Mannheim
Compact Memory

Berliner Vereinsbote · 1896-06-19 · Heft 25 (19.6.1896) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 25 (19.6.1896)
Date
1896-06-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/3019627-3019682-3019705--176-3020621
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Iw ft-Verfahren. dass deren Anwendung »ihne Borufsstörunfc vor .810,11 gehen kann, die Witterung auf dio Behandlung keinen nachteiligen Einfluss auszuühen vei 1n:.g und 80)1״n dio ersten Sitzungon die Zuvorsio.hl «!08 Leidende» durrh dio siehrhnre, Besserung bedeutend lioUcn. Di** peinliche Itoinliebkeit. dio gut gelüfteten,- hin׳ Dämon und Herren separirten, *.vohleingeriehteten 11*111100 gostalton don Aufeiit« halt zu einom angenehmen. Die Abkühlung dos Badenden geschieht an «gemessen seiner Empfindlichkeit. und wird hierdurch der Heil- .}»rozoss 'wesentlich gefördert. Rollwände und Jalousien-Fabrik C. BEHRENS Kaiserstrasse 28 (Alexanderplatz} Rollschutzwände iur ZiuniMT. (Milten mnl Ualkon. Jalousien in allen Ausführungen. Reparaturen schnell und billigst. Vielfach prämiirt Preislisten gratis. Telej>l1eu•. Amt Oll. No. U:i7g Fabrik <)<־!■ in! Februar 1 HDt erloschenen Finna Davids & Co. Auf das von dom Synagogen -Verein Beth - Zion am 24. Juni er. veranstalUd.u .Sommerfest in Noaek's (rarton machen wir ganz besonders aufmerksam. Dio bislterigen Veranstaltungen dieses,Vjereins und ׳ dio umfassenden Vorhoreitungen zu dom bevorstehenden Fest sichern den ä'eilnehmern genussreiche Stunden. Konfitüren-,Bonbon-n.Sctiokoladen-Handlung L. Dünckler, 3 Neue Promenade 3, empfiehlt zur Reise: Konfitüren, Pralinöe^, Fruchtpasten, Pfeffermünzpastillen, Drops, kand. Ingwer, Pomeranzenschalen, feine Schokoladen, Kakaos, Eiercognac, Bisquits, Marmeladen, sowie oirio reiche Auswahl in Reisekörbchen, Kartons' mit «*, frisebendem Konfekt gefüllt., sänvmtlicho Fabrikate der Hofl. Th. Hildebrand & Sohn, MU- 3 Neue Promenade 3. Vertreten irn Lundes AnsK(«־ilun^H[tnrk um Lehrt.«'r Bahnhof', wo siimmf־ lieh*• Wanren zu gleichen Lnden}<vci*en sfets Irisch •verabfolgt wer,len. D i n a. ]Novelle von Emmy Possi. F!1i sldrniisrik rauhor Herbsttag. der lofzto September des J ah ros 1 S2< >. Die Verkäufer auf dom Schweriner W* ««־hennfarkt' beeilten de 11 ל ihre Waren loszuschlagen, uni ׳h-m schneidenden Osbwind• zu entgehen. — .. Will *li** Jurigf«‘!־ »liehtlieber dio ganze Schlage Butter ■kaufenyu t!׳ug -die Bäuerin das mir ihr tedschende Mädcvhen, ich la.sd/inr auch das . Pfund׳ zu fünf Schilling. ,.(*ott bewahrt־'*, rief sic lebhaft-. ..das wollige üppige Braimhaar s«:lmf mlnd.' ..das ist pw ein Heidengeld! Ich bin 'nur s<> elna* Tuch ■mul Korb aus dom.Hause gelaufen, sonst gingt* ich weiter und kaufte, billiger. Aber wenn Ihr mir das ganzo Stin k für eine Mark lassen wollt, so behalt irh'o” ..Na, wenn die Jungfer ־meine Kundin bleiben will, soll sic. es ■dafür haben,” entschied die alte Bäuerin und Wellte die grünen Unnkelblatteiv welche, die schützende Hülle der. goldgelben Hutter bildeten, entfernen, aber die Jungfer!hat Einspruch: ״•Hasst nur die Blatter darum, ich habe ■nur dies Tellerohen, da ich nicht so v-.iel zu kaufeit gedachte, sonst bringe ich sie ■nicht heim/ Sielegte da- Marketürk nieder, und wandte sieh ihrem nahen Haus** zu. als mn die , Ecke der .Königstrasse eine Anzahl Offieiere ' traten, unter welchen ihr scharfes Auge «len (י ross!!erzog «*?־kannte. ׳׳ Busch lieg de Brr offenen :Hausthüre zu. aber o weh sie \׳»*rga-s darüla*r das grosse Stück Butter auf (lern kleim*u T«i!e!׳, und «1!«- ganze Besclmeruug fiel gerade vor die Fitste «1er inzwischen heraiigesehritLenen Militairs. ,Der jovmle Friedrich Franz, ein.Kenner holder ־Frauens« heue, blieb gefesselt von dein Anblick des reizenden, ■verwirrten Mädchens ■plötzlich stehen und sah sie mit Bewunderung. in welche sich ein wenig Begehren stahl, an. Die selmne Dina rafft* die umhüllte Butter auf. selilug ihr Baiumv*«Ihres Selmrzehen darüber und mit einem ehrerbietigen Kn ix lief sie rasch . davon, dem entzückt <*n Mmiarehen ׳!