Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 37 (10.9.1897)
- Date
- 1897-09-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Hirsch’8'"6 Schneider-Akademie Gegründet t8S8. 24000 Schüler ausgebildet. Berlin C., Rotes Schloss No. 2. Grösste, älteste, besuchteste u.einzig preisgekrönte Fachlehranstalt der Welt. Am 1. und 1&. jeden Monats beginnen die neuen Kurse in allen Abteilungen der Herren-, Damen- und Wäsche-Schneiderei, sowie im Skizzenzeichnen und Handeiswissenschaften. Perfect® Ansbitdung zu Direktricen, Zuschneidern u. Konfektionären. Absolut sicherer Erfolg wird garantiert. Nach absolviertem Kursus kostenloser Stellennachweis. Prospekte gratis. Anmeldungen ba,ldigst erbeten.Die Direktion, Dampfwäsclierei ״Sport“ Inhaber: Max Jaroczynski. -8. Dieffenbackstr. 33. — Tel. A. IV, 446.- Haus-, Leiband Tischwäsche sowie ganze Aussteuern, Princip: Sauberste Ausführung. Grösste Schonung. Prompteste Lieferung. I MUSIK zu Sominerfesten und Landpartien etc. Blas- und Streich-Orchester führt in anerkannt guter Weise aus Bfax Schmerl, Kapellmeister, Fehrbellinerstr. 18. Die verehrlichen Vorstände unserer Vereine sowie alle diejenigen, die ein Interesse an der Vollständigkeit einer Geschichte der jüdisches Vereine Berlins haben, werden hiermit dringend gebeten, die in unserem Blatte etwa noch nicht besprochenen Vereine uns bald gfl. namhaft machen, resp. die bekannten Angaben über die p. Vereine in mög liebster Ausführlichkeit zugehen lassen und dadurch zur Förderung dieses gewiss gemeinnützigen Unternehmens beitragen zu wollen. Schluss nächste Bummer. ״Judas Töchter“ Vorsitzende: Frau Lehrend und Frl. Tonn. Montag, den 13 September, Abends S , Uhr Cassels Hotel, Burgstrasse 16. ■■ ■■ ■־־ Generalversammlung. : ::11,. - 1. VorstanUswahleii. 2. Besprechung betr. de* Wniterprograrrims. Um das Erscheine!! aller Mitglieder bittet dringend D0P Vorstand. Vereins-Schau. Herr Dr. Oskar Lipschütz beging am letzten Mittwoch die Feier seines 50. Geburtstages zugleich mit dem Jubiläum 25jähriger Thätigkeit als Rabbiner. Eingeleitet wurden die Festlichkeiten aus diesem Anlass am letzten Sonnabend in der Lippmann Tauss-Svnagoge durch den Festgottesdienst. Bis zum äussersten Ausgange drängten sich die zahlreichen Besucher der Synagoge, eine grosse Zahl Zuspätkommende mussten, weil sie keinen Platz mehr fanden, umkehren. Mit frischen Blumen bekränzt, drückten die Räume des Bethauses, in dem der Jubilar ein Vierteljahrhundert seine Gemeinde geleitet.‘schon äusserlich die Festesstimmung aus. Den Höhepunkt erreichte die Feier, als Herr Rabbiner Dr. Meyer Hildesheimer die Kanzel bestieg und in seiner bekannten hinreissenden Weise das Leben und Wirken des Jubilars zum Gegenstand seiner Festpredigt zu machen. Fest und treu am Glauben hangend, ist er nie um Haaresbreite von den heiligen Gesetzen gewichen, und was er geglaubt und wovon er überzeugt war, das hat er der seiner Obhut anvertrauten Gemeinde gelehrt. Und wie sein Mund gesprochen, wie er gelehrt, so hat er auch gelebt, der Führer seiner Gemeinde. Wahrhaft erhebend wirkten, die Ausführungen des begeisterten Predigers. Zum Schluss des Gottesdienstes trug ein Chor das ״Adaua aulom“ vor. Schon in den ersten Vormittagsstunden des 8. Septemher, dem Tage, an dem Rabbiner Dr. Lipschütz sein 50. Lebensjahr vollendet, erschienen zahlreiche Gratulanten in der Privatwohnung des Jubilars. Briefliche Glückwünsche und Telegramme von nah und fern von Freunden, Verwandten und Schülern des Dr. Lipschütz liefen unausgesetzt ip reicher Zahl ein. Viele Synagogen-, Wohlthätigkeitsvereine und wissenschaftliche Corporationen entsandten Deputationen, so die WolfPsche Ez Chajim-Gemeinde, Ad8,88 jeschurun, Ahawas scholaum, Schochare hatob und Bne brith, die Docenten des Hildesheimerschen Rabbiner-Seminars und