Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 53 (31.12.1897)
- Date
- 1897-12-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Mode-Bazar Guttman Nacht. (Willy St-»«» Landsbergerstr. 66/67. Artikel aller Branchen. "ME AM" Jeder Vorzeiger dieses Inserats erhält 5°/״ Rabatt. "י das ganze von den Herren Dr. Apolant und Dr. Adler getroffene Arrangement, sowie die verschiedenen Vorträge der Kinder haben allgemeine Befriedigung erweckt. Vom Vorstand des Krankenhauses ist der Versammlung die Mitteilung zugegangen, dass am 1. Januar künftigen Jahres Herr Prof. Israel den Jubiläumstag seiner 25jährigen Wirksamkeit am Krankenhause der Gemeinde begeht. Nachbewilligt wurden 944 Mark, welche aus der Verlegung der Geschäftsräume der Armenkommission entstanden sind. Die Revision der Gemeinde-Hauptkasse hat stattgefunden und zu Bemängelungen keinen Anlass gegeben. Hervorzuheben wäre dabei, dass auch im vergangenen Jahre die Zahl der steuerpflichtigen Gemeindemitglieder einen nicht unbeträchtlichen Zuwachs erfahren hat, durch welchen Umstand eine Vermehrung des Büreaupersonals erforderlich wurde. Mit der Erhöhung des Mietspreises von 960 Mark auf 1320 Mark für Räumlichkeiten auf dem städtischen Schlacht-und Viehhof erklärte sich die Versammlung gleichfalls einverstanden. Damit war die Tagesordnung der Öffentlichen Sitzung erledigt. Vor 10 Jahren veröffentlichte die jüdische Gemeinde- Verwaltung gelegentlich des 25 jährigen Bestehens des jüdischen Krankenhauses den Bericht über die Leistungen, welche das genannte Institut innerhalb eines Vierteljahrhundcrts zu verzeichnen hatte. Nunmehr ist wiederum ein Bericht erschienen, welcher die Thätigkeit eines 10jährigen Zeitraumes von 1887 bis 1897 umfasste. Mit Freuden kann man aus diesem mit eingehender Sorgfalt abgefassten und einer Fülle von einschlägigem Material ausgestatteten Bericht ersehen, wie die Verwaltung der Gemeinde und das Kuratorium des Krankenhauses nicht müde und nicht lässig gewesen sind, um die Segnungen der Anstalt mögliehst vielen von Armut und Krankheit niedergebeugten Glaubensbrüdern zukommen zu lassen. In liberalster Weise hat die Gemeinde-Verwaltung mit Geldmitteln nicht zurückgehalten, und auch die Privatwohlthätigkeit ist in ihrer Munifizenz gegenüber der Anstalt nicht zurückgeblieben sowohl hinsichtlich der Zuwendung grösserer Dotationen und letztwilliger Legate, als auch durch Gewährung dauernder oder einmaliger Beiträge. Trotzdem ist es, wie aus dem Bericht mit zwingender Deutlichkeit hervorgeht, unumgänglich notwendig, dass die Wohlthaten des Hauses in der Folgezeit eine noch weitere Ausdehnung erfahren, denn so entgegenkommend auch die Verwaltung sich zu allen Zeiten gegenüber der Bedürftigkeit gezeigt hat, konnte doch nicht allen denjenigen, die wohl eine Berücksichtigung verdient hätten, eine solche zu teil werden, weil trotz aller vorhandenen materiellen Mittel der Zudrang immer noch grösser war als die Möglichkeit der Hülfeleistung. Deshalb fordert der Bericht in eindringlichen Worten alle mildherzigen Menschenfreunde auf, in Zukunft noch reichlicher wie bisher dem Krankenhause Zuwendungen zufliessen zu lassen. Mit allen Anforderungen der vorschreitenden Zeit, namentlich in wissenschaftlicher und hygienischer Beziehung, hat das Krankenhaus der jüdischen Gemeinde stets gleichen Schritt gehalten. Eine Reihe von Einrichtungen ist getroffen worden, welche dafür Zeugnis ablegen. Auch für die Zukunft wird die Verwaltung bestrebt sein in ebenso humaner Weise wie unter Anwendung aller Hilfsmittel der fortschreitenden medizinischen Wissenschaft der kranken Menschheit ihr trauriges Loos zu erleichtem. Möge der jetzt erschienene Bericht viele auf merksame und teilnahmvolle Leser finden, die nicht nur mit leiblichen Augen lesen, sondern auch mit dem Herzen! Berichtigung. In dem Bericht über die Chauukahfeier des 1״. Jüdischen Kindergartens“ ist der Name der ersten Kindergärtnerin entstellt wiedergegeben; es muss heissen ״Frl. Ucko.