♦•n schönsten Fus> im blütenweissen Strumpf und ■roten, hochhackigen Pantöffelchen durch den schnellen ■ Hanf verratend. - Als sie NU Hanse des alten Bär entschwand, wandte sieh der Grossherzog im \Veitersrhreiten lachend an seinen Adjutanten־: Wahrhaftig im B;i! onzwinger füttert man also auch rH?iז ■ז«dt;lu 1 m11 ׳«*n! Donnerwetter, <1**1־ alt** Jude hat «NN -eh*«ne Köchin. ja. viel.zu schön Türden Brummbär,” NN-i *׳; huckte sich etwas.naher an («raf Bfilow’s Ohr: ..Ein gohhier .'Käfig war«* für das Täubchen passmnler als die düst «*re Bäreng ruhe.” Der Adjutant, sah bei ..dies«׳,׳ Erörterung sehr ernst aus: .,Hoheit, das Mädchen ist keine Köchin, sondern die einzige Tochter des alten Bär. Seine Frau ist früh gestor- * ׳ Novellen aus «lern jüdischen Fa inilieilieben. Berlin 1880. ־״■׳־׳■ Dnic-k und Verlas von - Emil 8treisaml. ben. deshalb ist seine Toeliter b«ä Verwandten erzogen und erst seit acht Tagen in ihres Vaters Hans zurückgekehrt/ ״So, mein lieber Graf, und. woher wissen Sie denn so genau die Biographien 1 er Bärenbrut?**•Trug ironisch lachend der Fürst und blickte, forschend seinem Adjutanten in's A'C•■• ' Graf Bülow ertrug den Blick gelassen:'.,.Hoheitwissen, dass man den alten Bär beim PI erdekauf nicht entbehren kann, er versteht es, das Schönste und Beste zu beschaffen und ist dabei so redlich wie — — ..Wie ein Jude,; wenn er einen. Christ oft betrügen kann. Nun, seine Tochter gehört doch nicht, zum Pfordekauf?tt spottete Hoheit, ..Seine Tochter empfing mich■ kürzlich statt ihres Vaters, welcher just beschäftigt war, und obgleich ich Hoheit nicht zu versichern, brauche, ׳lass ein Bülow keine Jüdin heimführt, so. muss ■ich Euer Hoheit doch gestehen, dass das -chörie Mädchen einen tiefen Eindruck in#soiner bescheidenen Holdseligkeit auf mich gemacht, ,.Nun also,1* lachte der Grossherzog und sah seinen Adjutanten mit. listigem Augenzwinkern an. Der Graf ■verstand die Deutung' dieser Augensprache, und sein hübsches Gesicht färbte sich (hnikler. War es Erregung oder Scham als er fort fuhr': ..Die schöne-Jüdin gehört nicht zu jener Klasse Mädchen, welche, man zu seiner Geliebten machen kann, wenn eine, Heirat 'unmöglich. Sie ist tugendhaft und stolz, wie die patriarehisehen Weiber der heiligen Schrift, des ausgost.ossenen ■Volkes/ ״Graf. Ihr habt Euren Beruf als Missionär verfehlt.1* .neckte, belustigt über des Adjutante^ moralischen Eifer, der Grossherzog: ״Aber mich bekehrt Ihr nicht. Will doch einmal sehen-, ob das Judenkind aus zäherem Stoff als ande re Schönen ist P .-.״ Der Regent wandte sich zu anderem. Fnterhaltungsstoff und ־.anderen Ohren. Obgleich er die .Auffassung seines offenherzigen Adjutanten nicht teilte, freute er .sich doch an dessen׳ nobelem Charakter und weit entfernt.ihm zu zurneu, schenkte er ihm irn Gegenteil von mm an weit grosseres Vertrauen, denn der alte Friedrich Franz war. einer jener seltenen Regenten, welche einen gerechten Widerspnieli nicht mir ertrugen, sondern schätzten. Sein biederer Sinn hasste alle ■Speichelleckerei und jedes SchranzentunL Doch die schöne Jüdin kam dem fürstlichen Don Juan 'nicht aus dem Sinn! Der Sieger in hundert Weiberaffairen nagte verdrie.ssl.icl» an der Bemerkung, dass dies ״Juden- ■ schickst/ ihm widerstehen könmg \vo( die vornehmsten Damen - vh seiner Mannesschönheit und hohen Würde geneigt hmh‘!L Eben der Widerspruch ׳hatte seine heftige Begierde eM!lammt. — Einige Tage nach ■diesem Pmicont re trat in die •Wobnung des ah.׳.! Bä!׳, in der Däee.׳,>rm.^ '■P*s frühen Herbstabends ein:.‘Man?» ’;in blauen.Ivfiä,/.innantel vc!hüllt und die Kappe tief i* י (’*seid gezogen. Es war Freitag Abend und der ade־ BnV m d Hyn p\:>g

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.