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Berliner Vereinsbote · 1896-08-07 · Heft 32 (7.8.1896) · page 5

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 32 (7.8.1896)
Date
1896-08-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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es Confect der alleimaDn eigenartigen Ang»be fabrizieH^einpfieytt I>. FaVibe/dar, fr. Rönigl. HohMt br^prinjen Alexander ooXOdfu^n Um allein g&bridtftvaße 178. Gefüllte NojdwntVk pjb. 1,40 Mk. ff. prälin^es ^^fd. IM/Nk. rc. yimbeer-, Ananas-, LiOMien׳ und Wlrkchsaft-ktmonadrn׳ J pulper.^C WeihnaAl^ und Gster-ArD^l in großer Auswahl. Telephon Amt I, £to; \6 Photographisches Atelier H. ZEIDLER Berlin S.W. 6, Jerusalemerstrasse 6. Ernst Thiele BU 1RV Buchdruckerol Saubere 11. elegante Herstellung von Drucksachen für Geschäfts* und Familie^bedarf,, sowie für Vereine Jj^Kaisepstr. 39/40.^K Telephon: Amt VII, 3034.^J^ Kinderwagen grossartige Auswahl, billigst, viele Anerkennt!ngen. M11 sterb. gratis und franco, J&ax Brinner, Jerusalemerstr. 42. Berlin. Rollwände־ und Jalousien - Fabrik Hannover. Q, BEHRENS Ber Berlin C., Kaiser-Strasse 28 am Alexanderplatz. Rollschutzwände für Zimmer, Garten und Balkon Jalousien in allen Ansftihrongen. R eparaturen schnell und billigst. Vielfach prämiirt. Preislisten gratis. Telephon: Amt VII, No. 3872. -m1 Die Judenprinzessin. N o v e 11 e v o n E m in y It o s s i. *) (Fortsetzung.) AVer ■nach einigen Jahren wieder in seine Heimat zurückkehrt, findet immer zu seinem Erstaunen eine neue weibliche Generation. Der Wechsel, vom zwölfjährigen Kinde zu einer Jungfrau ist bedeutungsvoll für die innere und äussere Entwicklung, obgleich die Eltern oder Verwandten, an deren Seite sich am Kinde allmählich die Wandlung vollzogen, oft unbewusst in dem jungen Mädchen jinimer noch das Kind sehen. , Rosa ‘Seelig war in ihr siebzehntes■• Jahr ' eingetreten und noch immer ihres Onkels lernbegierige ■Schülerin. Ihre liebliche Kinderschönheit hatte sie auch in ein reiferes Alter begleitet. Die kleine zierliche Gestalt mit dem dunklen ■Lockenkopf■ und orientalisch - märchenhaften Schwarzaugen, zog überall bewundernde Blicke auf sich, und da Frau Mathilde den Luxus mit den Jahren steigerte, tauchte in dem kleinstädtischen Neste wieder der Beiname ״Die Judenprinzessinu auf, doch hatte der Klang viel an seiner Bosheit verloren, und die jungen Männer sprachen den Spottnamen mit einer gewissen Bewunderung nach. Damals schien in Deutschland ein ewiger Friede zu walten, der erst durch die Ereignisse in Schleswig-Holstein sein Ende ■fand. Bald wimmelte es auf der■־ Marschroute von Österreichischen und prenssisehen Militairs, und jedes Städtchen wurde mit Einquartierung überfüllt. Man betrachtete, besonders in den wohlhabenden Kreisen, die Officiere als liebe Gäste und nahm die kleine Unbequemlichkeit gerne in den Kauf mit der Abwechselung des eintönigen Lebens. Drei Tage vor Weihnachten zog auch in H. mit klingendem Spiel ein ganzes Regiment ein, welches volle acht Tage Rast halten sollte. Bernhard Seelig stand unter der Thür seines stattlichen Hauses imd bewillkommnete mit Höflichkeit die sechs Officiere, welche ihm und seinem Bruder zugewiesen waren. Josefs Gäste hatte er mif übernommen. * Novellen aus dem jüdischen Familienleben. Berlin 1889, — Druck und Verlag von Emil Sfcreisand. ORNATE für Rabbiner, Prediger, Cantoren, Richter u. Rechtsairw&lte etc. liefert in allen Preislagen zu j soliden und festen Preisen j G. Herbert. Berlin sw., j 5. Alte Jacobstrasse 5, . Telephon AnSchluss Amt IV, No. 1255. Gegründet 1828,! Gustav Silberstein Tapezierer u. Decorateur Eigene Gardinen-Wasch u. Spann-Anstalt. b£buh o. Wallnertheater-Strasse 16. Uebemahme sämtlicher Dekorationsarbeiten bei Umzügen. Reparatur-Werkstatt. Mich 8c Mesüeck Frisehe Blumen, 155, Friedrichstrasse 155. Specialität: Braut-Arrangements. 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Noch mehr befremdete es sie. dass keiner der Hausbewohner an ihrer Tafel teilnahm, sie wurden wie in einem Hotel bewirtet, nur alle .Abend ■erschien, der Hausher!: und fragte mit der ihm eigenen .Höflichkeit, welche durch die volle Stimme und des edlen, männlichen Wiesens halber nie zum Devotismns herabsank, ob die Herren Officiere zufrieden wären, oder irgend einen Grund zur Klage oder zu einem Wunsche, ׳hätten. Am Weih nachtstage fand sich denn auch ein Grund zu einer Bitte vor. Major von Sellin, ein liebenswürdiger .Mann und Familienvater, bat .um die Erlaubnis, in dem jüdischen Hause eine Cliristbesclieorung ■arrangieren zu dürfen und einen Tannenbäum anzuzünden. Bernhard erwiderte ohne jede Bitterkeit, dass diese Bitte gewissennassen eine Beleidigung involviere., da sie von seiner Seite Intoleranz •voraussetze, . und . so-' gingen die Officiere frisch■ an die Bereitung ihrer Feier. Als es dunkelte, zündeten sie den re ich geschmückten Baum am welcher alle die Gaben trug, die am Mittag aus den Händen der lieben Anverwandten eingetroffen, das Dienstmädchen Seeligs überbrachte im Namen ihres Herrn Rheinwein und Champagner zu einer Bowle und ein Kisteben - der extrafeinen Havannaeigarren. -- * Bernhard sass im Lehnstuhl und horchte mit Vorgütigen dem Vortrage eines schlichten Liedchens, welches seine Tochter ihm sang, als energisch an die Thür geklopft wurde. Frau Mathilde fuhr vom Divan in die Höhe, auf welchem sie im Halbschlaf ruhte, als ihr Mann ..Herein" rief. Lieutenant von Terzky, einer der einquartierten Offieiere, stand auf der Schwelle. ״Ich muss urn Entschuldigung bitten, dass ich in den Familienkreis einzudringen wagett, begann er unsichej. und seine Blicke hingen gebannt an dem schönen Mädchen, welches sich vom Clavier erhoben hatte, «doch ich kömine als Abgesandter meiner Herren Kameraden, um unserem freundlichen Wirte den herzlichsten Dank für seine Freundlichkeit auszusprechen.44

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