Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1897)
- Date
- 1897-10-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Prämiiert Dresden 1874. Prämiiert Berlin 1879. Hirsch’8'*' Schneider-Akademie -1. 24000 Schaler ausgebildet. Berlin C., Rotes Schloss No. 2. Grösste, älteste, besuchteste u.einzigpreisaekrönteFachtehranstalt der Welt Am 1. and 15. jeden Monats beginnen die neuen Kurse in allen Abteilen•;en der Herren*• Damen* und Wäsche-Schneiderei, sowie im Skizzenzeichnen und landelswissensehaften. Periecte Ausbildung zu Direktricen, Zuschneidern u. Kontektionären. Absolut sicherer Erfolg wird garantiert. Nach absolviertem Kursus kostenloser Stellennachweis. Prospekte gratis. Anmeldungen baldigst erbeten. Die Direktion. Dampfwäseherei ״Sport“ Inhaber: Max Jaroczynski. -S. Dieffenbachstr. 33. — Tel. A. IV, 446.- Haas-, Leiband Tischwäsche sowie ganze Aussteuern. Princip: Sauberste Ausführung. Grösste Schonung. Prompteste Lieferung. MUSIK zu Hoehzeits-u.Vereinsfestliehkeiten ctc. Lias- und Streich-Orchester führt in anerkannt guter Weise aus Max Schmerl, Kapellmeister, Fehxbellinerstr. 18. mehr als 500 und nimmt fortwährend zu. In weitesten Kreisen ist das Interesse für jüdische Geschichte und Literatur wachgerufen worden, und die Kenntnis derselben wird mit Recht als die beste Waffe sowohl gegen den Abfall vom Glauben als auch wider unsere Gegner betrachtet; sie ist das geeignetste Mittel, die Liebe zum Judentum zu stärken. Wer daher das Judentum fördern will, der schliesse sich den Bestrebungen des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur an. Der Verein sucht sein Ziel zu erreichen: 1. durch öffentliche Vorträge und Discnssionsabende, 2. durch unentgeltliche Fortbildungscurse für die Jugend, 3. durch wertvolle Publicationen aus dem Gebiete der jüdischen Geschichte und Literatur. Bis jetzt wurden gratis folgende Werke in guter Ausstattung geliefert: a) Divan des Jehuda Halevi in deutscher Uebertragung, b) Iberia von Prediger Dr. M. Levin, o Ein kurzer Gang durch die jüdische Geschichte von Dozent Dr. M. Brann. d) Die religiöse und weltliche Poesie der Juden von Prof. Dr. A. Sulzbach, e) Die Zionsharfe von Dr. Gustav Karpeles. In diesem Jahre wird der Verein ein Jahrbuch für die jüdische Literatur mit Beiträgen der hervorragendsten Autoren seinen Mitgliedern unentgeltlich überreichen. Trotz dieser Aufwendungen ist der Jahresbeitrag auf nur — 6 Mark — festgesetzt worden, um jedem den Beitritt zu ermöglichen. Und nun wenden wir uns an Euch, Ihr Männer und Frauen unserer Gemeinde, mit der Bitte, unseren Bestrebungen Eure werkthätige Teilnahme entgegenzilbringen und dem Verein für jüdische Geschichte und Literatur als Mitglieder beizutreten! Der Vorstand: Dr. Gustav Karpeles (I. Vorsitzender), Julius Isaac (II. Vorsitzender), Prediger Dr. M. Levin (I. Schriftführer), Schriftsteller Albert Katz (II. Schriftführer), Maximilian Heymann (Schatzmeister), W. Bambus, Dr. Hirsch Hildesheimer, BenasLevv, Prof. Dr.M. Philippson, Rabbiner Dr. Ad. Rosenzweig, Oberlehrer Dr. M. Schäfer. Die unentgeltlichen Fortbildungscurse für jüdische Geschichte und Literatur beginnen am 1. November er. und finden Oranienburgerstr. 28, im Lokale der jüdischen Lesehalle, abends 8 bis 9 Uhr statt. Montag wird ״Hebräische Sprache“, Mittwoch ״Jüdische Geschichte“ und Donnerstag ״Einführung in die leitenden Ideen des Judentums“ vorgetragen. Schriftliche Meldungen zur Teilnahme am Unterrieht nimmt Herr Dr. Gustav Karpeles, Kurfürstenstr. 21, entgegen. Das Programm weist folgendes Bild auf, das gewiss geeignet sein wird, sowohl den Vortragsals auch den Discussionsabenden den besten Zuspruch zu sichern und dem Verein recht viele Mitglieder zuzuführen. Vorträge in der Aula des Friedrich-Werderschen Gymnasiums, Dorotheenstr. 