Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1897)
- Date
- 1897-07-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Prämiiert Dresden 1874. Prämiiert Berlin 1879. Hirsch’“*' Schneider-Akademie Gegründet 1850. 24000 Schüler ausgebildet. Berlin C., Rotes Schloss No. 2 Grösste, älteste, besuchteste u. einzig preisgekrönte Fachlehranstalt der Welt. Am 1. und 15. jeden Monets beginnen die neuen Kurse in allen Abteilungen der Herren-, Damen- und Wäsche-Schneiderei, sowie im Skizzenzeichnen und Randeiswissenschaften. Perfecte Ansbildung zu Direktricen, Zuschneidern u. Kon-!Aktionären. Absolut sicherer Erfolg wird garantiert. Nach absolviertem Kursus kostenloser Stellennachweis. Prospekte gratis. Anmeldungen baldigst erbeten.Die Direktion. Dampfwäselierei ״Spo!״t“ Inhaber: Max Jaroczynski. -S. DiefPenbaohstr. 33 — Tel. A. IV, 446. - Baas-, Leiband Tischwäsche sowie ganze Aussteuern. Princip: Sauberste Ausführung. Grösste Schonung. Prompteste Lieferung. MUSIK za Sommerfesten und Landpartien etc. Blas- und Streich-Orchester führt in anerkannt guter Weise aus Max Sobmerl, Kapellmeister, Fehrbellinerstr. 18. I. 42. Verband ehemaliger Schüler und Schülerinnen der Religionsschule ״Adass Jisroel.“ Der Verband, 1m Jahre 1889 von Herr Dr. Deutschländer s. A.? Julius Bukofzer, Frl. Engel, Dr. M. Hildesheimer und Dr. Baruch begründet, hat den Zweck, 1) Pflege der Geselligkeit unter den Mitgliedern und 2) Unterstützung bedürftiger Schüler der Religionsschule Adass Jisroel. Den Mitteln des Verbandes entsprechend werden alljährlich bedürftige und würdige Kinder in die Sommerfrische geschickt und zu Chanukka mit Kleidung und Lernmitteln beschenkt. Zur Zeit zählt der Verband 90 ordentliche, 30 ausserordentliche und 2 Ehrenmitglieder (Dr. J. Hildesheimer und A. London). Vorsitzender des Verbandes ist Dr. M. Hildesheimer, Gipsstr. 12a. Die übrigen Mitglieder des Vorstandes sind Leo Abraham, Landsbergerstr. 64 (2. Vorsitzender), Adolf Egers, Prinzenstr. 41 (Cassierer), Siegfried Engel, Neue Friedrichstr. 47 (Schriftführer) und die Herren: Julius Levy, Palvermacher, Hermann Strack, Salli Struck und Salli Israel. 43. Verein für Arbeitsnachweis. Der Verein, von den Berliner Bnai-Briss-Logen vom 15. November 1895 gegründet, unterhält einen kostenlosen Stellennachweis für jüdische Arbeiter, Handwerker und Kaufleute beiderlei Geschlechts. Zu diesem Zwecke unterhält der Verein ein ständiges Bureau im Hause Klosterstrasse 44, Hof ptr. r., geöffnet wöchentägl. von 9—11 vorm, und 8—5 Uhr nachm, und Sonntags 10—12 Uhr. Die Thätigkeit des Vereins ergiebt der letzte Jahresbericht, nach welchem etwa 700 Personen Erwerbsgelegenheit durch dieses Institut verschafft worden ist, darunter 218 gewöhnliche Arbeiter, 72 Hausdiener, 70 Handwerkslehrlinge, 04 Handwerksgesellen u. 8. w. Die Aufsicht über die vom Verein untergebrachten Lehrlinge führen die sogenannten Pfleger, die ihres Amtes zum Segen für die jungen Leute walten. Die Mitgliederzahl hat die Höhe von 577 (11 Ehrenmitglieder) erreicht. Der Vorstand setzt sich zusammeu aus den Herren: Eugen Rosenstiel (1. Vorsitzender), Askanischer Platz 4, Julius Kohn (2. Vorsitzender), Ad. Korach (Schatzmeister), Alb, Ehrenberg, Director, (stellvertr. Schatzmeister), E. Burchard (Schriftführer), D. Lichtenstein ן stellvertret. Schriftführer. Beisitzer sind: IIia Beer, Th. Bernheim, Alb. Bloch, Julius Bodenstein, H. Davidsohn, Jos. Frankel, J. Guttmann, Otto Haber, Otto Hess, Max Heymann, J. Hirschberg, Dr. Max Leichtentritt, S. Steinthal, 8. Weile. Secretair des Vereins ist Herr Hermann Brasch. Aus der Gemeinde. Berlin. Der Vorstand des ״Liberalen Vereins für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin“ veröffentlicht nachstehenden Beschluss des Vorstandes und Aus- Schusses des genannten Vereins: 1. Der Liberale Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde steht auf dem Standpunkte, dass der Sabbath-Gottesdienst nicht auf den Sonntag zu verlegen ist. 2. Der Liberale Verein wünscht aber, dass die Gemeindeverwaltung in einer der Gemeinde- Synagogen, insbesondere mit Rücksicht auf die Jugend, einen Gottesdienst mit Predigt auch am Sonntag vormittag einrichtet. 