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Berliner Vereinsbote · 1897-12-03 · Heft 49 (3.12.1897) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 49 (3.12.1897)
Date
1897-12-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Prämiiert Dresden 1874. Hirsch she Schneider-Akademie _». 24000 Schüler ausgebildet. Berlin C., Rotes Schloss No. 2. Grösste, älteste, besuchteste u. einzig preisgekrönte Fachlehranstalt der Welt Am 1. und 16. jeden Monate beginnen die neuen Kurse in allen Abteilimgen der Harren•, Damen- und Wüsche-Schneiderei, sowie im Skizzenzeicbnen und fiandelswissenschaften. Perfecta Ansbildung zu Direktricen, Zuschneidern u. Kon■ fektionären. Absolut sicherer Erfolg wird garantiert. Nach absolviertem Kursus kostenloser Stellennachweis. Prospekte gratis. Anmeldungen >aldigat erbeten.___Die Direktion._ Dampftnräscherei ״Sport“ Inhaber: Max Jaroczynski. -S. Dieffenbachstr. 33. - Tel. A. IV, 446.- Hans-, Leiband Tischwäsche sovie ganze Aussteuern. Princip: Sauberste Ausführung. Grösste Schonung. Prompteste Lieferung. MUSIK z״ Hochzeitsu. Vereinsfestlichkeiten etc. Blas- und Streich-Orchester führt in anerkannt guter Weise aus Max Schmerl, Kapellmeister, Fehrbellinerstr. 18. — Einbrecher haben vor einigen Tagen der im Hofe des Hauses Grenadierstrasse 7 befindlichen Synagoge der Chassidim einen Besuch abgestattet. Sämtliche Büchsen, sowie die Lade für die Gesetzesrollen wurden erbrochen. Da jedoch das Silbergerät nicht in der Synagoge aufbewahrt wurde und die Büchsen erst am Tage zuvor ihres Inhalts entleert waren, so bestand die Beute der Einbrecher nur aus — acht Pfennigen. Vereinsschau. Original-Berichte des ,,Berliner Vereinsbote‘•, Cenfral-Organ für die jüdischen Vereine. Vereinigung Monbijou. Am letzten Mittwoch leisteten wir einer Einladung dieser Vereinigung zu einer Diskussion über ״Augenblickliche Bewegung im Judentum״ Folge und konnten zu unserer Genugthung konstatieren, dass man endlich einmal über das in letzter Zeit so häufig besprochene und heikle Thema ״Zionismus״ in ruhiger und sachlicher Weise disputiert und bildeten diese wenn auch wenig besuchte Versammlung einen vorteilhaften Kontrast zu zwei früheren derartigen Diskussionen, die von anderen Vereinigungen mit viel Pomp gefeiert waren. Herr Dr. Julius Moses leitete die Versammlung mit, wie von allen Seiten anerkannt wurde, musterhafter Objektivität, und so verliefen die Verhandlungen ohne die in zion. Diskussionen beliebt gewordenen demonstrativen Beifallsbezw. Missfallensäusserungen. Für die zionistische Bewegung sprach Herr Wilh. Lewy, der geschichtlich und statistisch die Notwendigkeit des Zionismus zu beweisen suchte, dagegen sprach Herr Schriftsteller Wohlberg, Nachdem sich noch die Herren Dr. Moses, cand. med. Goldberg, Zlociski und Chaim über diese Frage ausgesprochen hatten, musste der vorgerückten Zeit wegen die Fortsetzung auf nächsten Dienstag vertagt werden. ״Die gesellschaftliche Stellung der Frau nach dem Talmud“ lautete das Thema, über welches Herr Rabbiner L. Höxter am 23. v. M. in der Vereinigung ״Judas Töchter״ (gegr. 1895) sprach. Die heutige Frauenbewegung als Ausgangspunkt seines Vortrages benutzend, gab der Redner von der Stellung der jüdischen Frau ein anschauliches Bild, welches klarstellte, dass erstere derjenigen von heute in keiner Hinsicht nachsteht. Dass der Culturfortschritt der Monogamie nicht auf Rechnung des Christentums zu stellen sei, wie von anderer Seite angenommen wird, zeigte der Vortragende durch die Beweisfuhrung, dass schon lange vor den Juden nur die Einehe herrschte. Die Annahme, es wäre die Thätigkeit der Frau nur auf das Haus beschränkt gewesen, wurde durch Anführung zahlreicher Gegenbeweise zerstört und das Eindringen des weiblichen Geschlechts in alle Sphären des gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens