Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1896)
- Date
- 1896-06-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Er •hatte sein Doctor- | examen glänzend bestanden und war'im Begriff, sich als I Arzt in einem kleinen Städtchen niederzulassen, aber sein i Vater meinte: .,Ich hab’ ihm geraten, einstweilen im Ausland eine Stelle als ' Assistenzarzt anzunehmen und, sich so viel zu ersparen, um dann gleich in einer rechten Stadt, *hier■in Schwerin, wünsch’ ich. sich niederzulassen. Denn mein Abi will nicht., dass ich um seinetwillen Schulden mach', und der Verdienst ist alleweil schlecht. Wenn man aber nicht gleich gross auftreten kann, so kommt Einer von unsere Leut’ nickt zu einer ordentlichen Praxis.44 ״Aber wie Ihr sprecht, Schwager! Wozu bin ich dennder reiche Bär, wenn meine eigene Misehpoche*) nicht davon profitiei'en will. Ich geh' Abi die nötigen Gelder, und wenn er ein grosser Mann mit reicher Praxis geworden, zahlt er sie mir wieder.44 Und der Alte kniff schlau das linke Auge ein und nickte seiner Tochter zu. Aber Abi war damit nicht einverstanden — ,,Nein Onkel44, sprach er freundlich aber entschieden, ״ebensowenig wie ich Deine Unterstützung zum Besuche der Universität annahm, kann ich es auch ferner thun. Ich habe mir mein Ziel vorgesteckt und muss es allein erreichen. Dabei kann ich nur die Hilfe meiner ^uten Eltern annehmen, denn Eltern und Kind sind Ems. Aber sonst wünsche ich niemand etwas zu verdanken, und wäre es auch der *) Verwandtschaft. j beste, liebste Onkel Bär. . Ihr״nehmtrs mir doch nicht׳ übel, I Onkel'?44 - -- 1 Der Alte thut böse, obgleich er im Stillen den jungen Mann bewunderte: ״Gott dein Gerechte., thüt der Herr Abi doch, als wären die leibhaftigen VtrossherzUge von Me eklenbürg seine Ahnen, so nobel sind - seine Grundsätze. Na, wie Du willst, Abi,44, setzte Bär sanfter hinzu, als er Diua's betrübtes Gesicht bei dem' scharfen •Ton seiner. Rede hemerkte. ״Du wirst jedenfalls Dein'Fortkommen ' finden ich hätte Dich nur so gerne hier;in Schwerin 'behalten, und ich glaub', sonst jemand auch noch.4‘ Abi reichte*, dem Oheim die Hand, dann sprach man von etwas anderem.;'/■ ״Ja, das geht so mit dem Wünschen,44 warf. Veite 1 •ein, ״wie lange hast Du schon gewünscht, dass man Dj'r den Titel Commerzienrat giebt, Schwager, und obgleich sie Dir da oben Dein Geld .abborgen und Bär bald hier, bald da aushelfen muss, geschieht■.’'» doch' nicht.44 (ForfcsetzufjgJblgt.) WM" Auf den dieser Nummer beiliegenden Aufruf betr. ״Errichtung eines MLrsoDen Krankenhauses in Jerusalem‘* sei besonders hingewiesen. "HM