Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 38 (17.9.1897)
- Date
- 1897-09-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Prämiiert Dresden 1874. Prämiiert Berlin 1879. Hirsch’®“* Schneider-Akademie Gegründet 185®. 24000 Schüler ausgebildet Berlin C., Rotes Schloss No- 2. ן Grösste, älteste, besuchteste u. einzig preisgekrönte Fachfehranstalt der Welt. : Am 1. und 15. jeden Monats beginnen die neuen Kurse in allen Abteilun- 1 een der Herren-, Damen- und Wäsche-Schneiderei, sowie im Skizzenzeichnen und Handelswissenschaften. Perfecta Ausbildung zu Direktricen, Zuschneidern u. Konfektionären. Absolut sicherer Erfolg wird garantiert. Nach absolviertem Kursus Lostonloser Stellennachweis. Prospekte gratis. Anmeldungen baldigst erbeten._ _ Die Direktion. Dampfwäseherei ״Sport“ Inhaber: Max Jaroezynski. -S. Dleffenbaehstr. 33. — Tel. A. IV, 446.- Haas-, Leib- und Tischwäsche sowie ganze Aussteuern. Princip: Sauberste Ausführung. Grösste Schonung. Prompteste Lieferung. MUSIK zu Sommerfesten und Landpartien etc. Blas- und Streich-Orchester führt in anerkannt guter Weise aus Max Schmerl, Kapellmeister. Fehrbellinerstr. 18. Grunde erwiderte der Erstgenannte: «Der Familie Cohn zu Gefallen: die Frau Cohn hat mir immer gesagt, sie möchte so gern Umgang haben mit einem bekoweten Goi.u Ja. ja, der ״Umgang mit einem bekoweten Goiu ■selbst auf Kosten der Selbstachtung, auf Kosten des angestammten Glaubens, hat fiir so viele, gerade unserer jüdischen Damen, so unendlich viel des Verlockenden und des Verführenden. Es ist ja auch etwas Herrliches für Banquier Itzigsohn nebst Gemahlin und Töchter, zum Ball beim Grafen Bumpowski oder zum Kaffeeklatsch bei der Geheimrätin Aktenreiter ein geladen zu werden. Das Schlimme ist nur, dass Graf Pumpowski und Geheimrat Aktenreiter wohl die Finanzkraft des Herrn Banquier Itzigsohn zu schätzen wissen, im übrigen aber sich den Juden gern in respektabler Entfernung vom Leibe halten. Doch was thuts? Familie Itzigsohn tritt zum Christentum über und kann nun auf Bällen und Soireen brillieren, der Herr Sohn kann Offizier werden und für das Fräulein Tochter findet sich auch vielleicht ein Abnehmer in Gestalt eines verschuldeten Lieutenants, der eine Million in bar und als Knochenbeilage eine Gemahlin mit einem kleinen Geburtsfehler zu schätzen weiss. Im Ernste gesprochen: Solche läppische Thor beiten, solche hohle Aeusserlichkeiten sind leider oft genug die Ursache, dass in jenen oben gekennzeichneten Kreisen der Abfall vom Judentum so häufig in die Erscheinung tritt. Wahrlich, wenn für uns einmal die Stunde der Befreiung aus dem Exil kommen sollte, wegen der Verdienste der naschim zadkonijaus, der frommen Frauen, wie einst in Aegypten, wird sie nicht kommen. Aus der Gemeinde. Die Nachfrage nach Karten für den Jugendgottesdienst an den hohen Festsagen ist eine derartig grosse, dass die zur Verfügung stehenden Plätze im Saale des Vereins junger Kaufleute, Beuthstrasse 20 und in der Aula der Knabenschule der jüdischen Gemeinde, Gr. Hamburgerstr. 27, bald besetzt sein dürften. Es sei hier nochmals darauf hingewiesen, dass die Eintrittskarten im Büre au der jüdischen Gemeinde unentgeltlich zu haben sind, nur müssen die Kinder mit einer Agende versehen sein. Die Agende wird zum Peise von 50 Pfennig daselbst ausgegeben. Die Ansprachen an die Kinder werden von Lehrern gehalten, und zwar von den Herren Dr. S. Adler, Borchard, Brinn, Flanter, Dr. Sachs und Tichauer. Für Beaufsichtigung der Kinder ist genügend Sorge getragen, da die meisten im Dienste J der Gemeinde beschäftigten Lehrpersonen sich hierzu bereit I erklärt haben. Wie wir hören, ist auch die Nachfrage ' nach Eintrittskarten fiir die Synagogen und die von der Gemeinde eingerichteten Betlokale eine so grosse, dass wohl kaum alle Wünsche Berücksichtigung finden werden. Es ist daher anzunehmen, dass auch die von Privatperneu veranstalteten Gottesdienste gut frequentiert werden; nur ist zu wünschen, dass die Herren Veranstalter für eine würdige Ausgetaltung des Gottesdienstes Sorge tragen mögen, und dass nur wirklich würdige Personen die Funktionen als Prediger, Cantoren etc. ausüben. Dem königlichen Hofbuchbinder Georg Collin (Firma W. Collin) hat der Kaiser von Russland den Titel als ״Hoflieferant des Kaisers von Russland״ verliehen und zwar mit der besonderen Auszeichnung, das Kaiserlich russische Staatswappen führen zu dürfen. Die jüdischen Vereine Berlins. (Nach den Angaben der p. p. Vorstände.) (Etwaige Ungenauigkeiten bitten wir gefl. berichtigen zu wollen.) Nachdruck verboten. ״Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Schalmänner zu Berlin.“ Die von einigen Berliner Lehrern am 19. Februar 1895 ins Leben gerufene Vereinigung hat zum Zweck: a) Die Erörterung aller den Religionsunterricht betreffenden Fragen, b) die Behandlung sonstiger die israelitischen Lehrer betreffenden Angelegenheiten und c) die Pflege der Collegialität. 30 Lehrer der verschiedenen Lehranstalten gehören zu der Vereinigung. Auf ihre Anregung ist der ״Verein jüdischer Lehrer der Provinz Brandenburg״ begründet worden. Durch ihre energische Stellungnahme gegen die Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums, betreffend die jüdischen Lehrerpersonen an den Gemeindeschulen, hat sich die Vereinigung ein unbestrittenes Verdienst erworben. Vorsitzender der Vereinigung sowie des Provinzialverbandes und des Verbandes der jüdischen Lehrervereine in Deutschland ist Herr Rector Dr. 8. Adler, Oranienburgerstrasse 29. Es gehören ferner zum Vorstand Hr. Dr. Sachs (2. Vorsitzender), G. Remack (1. Schriftführer), Dr. Fiegel (2. Schriftführer) und G. Jacobsöhn (Schatzmeister). ״Wohlthätigkeits- und Synagogenverein Norden.“ ן Um im Norden Berlins eine Andachtsstätte für die in diesem Stadtteil ziemlich zahlreich wohnenden Glaubensgenossen zu schaffen, ist dieser Verein ins Leben gerufen worden, der im Hause Schwedterstrasse 248 eine Ständige Gebetsstätte unterhält, wo täglich Gottesdienst abgehalten wird. Vorsitzender ist Herr S. Behrendt, Metzerstrasse 39. Hiermit schliesst die Geschichte der ״jüdischen Vereine.“