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Berliner Vereinsbote · 1896-07-10 · Heft 28 (10.7.1896) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 28 (10.7.1896)
Date
1896-07-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Ausgcxhenkt worden zur Zeit ein Rotwein ״Risehon- IZiön״ aus dem Dorfe, dessen Namen er führt, der den dort verpflanzten Bordoauxreben seinen Ursprung verdankt; fei ner ein Weisswein der Kolonie Sik 1 irön-Jaaköbh, der im Geschmacke an den Nierensteiner erinnert, sowie ein Süsswein ״Esrau, der den Alicantetrauben' der Kolonie Re.ehöBhoth' entstammt und in Risehon gekeltert ist. Ausserdem gelangt ein Cognac * Jaffa u ebenfalls aus Risehon-l’Zion zum Ausschank. Sämtliche Produkte sind reine Weine!Zeugnisse und linden den allgemeinen, ungeteilten Beifall <les Publikums, und legen so Zeugnis von der Vortrefflichkeif.׳jüdischer Bauernarbeit in Palästina ab. Die Preise sind dagegen bedeutend geringer als diejenigen gleicher europäischer Marken, und wir können nicht umhin, hier diese •Preise׳ mitzutcilen: ____ ___ Risehbn - LZien Flasche 1.70 M., Glas 25 Pf. Esra . 20 ,, ,, .1)1,5 .״ ,, Sjkhrön-Jaaköbh ,, 1,20 .. 15 Jaffa!Cognac! 4.00 ,15 .. ,׳■.. Die mit Palmen zweigen ausgesclimückten Wände sind inj ז hebräischen Versen' aus der Bibel bedeckt, die den Wert kennzeichnen,; welchen die älteste jüdische Litteratur;!uf ,die iJaudwjrtsclijäft logt. Ebenso ist es in dem zweiten Zimmer, - in dein sich die eigentliche Ausstellung befindet. 11 0*1־ ist über •lein ]Eingänge zur Weinstube noch der Vers aus Ko hei et h״•Trjhike gemütlich deinen Weinw. der beweis!, wie selbst der Pessiiziist des jüdischen Volkes die Lebensfreude nicht negiert.’ Die’ übrigen Verse sind dann noch: Deut. VIII S. 0 und 10. Joel IV, 1-S. Koheleth IX. 7, Hohelied Hl Id und VIH. 2.!11 diesem zweiten Zimmer ist die׳'eine Wand mit den Photographien einiger jüdischer Kolonien, besonders verschiedene Ansichten von Rechhoboth, Wädi-el-Chaniii und Katra. ausserdem jnoch. von. Jerusalem.• geschmückt. Diese Ansichten sind daun mit grossem Geschick in verkleinertem Masstabe zu einem geschmackvollen kleinen Album vereinigt, das für-!0 Pf. verkauft wird. Zur Ergänzung giebt es noch eine ausführliche Broschüre, in der einer der vorzüglichstcn Kenner dieser Frage die Geschichte und den jetzigen Stand de!r jüdischen Kolonisation in Palästina eingehend darlogt. Neben den Tischen mit den. Bildern und Ansichten befindet sich die Spezialausstellung der von der Alliance Israel ite Uni vonsei]»‘ gegründeten jü di 8 den Ackerbauschule ,״Mikweh - Jisraefr bei Jaffa. Ausser fünf verschiedenen Wein arten, nämlich Weisswein, Rotwein, Süss wein, Eau de vie Q1111d ■Muskateller hat die Schule an Bodenfrüchten ausgestellt :/ :Gerste, Weizen (sehr klebereich und schwer), Mais. Dürr lut;sogenannte Mohrenhirse oder Sorghum), Linsen,Erbsom pisumsativum;,Küehenerbsen (cicer,chummig),• wrlssc' Lupinen von staunenswerter Grösse, Feversroles *eine Art Pferdebohnen), grosse Zuckerbohnen, Platterbsen und :mrhre mehr.. Ar! der Wand hängen zwei Pläne von der Schule mit ihren Anlagen/■ und Plantagen, die ein Schüler der Anstalt, Nathan Alscliewsky, für die Weitaus- Stellung in Chicago entworfen/■'und, ,gezeichnet' hat. Alle diese Produkte sind ausschliesslich Arbeiten, welche die Schüler mit .ihren Lehrern up/d’unter ihrer Leitung selbst geballt und geararbeit haben. Die Anstalt gehört theoretisch und ganz besonders praktisch zu den besten und vortrefflichsten Lehranstalten für Agrikultur׳, und die Vorzuglichkeit der Erzeugnisse, die alle den Meeresdünen und der Sandebene von •Jaffa ihre Entstehung verdanken, legt beredtes Zeugnis von der Arbeit der Schüler ab. Je mehr die Alliance angegriffen und angefeindet wird, mit um so grösserem Stolze kann sie auf die Erfolge dieser einzigartigen Anstalt hinweisen. Noch trefflicher sind die auf einem anderen Tische aufgestellten Erzeugnisse der eigentlichen Kolonien. Da sind u. A. Linsen, Durrha, Lupinen und Weizen aus den jüdischen Kolonien, die von Risehon - V Zion hergesandt wurden, und die die allgemeine Bewunderung der Sach ver- ~ ständigen^e1*regen.e