Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1896)
- Date
- 1896-08-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Rollwände-, Jalousien- und jdolzrouleaux-Fktörik. und zupfte ihn am Bart: ״Was machst Du für Stuss .*ן Du gefielst mir, Dein schönes Haus und Geld gefiel mir aucli — das gehörte zusammen. . Ich erheiratete beides. Wer wie׳ iqh eine so ärmliche Jugend durchlebt, gemusst später über’s Mass. Sie sagen ich bin eitel. Es mag wahr sein. Wenn ich die niedlichen Kleidchen für meine Rosa kaufte, so sah ich im Geist stets das ärmliche vielfach geflickte Gewand, welches Sommer und Winter meinen Körper notdürftig deckte. Ich habe meine Finger wund arbeiten müssen, dass ich kaum die Hände rühren konnte —. jetzt verträume ich den ganzen Tag auf dem Divan. Das sind Consequenzen. Später, als ich erwachsen war, bin ich als Lehrerin mit dummen Kindern maltraitiert — ich habe den Gouvernanten unserer Rosa keinen Fehler hingehen lassen. Alles das darfst Du mir zum Vorwurf machen, aber meine Ehre rühre nicht an. Josef war mir nichts, als . mein Erlöser aus . harter Not und als Dein Bruder. Bedenke doch, ich bin zwei Jahre älter als er und hielt־ seine Anbetung für die edle Regung eines frühreifen Herzens. Deshalb hat mich sein Betragen, nachdem ich Dein Weib war, empört, er hatte nicht das Recht dazu, ׳ und wenn er mich deshalb hasst und unser Haus meidet, so darf ich es nicht beklagen.u Sie war allmählich ernst geworden, und jetzt schluchzte sie und legte ihr ■schönes Haupt an seine Brust. Bernhard küsste sie und die wilden Schläge seines: Herzens beruhigten sich. Die langen, langen Jahre hatte er in Zweifel und Bitterkeit an die Liebe seiner Frau geglaubt, und nun reichen wenige Worte hin, um die Gründe ihres Handelns klar darzuthun. Ihr Egoismus war so natürlich und entschuldbar, da sie ihn so ehrlich bekannte., In dieser Stunde wäre er der glücklichste Mann gewesen, wenn Josefs Leid ihn nicht desto tiefer verstimmt hatte. *) Unsinn. Eine weitere Erklärung wurde aber durch Rosas Eintritt abgeschnitten..■ ״Onkel Josef ist krank“. sprach sie besorgt, ״er fürchtet in der Kälte die Strasse zu passieren. Es ist doch merkwürdig, dass es mir■ erst heute abend zum ersten Mal eingefallen ist, dass Onkel Josef noch nie zu uns kam, und jetzt weiss ich auch den Grand.u Sie hielt in ne und sah ihre Mutter flehend an: ״Nicht wahr Mama. Du kannst Dich mit^ Onkel Josef nicht vertragen?׳' Ihr Vater .streichelte ihre Locken und legte seine Finger auf ihren granatröten Mund. Dann zog er sanft Frau und Tochter über die Schwelle und befahl eindringlich und in der alten stolzen Weise: ,,Wir, bleiben nur wenige Minuten, ich will keine Vertraulichkeiten mit den fremden Solde teu.” ־ -—.? Lieutenant Terzkv empfing, die Gaste an der Schwelle' des mattbeleuchteten Vorzimmers,, welches an den grossen Gartensalon stiess. Sein Auge glitt von Mutter zur Tochter und blieb dann a uf dem schlichten sch warzen Oa ehern irkleide Rosa's hängen, welches gegen die reiche Toilette der ׳ Mutter seltsam abstach. Da Bernhard seine Frau am Arm führte, reichte er den seinigen der jungen Dame. Tief erröthend und verlegen legte sie ihre Hand auf seinen Arm. Der junge Marzitterte, als ob eine schwere Last auf ihm ruhe, und and! Rosa bebte wie von Fieberfrost geschüttelt: als sie in seine Augen sah, welche sich bewundernd auf ihr schönes marmorweisses Gesicht hefteten. 'w (Fortsetzung folgt.