die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Der »Lipmann Tauss-Synagogen-Verein ehrte seinen Rabbiner durch Ueberreichung einer grösseren Summe zur Anlage für eine ״Dr. Oscar Lipschütz-Stiftung“, der Frauen-Verein ״ Mathildeu, dessen Vorstand in corpore erschienen war, überreichte eine prächtige silberne Fruchtschale mit eingravierter Widmung. Unter den Gratulanten sahen wir ferner die Herren .Dr. Bieberfeld sen. u. jun., Dr. Hirsch-Hildesheimer, Oberrabbiner Dr. Auerbach, Dr. Hoffmann. Rabbiner Dr, Mever Hildesheimer 11. a. m. Rabbiner Dr. Maybaum u. Prof. Steinthal beglückwünschten den Jubilar auf schriftlichem Wege. Nachmittags fand in der Religionsschule des Lippmann Tauss Synagogen-Vereins eine Feier statt, wobei die Schüler dem verehrten Lehrer eine künstlerisch ausgeführte Adresse nebst Photographie- Album überreichten. Einen würdigen Abschluss der vielen Ehrungen, die dem Rabbiner Dr. Oscar Lipschütz anlässlich seines fünfzigsten Geburtstages und fünfundzwanzigjährigen Amtsjubiläums veranstaltet wurden, bildete ein Festessen in den Königssälen, an welchem sich zahlreiche Freunde des Jubilars beteiligten. Dass es hierbei an Toasten ernsten und heiteren Inhaltes nicht fehlte, ist selbsverständlieh. Alle Redner, darunter besonders Herr Wedel, Dr. Meyer Hildesheimer, Rector Jaffke u. a. hoben die vielseitigen Verdienste des Gefeierten als Rabbiner. Lehrer u. 8. w. hervor. Wahrhaft rührend waren die Worte des Jubilars selbst, aus denen seine Bescheidenheit und Selbstlosigkeit sprachen und die mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf unsern Kaiser schlossen. Eine grosse Anzahl Telegramme von nah und fern waren zur Beglückwünschung eingelaufen. Das Festessen, das Dank der Bemühungen und dem organisatorischen Talente des Vorstandes und der Güte der verabreichten Speisen und Getränke einen der Würde der Feier entsprechenden Verlauf nahm, schloss mit dem Tischgebet, dessen Vortrag versteigert wurde und ein nennenswertes Sümmchen zu einem wohlthätigen Zwecke ergab. — Den vielen Gratulanten sehliessen wir uns gern an und wünschen von Herzen, es möge dem Jubilar vergönnt sein, noch lange eine segensreiche Thätigkeit zu entfalten, — Der Israelische Fortbildungsverein Montefiore begeht am Montag, den 13. d. M. sein neues, ihm vom Vorstande der jüdischen Gemeinde im Hause Rosenstr. 2, Erdgeschoss rechts, in hochherziger Weise zur" Verfügung gestelltes Vereinslokal und nimmt gleichzeitig seine Lehrkurse wieder auf und zwar Montags 9—10!ihr abends: Liturgie, Dozent Herr cand. phil. Jonas Simon. Dienstags 9—10 Uhr abends: Jüdische Geschichte und Litteratur, von Mitgliedern vorgetragen, Mittwochs 9—102/ז Uhr abends (jedoch erst vom 13. 10. a, er. ab): Hebräische Sprache mit praktischen Hebungen, Dozent Herr Dr. 8. Bernfeld. Sonnabends 32]ג —!1lg Uhr nachmittags: Pentateuch, Dozent Herr Jonas Simon. Ferner trägt Montags und Donnerstags 9—10 Uhr abends Herr Dr. Ed. Biberfeld privatissiroe für Mitglieder und Freunde des Vereins Talmud vor. Am Dienstag 10— 102ף Uhr abends leitet Herr Goldschmidt einen privaten Kursus in hebräischer Cursivschrlfb Gäste sind zu allen diesen Vorträgen herzlich willkommen. An den hohen Festtagen veranstaltet der Verein auch in diesem Jahre wieder und zwar in seinem Vereinslokale, einen Gottesdienst nur für Herren, zu dem Einlasskarten «für Nichtmitglieder zum Preise von M. 2 und 1,50) werktäglich 9—10 Uhr abends im Bureau, Rosenstr. 2, oder von 2—5 nachmittags bei Herrn J. Goldschmidt, Linienstrasse 112 oder auf schriftliche Bestellung erhältlich sind. — Der vor kurzem neubegründete ״Wohlthätigkeits- und Synagogen - Verein Norden“ wählte zu seinem Rabbiner einstimmig Herrn. Wollberg, nachdem dieser am letzten Sab-''" bath die Probepredigt gehalten. Herr W. hat die Funk--- tionen bereits übernommen.