13/14: Dienstag, 26. October 1897, Rabbiner Dr. Vogelstein a-US Stettin: Uriel Aeosta, Wahrheit und Dichtung. Dienstag, 23. November 1897, Prof. Emil Breslauer: Giebt es altjüdische oder national-jüdische Melodieen? (Erläutert durch 8010- und Chorgesangsvorträge.) Dienstag, 14. Dezember 1898, Rabbiner Dr. M. Kaiserling aus Budapest: Die Juden als Patrioten. Dienstag, 15. Februar 1898, Prof. Dr. J. Barth: Mohammed und die Juden. Dienstag, 15. März 1898, Rabbiner Dr. K. Werner hus München: Weltschmerz und Judentum. Dienstag, 19. April 1898, Prof. Dr. Ludw. Stein aus Bern: Die jüdische Renaissance. Discnssionsabende im Architektenhaus Saal B, Wilholmstr. 92/93. Montag, 8. November 1897, Dozent Dr. E. Baneth: lieber Maimonides angeblichen Uebertritt zum Islam. Dienstag, 7. Dezember 1897, Dr. Gustav Karpeles: Literarische Jahres-Revue. Dienstag, 4. Januar 1898, Rah. Dr. E. Kalischer aus Kopenhagen: Ein dänischer Ghetto- Dichter. Dienstag, 1. Februar 1897, Privat-Dozent Dr. J. Pagel: Literarhistorischer Streifzug durch das Gebiet der jüdischen Medizin mit besonderer Berücksichtigung der letzten Dezennien. Dienstag, 1. März 1898, Schriftsteller Albert Katz: Der Chassidismus. Dienstag, 29. März 1898, Dozent Dr. J. Wohlgemuth: Unsterblichkeit, Auerstehung und messianisches Reich. — Die Vorträge beginnen pünktlieb 872 Ulir abends. Der ״Kinder-Sparverein“ versendet, seinen Jahresbericht pro 1896/97, dem wir folgendes entnehmen: ״Der ethische Gedanke, Kinder, die unter der sorgenden Pflege liebender Eltern glücklich und froh aufwachsen, zu malmen, dass sie derer gedenken, die elternlos in Not und Elend leben und fremder Hilfe bedürftig sind, hat reiche Frucht getragen. In weiten Kreisen fand diese Anregung zum Wohlthun Beifall, so dass in kürzester Frist 1000 Sparkästchen auf Wunsch ausgegeben werden konnten, und heute schon eine Zahl von über 1400 erreicht worden ist. Die erste Ausschüttung des Inhalts von 990 Sparkästchen erfolgte im Juni 1896 und ergab 5026,— Mark. Die zweite Ausschüttung aus 1400 Sparkästchen fand im April 1897 statt und ergab 8 222,37 Mark, so dass im Ganzee 13 248,37 Mark eingesammelt wurden. Ausser diesem Betrage wurde durch hochherzige Geber ein eiserner Fonds gestiftet, der bis jetzt die Höhe von 1 300,— Mark erreicht hat. Sämtliche durch die Sparkästchen eingegangenen Beträge sind ausschliesslich für Wohlthätigkeit bestimmt, da die Unkosten des Vereins von den Mitgliedern des Comite’s durch Jahresbeiträge gedeckt werden und die Sparkästchen von einem der Mitglieder in hochherziger Weise dem Vereine geschenkt worden sind. Die Verteilung der eingegangenen Beiträge erfolgte durch das Comite und erhielten: 1. drei Vereine, die sich im Besonderen mit der Wohlfahrt der Kinder beschäftigen, einen Beitrag von 900,— Mark, 2. wurden von den eingegangenen Gesuchen, nach gewissenhafter Recherche, 121 berücksichtigt mit Beträgen von 20—500 Mark im Gesamtbetrage von 5 980,— Mark, so dass im Ganzen bis heute von dem Vereine 6 885,— Mark verausgabt worden sind. Der Rest von 6 363,— Mark zuzüglich der eingegangenen Zinsen verbleibt zur Verwendung bis zur nächsten Ausschüttung der Sparkästchen.u Es heisst ferner in dem Bericht: ״Vor allem hatten wir unser Augenmerk darauf gerichtet, schwachen und kranken Kindern unsere Fürsorge angedeihen zu lassen, den Waisen eine Hilfe zu sein und bedürftige kinderreiche Familien, die von anderen Vereinen aus besonderen Gründen nicht berücksichtigt werden könneu, zu unterstützen. So ist durch unser Wirken manche Thräne getrocknet, mancher Not abgeholfen worden, und für all’ diese Wohlthaten, die uns zu gewähren vergönnt war, danken wir vor allem Euch, liebe Kinder, die Ihr der Armen gedacht und