“ (Wir bitten wiederholt, die Berichte und ganz besonders die Namen recht deutlieh zu schreiben. D. R.) Wegen Mangel an Raum musste die Vereinssohau für die nächste Nummer zurückgestellt werden. Der Delegirtentag des Verbandes der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland. Berlin, den 27, Dezember 1897. Einen wahrhaft glänzenden, verheissungsvollen Verlauf nahm der Delegierten-Tag des ״Verbandes der Vereine för jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland'4, welcher gestern in den Festsälen des Hotel Imperial stattfand. Die Thatsache allein, dass eine so stattliche Anzahl von auswärtigen Vereinen Vertreter entsendet, legte erneutes Zeugnis für das lebhafte Interesse, das in allen Teilen Deutschlatids den Bestrebungen des Verbandes, der Pflege unserer Geschichte und Literatur entgegengebracht wird, und die Verhandlungen selbst verstärkten die wohlthuenden Empfindungen, welche die rege Anteilnahme so zahlreicher und so hervorragender Delegierter mit Recht weckte. Um liy» Uhr eröffnete der Verbands-Vorsitzende Herr Dr. Gustav Ka rpeles-Berlin die Versammlung, begrüsste die Erschienenen und verlas die Präsenz-Liste, welche ergab, dass folgende Vereine, zum Theil durch mehrere Delegierte, vertreten sind: Aachen, Allenstein, Berlin, Bochum, Brakei, Brandenburg. Breslau, Bromberg, Culmsee, Czarnikau, Düsseldorf, Eisenach, Elberfeld, Essen, Glogau, Gelnhausen, Hamburg, Hannover, Hildesheim, Hirschberg, Hörte, Inowrazlaw, Köln, Krotoschin, Leipzig, Lissa, Memel, München, Osterode. Pankow, Ratibor, Rawitsch, Pr. Stargardt, Schneidemühl, Stettin, Thorn, Wongrowitz. Ausserdem waren die Herren Paof. Barth, Dr. Hoffmann und Dr. Wohlgemuth, Dozenten des Rabbiner-Seminars, und Dr. Baneth, Dozent der ״Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums44 anwesend. Vor Eintritt in die eigentlichen Beratungen erteilte der Vorsitzende das Wort dem Mitgliede des Vorstandes der jüdischen Gemeinde, Herrn Rechtsanwalt Dr. Eugen Fuchs, welcher die Erschienenen Namens des Vorstandes begrüsste und denen, die den Verband geschaffen und den Verbandstag einberufen, Dank sage. Die Vereine für jüdische Geschichte und Literatur haben eine hehre Aufgabe zu erfüllen, ihre segensvolle Wirksamkeit reiche weit über den Kreis ihrer Mitglieder hinaus. ״Gedenket der Tage der Vorzeit, erwäget die Jahre vergangener Geschlechter44 — diese Mah- Dung unseres grossen Lehrers Mose habe zumal in unseren Tagen ihre Seherkraft bewährt. Geschichte ist Bewusstsein, Bewusstsein ist Wissen, Wissen ist Leben. Wir müssen uns mit der Kenntnis unserer glorreichen Literatur und Geschichte wappnen, wenn der Fels, trotz Wogenbrandung und Wogenprall, feststehen soll. Unsere Lehre, die der Welt den Dekalog, den Montheismus, das Gebot der Nächstenliebe gegeben sei unser Stolz, unsere Stärke, wie dies gerade die Chanukah-Tage so eindringlich bezeugen. Herr Rabb. Dr. May bäum hiess die Versammlung Namens des Rabbinats der jüdischen Gemeinde willkommen. Redner und seine Kollegen erblickten in der Einladung eine symptomatische Bekundung des innigen Zusammenhangs zwischen den Rabbinern und den Vereinen für jüdisehe Geschichte und Literatur, deren Förderung jeder Rabbiner als eine seiner vornehmsten Aufgaben betrachten müsse. Die Vereine sollen mit dem Stolze wiedererfüllen über den Lehrinhalt unseres Bekenntnisses, mit dem Selbstbewusstsein über die hehre Mission des Judentums, mit dem Bewusstsein des inneren und äusseren Zusammenhangs, der Einigkeit aller Söhne unseres Bekenntnisses. L>ass di«- Pflege dieser Zwecke zugleich in dem Pflichtenkreise des Rabbiners eine bevorzugte Stelle einnehmen müsse, sei bereits in der ersten Tagung des ״Rabbiner-Verbandes für