Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 32 (6.8.1897)
- Date
- 1897-08-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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[ Prämiiert Dresden 1874. Prämiiert Berlin 1879. Hirsch'^ Schneider-Akademie! Gegründet 1859. 24000 Schüler ausgebildet. Berlin C., Rotes Schloss No. 2. I Grösste, älteste, besuchteste u. einzig preisgekrönte Fachlehranstalt der Welt. Am 1. und 15. jeden Monats beginnen die netten Kurse in allen Abteilungen der Herren•, Damen- und Wäsche-Schneiderei, sowie im Skizzenzeichnen und Handelswissenschaften. Perfecte Ansbildung zu Direktricen, Zuschneidern u. Konfektionären. Absolut sicherer Erfolg wird garantiert. Nach absolviertem Kursus kostenloser Stellennachweis. Prospekte gratis. Anmeldungen baldigst erbeten.Die Direktion. DampfWäscherei ״Sport“ Inhaber: Max Jaroezynski. -S. Dieffenbachstr. SS — Tel. A. IV, 446.- Hans-, Leih- und Tischwäsche sowie ganze Aussteuern. Princip: Sauberste Ausführung. Grösste Schonung. Prompteste Lieferung. MUSIK zu Sommerfesten und Landpartien etc. Blas- und Streich-Orchester führt in anerkannt guter Weise aus Maat Schmerl, Kapellmeister, Fehrbellinerstr. 18. I. 46. ״Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens.“ Zum Zwecke der Hebung und Unterstützung des Handwerks unter den Juden ist auf Anregung des jetzigen Vorsitzenden Herrn Bäckermeister Joseph der ״Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens“ begründet worden, der jetzt 120 Mitglieder (105 ordentliche, 14 ausserordentliche und 1 Ehrenmitglied) zählt. Auf dem "Wege der Selbsthilfe will der Verein den Handwerkerstand heben, sowohl materiell, als auch social. In vielen Fällen ist es auch bereits gelungen, das leider gegen die Handwerker jüdischen Glaubens herrschende Vorurteil zu zerstreuen. Der Vorstand des rührigen Vereins setzt sich zusammen aus den Herren: S. Joseph, Grenadierstr. 17 (Vorsitzen- 1 der), O. Löwenstein, M. Rehfeld, M. Herz, L. Feder, A. Rabau, J. Baschwitz, H. Strauch. 47. Verein für jüdische Krankenpflegerinnen. Der im Jahre 1894 gegründete Verein bezweckt: a) jüdische Mädchen und Frauen zu Krankenpflegerinnen auszubilden, b) unter seiner Leitung oder auch anderwärts ausgebildete, bezw. geprüfte jüdische Krankenpflegerinnen (Schwestern) gegen Honorar, auf Erfordernis aber auch unentgeltlich, als Armen-Krankenpflegerinnen dem Publikum ohne Unterschied der Confession zur Verfügung zu stellen, e) die Begründung von Einrichtungen zur Fürsorge für seine Krankenpflegerinnen bei Erwerbsunfähigkeit, in Krankheitsfällen und im Alter. Die Mitgliederzahl betrug am 31. December 1896 1279, die Zahl der auswärtigen Mitglieder beträgt 279. Der Verein besitzt und unterhält im Hause Auguststr. 17 das ״Schwesterheim des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen“, in welchem etwa 60 Schwestern Unterkunft finden können. Zu Beginn dieses Jahres verfügte der Verein bereits über 18 Schwestern und 8 Schülerinnen. Der Verein hat laut Cabinets-Ordre vom 17. September 1895 die Rechte einer juristischen Person. Ein Zeichen des bedeutenden Wohlwollens, dessen diese segensreiche Institution sich erfreut, ist darin zu erblicken, dass der Herr Minister den Schenkungsstempel von 8% auf 4°/0 im Sinne einer Wohlthätigkeitsanstalt ermässigt hat. Ehren- Mitglieder des Vereins sind Herr Louis Sachs, Frau Rosa Sachs, geh. Giersberg und Frau Commercienrat Julie Ger- *on-Liebermann, deren Hochherzigkeit der Verein seine Existenz und segensreiche Wirksamkeit verdankt. Den gegenwärtigen Vorstand bilden Herr Alb. Ph. Meyer (Vorsitzender) Rauchstr. 