Einer der grössten Kenner der Land- Wirtschaft., der im'deutschen Reichstage als solcher angosehen und von Bedeutung ist, hat den Schreiber dieser Zeilen sein uneingeschränktes Lob mit ungeteiltem Enthusiasmus ausgesprochen. Die Oliven, die in der Nähe von Risehon-PZion und Reöhöbhoth wachsen, gelangen in der Oelfabrik von Epstein & Co. zur Presse, und neben diesem vorzüglichen Olivenöl aus Ludd (Lydda) stellt von Abraham Isaak Edes & Co. ein hochfeines Sesamöl zur Ansicht aus. Aus den Olivenresten wird eine Pffänzenseife •angefe^jbigt, die ebenfalls gut genannt werden muss. Daneben befindet sich ein duftender Honig ■ aus Wädi-el-Chanin.. der sich durch einen besonders hohen Gehalt an Ameisensäure vorteilhaft auszeichnet. Rösch-Pinäh ist durch seine Seidenprodukte vertreten, indem es Oocons und Rohseide zur Ansicht giebt, während fertige Tücher aus dieser Seide in einer jüdischen Weberei in Damaskus hergestellt sind. Neben manchen anderen Produkten, die für die Ausstellung zu ihrer Kompletierung unterwegs sind, kommt aus Risehon-1'Zion ein Seidenzelt von dem bekannten Kolonisten Meierowitseh, dem Herausgebe!־ der landwirtschaftlichen Zeitung ״Haakär. der Kolonist44: in dem die historische Entwickelung der Seidenzucht gewissermassen',experimentell (largelegt ist. Die Rösch Pinäh benachbarte und versohwisterte Kolonie Jessüd- Hamaaläh hat . Orangenparfüm.. Rosenwasser und Eau de Cologne in geschmackvollen Originalflaschen, auf deren ׳' Etiquettes ein gelungenes Bild der Kolonie Zu sehen ist. hergesandt. Eine Flasöhe Eau de Cologne, die für den Gebrauch des Publikums vor mehr als vier Wochen geöffnet wurde, hat. auch heute ihren lieblichen Duft noch nicht verloren. Aus den Südfrüchten und Obstarten, welche die Dörfer besonders am Karmel hervorbringen. destilliert die Fabrik von S. Friedmann in Haifa: Marascino. Orangen- und Zitronen! iqueur. Anisette, Chartreuse und Karmelkräuter־ bitter, ferner stellt die gleiche Fabrik Chinawein, Absinth, Curacaorum, sowie Syrups. aus ■ Sassaparella, Orangen, Zitronen. Granatäpfeln.. Maulbeeren und Rosen aus. Die betreffenden Südfrüchte, ganze Garben, sowie Mandeln und andere Produkte, sind seit einer Woche für die Ausstellung in Haifa, beziehentlich in Jaffa an Bord gegeben worden. (Fortsetzung folgt.) .. Gemeinde. Gottesdienst. Freitag, den 11. Arrli in allen / Synagogen־ ’abends 7(N Uhr. / Honnabend, den 1Ä. Inli in der alten •Synagoge morg. •S1/., Uhr, in d*־n übrigen Synagogen n>! -! g׳n>- Ü Uhr. . / Meedigten Vorm. H> Ulu: Net/ie Synagoge, Herr .Rabbiner I'iir. ' Maybaum. V Kai s|‘rstrass־.e-Synagoge. Herr Rabbiner J)r. Rosrnzvveig.; Nachmittag 4 Uhr Alte Synagoge Herr Candida! Dr. H Malter. Akendgottesdtenst 4 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen in all eil Synagogen morgens 6(N Uhr und abends 6*/5 Uhr. . .׳־ Verein für Arbeitsnachweis. Kloster-Strasse 44. Fernsprecher 5, 3366. Geschäftsstunden 9 1 und 3 6 Sonntag 10—12. Wir erbitten dringend Arbeitsgelegenheit für folgende Kräfte: Commis und Expedienten verschiedener Branchen. —■ Confectionär für Herrengarderobe. Calculator für Damenconfection. -- Stadtreisende. Buchhalter. Comptoiristen auch für fremde Sprachen. Schreiber. - Buchbindergesellea, — Kellner. -- Schlächtergesellen. Klempnergesellen. Schriftsetzergehülfen. Conditoraehülfen. Uhrmachergehülfen. - Glasergehülfen Malergehülfen. --- Tapezierergehülfen. Sattlergehülfen. - Zuschneiderund Bügler für Herren- und Damenconfection. Handwerkerlehrlinge. - Cigarrenarbeiter. Verheiratete Männer für jede Beschäftigung Hausdiener. Cassenboten, auch mit Cautionen. — Buchhalterinnen, auch erste Kräfte, mit Sprach Kenntnissen Verkäuferinnen verschiedener Branchen -- Lehrmädchen für engros und detail mit höherer und Volksschulbildung. Oie Vermittelung von Stellen durch unseren Verein erfolgt vollständig kostenlos. Vor Vorstand. JÜd. Lesehalle und Volksbibliothek. Münchener Hof Sphndauerstr. 11-13 für jedermann geöffnet: Wochentags 1—4, und 7(N- 10 Sonnabend 2 5. Sonntag 10 2. Uf/f // /ffftrff.) ojft BERLIN W. 31, Unter den Linden. ^124

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