ein Wunder ist, dass ich mich in ihn verliebte, und leider noch immer liebe,4 fügte sie neckisch hinzu. Grosse Thränen quollen aus Bernhards Äugen: ״Ist wahr, ist es gewiss wahr, hast Du mich aus Liebe und nicht nur meines Reichtums halber geheiratet?4 Er zog sie fest in die Arme und sah ihr in die Augen. Sie blinzelte

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