19, Frau Julie Gerson-Liebermann (stellv, Vorsitzende) Viktoriastr. 26, R. - A. Dr. Eugen Apolant (Schriftführer), Frau Dr. Frankl, (stellv. Schriftführerin, M. Metzenberg, Schatzmeister, Frau Herraine Rathenau, San.-Rat Dr. Blumenthal, Frau Mathilde Weigert, Geh. Med.-R. Prof. Dr. Senator, Stadtverordneter L. Sachs. Vereins-Schau. Die Ferien gehen zu Ende. Lehrer und Schüler haben der ihnen wohl zu vergönnenden Erholung gelebt und frische Kraft zu reger Thätigkeit während des langen der Arbeit bestimmten Winters gesammelt. Viele der Sommerf: ischler haben ihr trautes Heim wieder aufgesucht, und die letzten Nachzügler, die sich, von den letzten ״schönen“ Tagen angelockt für die verregnete Zeit Entschädigung suchend, die Ferienzeit bis zum letzten Rest ausnutzend, müssen, — wenn auch schweren Herzens — von den Bergen, wo die Freude wohnt, oder vom Meeresstrande scheiden, um ihren Beruf wieder aufzunehmen. Auch unsere Vereine haben sich während der Ferienzeit dem ״dolce far niente“ in die Arme geworfen. Ausser einigen Sommerfesten hatten wir nur wenig über die Thätigkeit der Vereine zu berichten. Hoffen wir, dass die Vereine, welchen Zwecken immer sie dienen mögen, neubelebt an die Lösung ihrer Aufgaben herantreten. Möge die nächste Zeit der Entwicklung unseren Vereinen günstig und ihre Wirksamkeit eine erspriessliche sein! Zu Beginn der Vereinssaison machen wir die verehr!. Vorstände nochmals darauf aufmerksam, dass es infolge billigerer Berechnung der Vereinsanzeigen und wegen der grossen Verbreitung unseres Blattes sich empfiehlt, zu allen Publikation, wie Einladungen zu Versammlungen, Festen etc. sich des ״Berliner Vereinsboten“ zu bedienen. Diejenigen Vereine, die statt der bisherigen Art des schriftlichen Verkehrs zwischen Vorstand und Mitgliedern durch Circuläre, Karten etc. sich des weit bequemeren und wirkungsvolleren Mittels der Insertion in unserem Blatte bedient haben, nicht unerhebliche Ersparnisse für die Vereinskasse gemacht haben. Auf den propagandistischen Zweck dieser Art der Publikation brauchen wir schon in Rücksicht auf die grosse Zahl unserer Leser nicht besonders hinzuweisen. Nach wie vor werden wir Berichte über wichtige Vorgänge innerhalb der Vereine, wie Versammlungen, Vorträge, Beschlüsse, Feste etc. unentgeltlich aufnehmen, und wir bitten die Herren Schriftführer der Vereine, uns die p.Berichte möglichst vollständig und rechtzeitig einzuschicken. — Um die ״Geschichte der jüdischen Vereine“ möglichst bald zum Abschluss bringen zu können, bitten wir die V0rehrl. Vorstände, uns die ihnen s. Z. zugegangenen Fragebogen, ausführhrlich beantwortet, recht bald zukommen zu lassen. Vereine, die keine Fragebogen von uns erhalten haben, wollen sich dieserhalb an unsere Expedition, Elisabethstrasse 59 a, wenden. — Für Hilfsbedürftige, ohne Unterschied der Konfession, hat die verwitwete Frau Kommerzienrat Emilie Jafe dem hiesigen Magistrat wiederum die Summe von 3000 Mark überweisen lassen. Da es bei der Armendirection an Hilfsbedürftigen nicht mangelt, so ist die Verteilung des Beträges bereits verfügt worden. Sonntagsgottesdienst.*) Sehr geehrte Redaction! Erfüllen Sie mir gütigst die Bitte, Nachfolgendes in Ihrem geschätzten Blatte zu veröffentlichen. .,Das religiöse Gefühl unserer Glaubensgenossen wieder wach zu rufen, zu kräftigen, zu befestigen — durch einen *) Wir haben den ״Meinungsaustausch“ über diesen Gegenstand bereits abgeschlossen, glaubten aber nachstehender Zuschrift die Aufnähme nicht versagen zu können, da sie recht Beachtenswertes enthält.