3. Dem Vorgehen des Herrn Gustav Levinstein, welcher über diese Frage eine Abstimmung der Gemeinde- Mitglieder herbeizuführen wünscht, steht der Verein durchaus fern. Vereins-Schau. Der Vorstand des ״Vereins Jüdische Lesehalle“ ( Vorsitzender Commercienrat Jul. Isaac) hat sich genötigt gesehen, zum 1. Oktober er. andere Räume für dis Lesehalle und die Bibliothek zu mieten. Die Wahl der Räume im Hause Oranienburgerstr. 28 darf in Rücksicht auf die günstigere Lage, ihren Umfang und ihre Einrichtung als eine glückliehe bezeichnet werden. Bei dieser Gelegenheit sei der erfreulichen Thatsache Erwähnung gethan, dass sowohl die Lesehalle als auch die Bibliothek sich eines fortgesetzt guten, ja stetig wachsenden Zuspruchs zu erfreuen hat. Bis zum 1. October verbleibt die Lesehalle ill Hause Münchener Hof, Spandauerstr. 11/13. Dem ״I8r. G.-B.“ entnehmen wir nachstehenden beachtenswerten Artikel: ״Unsere akademische Jugend.“ Eine der traurigsten Erscheinungen der Jetztzeit ist das Ueberwuchern der antisemitischen Strömung in der Jugend, und speciell bei der studierenden Jugend. Wenn ungebildete Kreise von einem glühenden Fanatismus erfüllt, über alles, was jüdisch ist. schmähen, so trösten Wir uns mit der Hoffnung, dass der Fortschritt der allgemeinen Bildung die Gemüter veredeln und sie zur Erkenntnis der w.ihren Menschlichkeit bringen wird. Wenn aber die gebildete Jugend, die berufenen geistigen Führer der Zukauft, aus der später unsere Lehrer und Richter, unsere Beamten und geistigen Leiter sich rekrutieren, falsche Bahnen wandelt und sich für Dinge begeistert, die nicht zum Heile de« Volkes führen können, so ist es im höchsten Grade bedauerlich. Es gab eine Zeit, wo die Studenten und speziell die Burschenschaftler sich für die Ideale der Freiheit enthusiasmierten und mit Wärme für alles das eintraten, was dem einheitlichen Ausbau des Reiches förderlieh sein konnte. Heute tritt an Stelle der edlen Begeisterung blinder Fanatismus, an Stelle der selbstlosen Aufopferang kleinliche Rachsucht und hässliches Strebertum. Wer hätte es je in den vierziger Jahren geglaubt, dass diese feurigen Träger der Geistesfreiheit einst in Führer des Antisemitismus sich umwandeln und Bruder- und Glaubenshass auf ihre Fahnen schreiben werden? Und doch ist es zur bittern Wahrheit geworden, die deutsche Burschenschaft bildet heute die Stätte der Judenfeindschaft und der Uaduldsamkcit. Woher das wohl kommen mag? Nun, der psychologische Ursprung ist nicht schwer zu finden. Unserer heutigen akademischen Jugend mangelt es an gesunden Idealen, an wahrer Begeisterung Und an Sl'ttlicherVertiefung. In ihrem jugendlichen Thatendrang gelangt sie daher auf Abwege und schlägt eine Richtung ein, die weder der modernen Bildung noch der geistigen Entwickelung würdig Als vor einigen Jahren der .,Verein deutscher Studenten“ immer mehr von sich sprechen machte und sein Programm der Intoleranz und des Hasses öffentlich verkündigte, da glaubte man, in der Majorität der deutschen Studenten- Schaft einen mächtigen Widerstand gegen diese Verhöhnung der Freiheit und des Kulturfortschrittes zu finden. Was