Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1896)
- Date
- 1896-06-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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' derselben, durch Entbehrungen aller Art oder durch Sumpffieber geschwächt, fast andauernd krank. Dieser .Menge stehen in den jüdischen Hospitälern insgesamt nur 90 Betten zur Verfügung, und zwar im Bikur (Iholim-Hospitale 44, im Misgab Ladach-Spital 22, im Hospitale Meyer RothscluidT 24. Unzählige IIebelstände resultieren aus diesem Missverhältnis, trotz der unaufhörlichen Bemühungen der betreffenden Spitalverwaltungen, dieselben thunliebst zu lindern. Es bleibt unvermeidlich, dass kaum Genesene '■früher, als es nach ihrem Befinden rätlich ist, aus dem Krankenhause entlassen, in ihre unseligen *Wohnungen zurückgesandt werden müssen,*, da andere Schwerkranke der . Aufnahme harren. Weit schlimmer noch ist, dass, .obwohl so die .Betten nie. ,leer ■stehen, doch •viele Kranken, die der Spitalhfhandlung dringend bedürfen, dieselbe nicht erlangen kennen: und so mag für manchen leider die rechte Zeit, in der noch eine Hülfe'möglich gewesen, , versäumt werden. Die Missionäre haben sieh diesen Zustand bereits zu Nutze gemacht. In ihrem Hospitale finden die armen kranken Juden und Jüdinnen bereitwillige Aufnahme und sorgfältige Ptteg׳,. Eigens dazu angestellte Aerzte besuchen Rollwände- und Jalousien-Fabrik Hannover (/. BEHRENS Berlin Berlin C.. Kaiser-Strasse 28 am Alexan<,l< rplalz. Rollschutzwände זnr Zinnnf’r. 0;aru״n und Balkon Jalousien in allen AusfüliruDgeiik Reparaturen schneit und billigst. Vielfach "prämiirt. x Preislisten gratis. Vfdojrhon.: Amt VII. .No. •>•»72 . Fabrik <\er im Februar 181)4 erloschenen Firma Davids & C0. D i n a. ]Novelle von E m m y , R o s s i. (Fortsetzung.; ' 'Wieder völlig ■ unbefangen rief lächelnd das errötende Mädchen: .0י Hoheit, wie mögen sie nur des kleinen Ver- .lustes gedenken. Mein Taschengeld ist 'reich genug, um sohdieü ■Schaden zu decken,״ aber ich bin gerührt von Hoheits Güte, welche-au'dem grössten wie kleinsten Betrübnis seiner Unterthanen freundlichen Anteil nimmt.w ״Aber für den - Schreck, den ich. Euch eingejagt, bin ich Euch Entschädigung schuldig,׳׳ begann etwas unsicher der Gepriesene wieder,' ״und da will ich es machen wie die Prinzen im Märchen: ich gewähre Euch die Erfüllung dreier Wünsche — aber es ist eine Bedingung־ dabei,“ fuhr er rasch fort und senkte einen Moment die dämmenden Blicke vor dem sanften Unsehuldsstrahl, der dem seinigen begegnet, ״die •Bitten dürft Ihr nicht hier, sondern in meinem Schlosse thun.“ ״ln Hoheits Schloss?" — Din als naives Staunen war, grenzenlos über die wiederfahrene Ehre. ״Ja, holdes Kind/ rief der entzückte Fürst und fasste •ihre weisse Hand, welche von Brillanten strahlte, ״wünscht, was Ihr wollt, und ich gewähre es. Morgen Abend erwarte ich Euch in meinem G arten sch lössehen. Auf dem linken Flügel werdet Ihr drei Laternen am Eingang brennen sehen, dort findet Ihr.mich. Ihr werdet kommen, reizendes Wesen?“ fragte er emphatisch und drückte die Bosen spitzen der feinen Finger an seine Brust. Dina lächelte-. vergnügt: ״Ja, ■wenn Hoheit erlauben, bin ich so frei.u Thränen traten plötzlich in die noch eben lustfunkelnden Augen. ״,Ich 'bedarf zwar nichts. Das Einzigste was mir zu meinem Glücke fehlt, kann selbst Jehova mir nichtwiedergeben, hin ist hin! Aber bis morgen Abend denke ich mir et was recht Schönes für meinen lieben Vater aus, und wenn Hoheit das erfüllen, werde ich ihm ewig dankbar sein!“— Der Grossherzog beugte sich zu dem rosigen Ohr der Schönen und flüsterte: ״Aber niemand etwas sagen! Verstanden?