festgestellt. Obwohl von der Bethätigung religiöser Hebung so gut wie vollständig befreit und das Studium der Thora allein den Männern überlassend, genoss das jüdische Weib trotzdem eine durchgreifendere religiöse Unterweisung, als dies heute durch noch so vielen Religionsunterricht geschieht. Das Beispiel seitens der Eltern, das ganze Leben, in welchem sich fortwährend die Vorschriften der Thora wiederspiegelten, wirkte im bedeutsamsten Masse bildend und veredelnd ein. Alles in allem war die jüdische Frau auch in früherer Zeit an ihrer freien Bewegung und in der Bethätigung ihrer Kräfte in nichts behindert, und konnte diese in vollstem Masse entfalten. In ihrem Familienkreise der Mittelpunkt zärtlichster Liebe, galt sie auch allen ausserhalb desselben stehenden als Gegenstand höchster Aufmerksamkeit und Ehrerbietung. Dem lauten Beifall der Versammlung schloss sich auch die Vorsitzende, Frl. Ranft, mit herzlichen Dankesworten an, zugleich mit der Mitteilung, dass am 7. Dezember Herr cand. phil. Julius Cohen einen Vortrag ״Ursprung und Entwicklung der Sage vom ewigen Jaden״ halten werde. Der Wohlthätigkeits-Verein ״Norden“ veranstaltet am Sonnabend, den 4. d. M., im Festsaale der Brauerei Gabriel & Jaeger, Zehdenickerstr. 9-10, ein Kränzchen, dessen Reinertrag den Wohlthätigkeitsbestrebungen des genannten Vereins zu gute kommen soll. Mit dem Kränzchen sind Kaffeetafel, Verlosung und andere Arrangements verbauden, auch ist für das sonstige Amüsement durch Deklamationen, musikalische und Gesangsvorträge ernsten und heiteren Inhalts seitens des Festcomites nach bestem Können Sorge getagen. Im Interesse des löblichen Zwecks wäre es im höchsten Grade wünschenswert, wenn dieser Veranstaltung von seiten unserer Glaubensgenossen das weitestgehende Entgegenkommen zuteil würde. Billets zum Preise von a 75 Pfennig sind bei Herrn M. Chaim, Lottuni" strasse 18a part., sowie abends an der Kasse zu bekommen. In denselben Räumen, wo vor kurzem der ״Liberale Verein für die Interessen der jüdischen Gemeinde״ so unangenehme Erfahrungen hinsichtlich der Lungenstärke und der siegreichen durchschlagenden Kraft zionistischer Fäuste machten, hielt am Mittwoch abend eine zahlreich besuchte, von zionistischer Seite einberufene Versammlung statt. Wir wollen von vornherein bemerken, dass auch leider diese Versammlung nicht immer das Bild ehrlich den Weg der Verständigung suchenden Parteien bot. Sobald ein Zionist zum Reduer aufgerufen, wurde er sofort von seinen Anhängern mit lautem Händeklatschen begrüsst. Die weniger antizionistischen Redner hatten dagegen öfters einen schweren Stand. Was nun den Vortrag des Hr. Prof. Schapir betraf, so möchten wir gegen den ehrwürdigen, von der Wahrheit seiner Ideen sicherlich aufs tiefste überzeugten Greis nicht gern hart werden. Nur soviel wollen wir sagen, der Vortragende wählte den Weg vieler Redner, der fast immer von Erfolg begleitet ist. Er sprach viel weniger zum Verstände, als zum Herzen und zum Gemüt, und wirkte infolgedessen auf die — Thränendrüsen. Andere Zionisten wandelten dieselbe Bahn, manche hinwiederum scheuten selbst vor sogenannten witzig sein sollenden Bemerkungen und banalen Scherzen nicht zurück, um ihre Gegner lächerlich zu machen, anstatt sie mit Gründen zu widerlegen. Wir wollen dabei nicht behaupten, dass die Antizionisten in ihren Argumenten immer glücklich waren. Für unsere Kinder zu Chanukali. Israelit. Jugendbibliothek, begründet und herausgegeben von E. Fl&n er. I. Bd. Der Talisman. Erzählung von Moritz Scherbel. II. Bd. Horeb. Dichtungen für Schule und Haus. Von Gustav Jacobsohn. III. Bd. 1. David und Jonathan. (Preisgekrönt.) ‘2. Der Hauptmann. Erzählungen von J. Herzberg. Alle 3 Bände, eleg. gebd. zus. 2,30 Mk. In jeder Buchhandlung sowie im Verlag: Elisabethstr. 59 a.

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