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Berliner Vereinsbote · 1896-06-26 · Heft 26 (26.6.1896) · page 5

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 26 (26.6.1896)
Date
1896-06-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Eine Anzahl hervorragender Glaubensgenossen, die sich zn einem ,,Ceutral-Comite für die Errichtung eines jiidisehen Krankenhauses in Jerusalem‘• ■zusammengethan haben, wenden sich jetzt an unsere eceldenkenden Brüder und Schwestern mit der dringenden Bitte, die Gründung des Krankenhauses ermöglichen zu helfen. Wen Pflicht oder freier Wille in die Häuser der jiidisehen Einwohner Jerusalems. ׳ zumal der Altstadt, führt, der hat nach Fällen von Unglück, Elend und Not nicht lange zu suchen;, selbst ein schon abgehärtetes Gemüt wird sich dem Mitleid nicht verschliessen können; ist doch die grosse Mehrzahl der jüdischen Bevölkerung Jerusalems gänzlich mittellos und daher auf die Unterstützung wohlhabender Glaubensgenossen angewiesen. Bei der“grossen Zahl der Bedürftigen wird diese pecuniäre Hilfe aber nur sehr Wenigen in ausreichender Höhe zu teil. Die grosse Mehrzahl lebt in drückendster Armut, sich vergeblich abmülieüd, dpreh diese oder jene , Thätigkeit den Unterhalt zu erwerben. Nicht, als ob es den jüdischen Handwerkeng ' *deren es in Jerusalem eine sehr grosse Zahl giebt, an Eie iss oder Tüchtigkeit fehlte. Der Mangel an Aufträgen /entsprechend der Bedürfnislosigkeit eilW armen Bevölkerung einerseits, der scharfe Wettbewerb anderseits, bedingen es jedoch, dass der Arbeitslohn auf ein geringes Mass herabgedrückt ist. So lange nur diese anspruchslosen. Menschen gesund | sind,, wird ihr Elend kaum von ihnen empfunden. ■Anders j aber, wenn sieh zur Armut noch Krankheit gesellt. Bis vor einigen Jahren hatten die jüdisrhen armen Kranken keine andere Hilfe, als die seitens der best ehern lern jüdischen Hospitäler gewährte, aber nur Wenige konnten in diesen eine Zuflucht ׳finden.; die Uebrigen, zumal durch ihre Leiden ans Bett Gefesselten, batten' wahrhaft* mibeschreibliehe Qualen zu erdulden. Die traurig** Lag♦■• dieser Unglückliehen ward erst dann etwas ge!iodo14r~-se!t.dem^ zwei aus Deutschland entsandte tüchtige jüdisch,׳. Aerzte die Behandlung der Kranken kostenlos, sowohl :1׳mbulatorisch als auch in deren Wohnungen übernommen haben. So sehr aber auch aiizuerkennou ist. dass durch die aufopfernde Thätigkeit der. genannten Aerzte grosses Elend gemildert wurde, so ist doch; nicht.-■ zu verschweigen, dass für einen erheblichen Teil der armen Kranken, insbesondere für die Aermsteii und Schwerkranken, dipvh diese ihnen gebotene unentgeltliche Behandlung der ־angestrebte Zweck' nicht erreicht werden konnte. Was kann dem Kranken eine noch so zweckentsprechende Verordnung seitens des Arztes helfen, wenn er dabeb die erforderliche Verpflegung und Wartung entbehrt? , Was dies besagen will, vermag nur derjenige zu heurteilen, der einmal mit eigenen Augen gesehenhat. welch' entsetzliche Höhlen in Jerusalem, speciell in der Altstadt, als Wohnungen der Annen und damit zugleich als Auf ־nthaltsort für den Kranken dienen. Bei Eintritt glaubt man zu ersticken, inan sieht nicht die Hand vor den Augen und rgif einem Lager von Lumpen wälzt sich im Fieber «sine . von Not und Sorgen abgehärmte Gestalt. Können M.edicameiiteetwas nutzen, wenn die ersten Bedingungen der .Gesundheit,'Licht und Luft fehlen? Leider reichen die bestehenden jüdischen Hospitäler diesem Andrang gegenüber bei weitem nicht ans. Die Zahl der jüdischen Einwohner Jerusalems wird auf cjrca 30,000 geschätzt. Bekanntlich ist ein sehr - grosser Teil

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