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Berliner Vereinsbote · 1897-06-11 · Heft 24 (11.6.1897) · page 2

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 24 (11.6.1897)
Date
1897-06-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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class dei* Eintritt in eine ganze Anzahl von Gewerben den Juden verleidet wird wegen der feindseligen Stimmung, die durch die antisemitische Agitation bei einem grossen Teil der Bevölkerung gegen sie erregt ist. So ruft der Antisemitismus selber Verhältnisse hervor, die er dann als Beweis für die Berechtigung seiner Behauptungen zu verwerten sucht. Die Träger der Reaktion lachen sich hinterher ins ■ Fäustchen, dass ihnen im Reichstag wieder auf gesetzgeberischem Gebiete ein Hieb gegen die Juden gelungen ist. Die jüdischen Vereine Berlins. (Nach den Angaben der p.p. Vorstände.) (׳Etwaige Ungenauigkeiten bitten wir gefl. berichtigen zu wollen.) 16. ״Gesellschaft jüdischer Handwerker and Künstler zur Unter- Stützung* in Krankheitsfällen“. Laut § 10 des Statutes, gewährt die Gesellschaft erkrankten ordentlichen Mitgliedern, welche die Hilfe derselben in Anspruch nehmen wollen: 1) unentgeltliche ärztliche Behändlung durch die von der Gesellschaft aaigestellten Aerzte; 2) unentgeltliche Verabreichung der erforderlichen Arzeneien, Brunnen, Ban- Jagen etc.; 3) eine wöchentliche Unterstützung von zehn Mark nach den Bestimmungen des § 12, falls das erkrankte Mitglied bereits ein halbes Jahr der Gesellschaft angehört. Ist nach dem Gutachten des behandelnden GeselIsohaftsarztes die Wiederkehr der Arbeitsfähigkeit überhaupt ausgeschlossen, so soll an Stelle des Krankengeldes eine laufende bare Unterstützung gewährt werden, deren Höhe vom Vorstande nach Lage der Verhältnisse bestimmt wird, jedoch den Betrag von 120 Mark jährlich nicht überschreiten darf. Alle übrigen Leistungen der Gesellschaft werden jedoch den betreffenden Mitgliedern unvermindert gewährt. In besonderen Notfällen gewährt die Gesellschaft ordentlichen Mitgliedern eine ausserordentliche Unterstützung aus den zu diesem Zweck überwiesenen Schenkungen und Legaten nach Massgäbe der hierfür festgesetzten Vor- Schriften, falls das betreffende Mitglied wenigstens 5 Jahre der Gesellschaft angehört. Jedes derartige Gesuch anterliegt der besonderen Prüfung und Beschlussfassung des Vorstandes. Von dem Gürtlermeister Halle in Gemeinschaft mit anderen Handwerkern im Jahre 1846 gegründet, zählt die Gesellschaft heute 911 Mitglieder, darunter 637 ausserordentliche, incl. 52 verstorbene immerwährende. Am 25sten Stiftungstage ist auf Anregung des derzeitigen Vorsitzenden Moritz Wolff ein Jubelfonds gestiftet worden. Zu dieser Gesellschaft gehört eine ״Hilfsanstalt für Witwen und Waisen verstorbener Mitglieder. Die Stiftungen und Fonds . sind folgende: Jubel-Fonds, N. Oppenheim- Stiftung, M. J. Bodenstein-Stiftung, Herrmann Landsberger-Stiftung, Jacob und Minna Jsrael-Stiftung, Moritz u. Bertha Manheimer- Stiftung, Ludwig Loewe-Stiftung, Alfred David-Stiftung, Frau Marianne Bodenstein־ geh. Grünwald-Sfciftung. Den gegenwärtigen Vorstand bilden die Herren: Herrmann Landsberger, (Vorsitzender, Hausvoigteiplatz 6/7);׳ Hugo Heilmann, (stellv. Vorsitzender,: Oranienburgerstr. 33); Rechtsanwalt; Ignatz Holtz, (Schriftführer und Gon- \ troleur, Behrenstr. 