“ Dina schlug fröhlich die Hände zusammen ״Nein, nein, im Aufträge der Missionsgesellschaft die armen Kranken unentgeltlich in deren Wohnungen und verabreichen ihnen die nötigen Modicaraente, Zu welchem Zwecke und in welcher Absicht dies alles geschieht? Die Antwort auf diese Frage liegt sehr nahe. Eine wesentliche Vergrösserung der bestehenden jiidischen Hospitäler durch etwaigen Aufbau weiterer Stockwerke ist teils aus baulichen Gründen unausführbar, teils aus sanitären Erwägungen unstatthaft; ein Ausgleich alP der Lücken, welche die Pflege jüdischer armer Kranken in Jerusalem bisher aufzuweisen hat, kann nur erreicht werden durch.. den'׳Neubau eines Krankenhauses, das sowohl über eine grössere Anzahl von Betten verfügt, wie in allen seinen Einrichtungen,' insbesondere' hinsichtlich der Behandlung mfeetiöser Kranken, den gegenwärtigen Anfordorungen der Hygiene genügt. Wir!1 offen, dass angesichts dieser nur flüchtig gezeichneten ■traurigen Zustände der Appell, den ״das Comite zur Errichtung öi’nes jüdischen Krankenhauses in Jerusalem“ an unsere.Glaubensgenossen richtet, nicht; erfolglos ver-" hallen werde! Konfitüren-,Bonbon-ü.SchokoMen-Handlung L. Diinckler, 3 Neue Promenade 3, empfiehlt zur Reise: Konfitüren, Pralinöes, Fruehtpasten, Pfeffermünzpastillen, Drops, kand. Ingwer, Pomeranzensehalen, feine Schokoladen, Kakaos, Eiercognac, Bisquits, Maripeladen, sowie eine reiche Auswahl in Reisekörbohen, Kartons mit erfrischendem Konfekt gefüllt, ־ sämmtliche Fabrikate der - Hofl. Th. Hildebrand & Sohn, ÜMF* 3 Neue Promenade 3. , Vertreten im Lan« 10s־AusstelluDgspa1*k am Lehrter Bahnhof, wo sämmt־ liehe Waaren zu gleichen Ladenpreisen stets frisch verabfolgt werden. gewiss nicht, sonst wäre es ja keine•Ueberraschung. O, ich danke schon im voraus, Hoheit, aber“ - fügte sie vorsichtig um sich blickend, fort: ״Vater wird gleich wiederkommen, und wenn wir es ni 0111 verraten wollen, so — — ״ ״So soll ich ■mich jetzt entfernen, nicht wahr, schönes Mädchen? Nur noch ein Wort. -- — ■— —— — - Wie heilst Ihr?“ ״Hoheit zu dienen, ich heisse Dina.“ ״Adieu, schöne Dina, auf Wiedersehen, Morgen Abend.“ .,Morgen Abend acht Uhr, nicht wahr, Hoheit?“ ״Die Zeit wird bis dahin bleierne Flügel haben.“ — .״Hoheit sind allzugütig“ — — — Niiii war Dina allein und sie dachte noch über die merkwürdige Angelegenheit nach, als ihr Vater eintrat und mit Umarmung und Stirnkuss sein holdes' Töehterlein segnete. Dann fragte er schelmisch — der alte Brummbär konnte sogar bei ihrem sonnigen Anblick scherzen: ״Bäte, Dina, ^veh ich da draussen habe?“ - Dina wurde rot und gedachte ihres seltsamen Besuches; doch ■brächte sie kein AVort hervor. Lächelnd Öffnete der Vater die Stubenthüre. Vergessen waf die Begegnung mit dem!Regenten — da stand ja auch auf der Schwelle ihr lieber, guter Onkel Veite!, in dessen Hause sie erzogen war, ihr zweiter Vater, und neben ihm dessen Sohn Abraham, der in Rostock ״Doctor“ studierte. Einen Augenblick lag sie in des Alten Umarmung, der *seine schöne Nichte küsste und segnete, dann wandte sie sieh, über und über rot, ihrem jungen Vetter zu. Sie umarmten sieh nicht, aber ihre Blicke küssten sich, und Hand ruhte in Hand. Veitei stiess schmunzelnd seinen Schwager an, und der alte Bär sah so vergnügt und zufrieden dabei aus, wie zu jenen Zeiten, als er sein geliebtes Weib heimführte. y Der Vater schnitt das mohnbestreute Sabbatbrot aü und sprach' das Gebet, dann trug die Köchin die Fische auf, und der süsssäuerliche Duft derselben durchdrang den weiten Bamri des hohen Wohngemaches. Eine Flasche Wein wurde zu Ehren der Gäste entkorkt, und als Dina und Abraham mit ihren Glasern anstiessen, war ihr Bund im Himmel und auf Erden beschlossen. Bald lenkte sich