27); M. D. Feile he nj feld, (dessen Stellvertreter, Chaussee- ] str. 2f); Julius Bodenstein, (Rendant,5 Taubenstr. 43); Joseph Frankel, (stellv. : Rendant, Königin-Augustastr. 14). * Die Kraukenversorger sind folgende: Herren: M. Jacob, B. Mi rau er, M. Blei j? stein, S. D. Perl. f Die Aerzte: Geh. Sanitäts-Rat Drf Marcuse, Sanitäts-Rat. Dr. Hamburgern Der Vereinsbote: Max Stier. f 17. ״Gesellschaft zur Verbreitung׳ der Handwerke und des Acker־/ baues unter den Juden im / Preussischen Staate." I Die Gesellschaft unterstützt nach Nachdruck verboten. Massgabe ihrer Mittel junge Leute jüd. Religion, welche Lust und Fähigkeit haben, ein Handwerk oder technisches Gewerbe zu erlernen. Sie macht es sich insbesondere zur Aufgabe, unter den vorgedachten Voraussetzungen junge Leute bei tüchtigen Meistern in die Lehre zu bringen, sie während der Lehrzeit mit angemessener Kleidung zu versehen und ihnen zur Erlangung eines zweckentsprechenden Unterrichts in solchen Lehrgegenständen behilflich zu sein, welche sie bei ihren Meistern nicht erlernen können. Die Gesellschaft besteht seit dem Jahre 1813 und zählt jetzt 559 Mitgiieder. Im letzten Jahre ist in der Verwaltung der Gesellschaft insofern eine wesentliche Veränderung eingetreten, als nunmehr die Lehrlinge, die im Lehrlingsheim Pankow Aufnahme gefunden, nicht mehr in der Fürsorge und Beaufsichtigung der Gesellschaft stehen, auch nicht mehr direkt von ihr unterstützt werden, sondern alles dies geschieht von Pankow aus. Infolge dieser Seheidüng hat die Gesellschaft gegenwärtig 71 Pfleglinge und 4 Stipendiasten gegen 85 im Vorjahre. Die Gesellschaft ist bemüht, den Pfleglingen eine erziehliehe־ Ausbildung angedeihen zu lassen, sie zum Fleiss aufzumuntern und das Stand es bewusstsein zu heben. Die Leitung der Gesellschaft liegt in den: Händen der Herren Leopold Lesser,; Vorsitzender, Joseph Fraenkel, stellv.; Vorsitzender und Inspector, Siegmund; Pincus, Schatzmeister, Alfred Loews»- berg, Schriftführer, David Feilchenfeld, Controleur, Marcus Adler, Maurermst.,: Inspector, Julius Bodenstein, Landschaftsmaler, Inspector. R. Boll, Buchdruckereibesitzer, Inspector. Synagogen־ und Jüdische Gemeinde. Gottesdienst. Freitag, den 11. I««i» in allen Synagogen abends 7V2 Uhr. Konnakend, den US. Juni, in der säten Synagoge morg. 81/2 Uhr, in den übrigen Synagogen morgens 9 Uhr. Hngrndgottesdienst Nchm.4Uhr. Alte Synagoge Herr Rabbiner 0r. Weisse. Adendgotteodienst 92/י Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen in allen Synag. morgens 61/2 Uhr und abends 6l/2 Uhr. Konntag» den 13. Juni, Vorm 10 Uhr: Neue Synag. Einsegnung der Konfirmandinnen durch Herrn Rabbiner Or. Rosenzweig. Lindenstr. Syn. Einsegnung der Konfirmandinnen durch Herrn Rabbiner Or. Maybaum. Sitzung der Repräsentanten• Ver- Sammlung Sonntag, d. 13. Juni Vorm. 11 Uhr, im Sitzungssaale Oranienburgerstr. SOU. ״Haspakath Ebionim.“ 8״KÄ־״ Sonntag, den 13. d. M. vormittag U Ubr General-Versammlung im Lokale des Brüder-Vereins, Unter den Linden.4a. Tages-Ordnung: 1. Bericht über die Wirksamkeit der Gesellschaft im Jahre 1896-97 und Erteilung der Decharge. 2. Wahlen gemäss § 22 des Statuts. Der Vorstand. Martin Simon, Vorsitzender. Vereins-Anzeigen. Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens. _ Dienstag, den 15. Juni 1897: _ SS Grosses Sommerfest s im Cafe Bellevue, Rummelsburg, verbunden mit Doppel-Concert, Faokelzug־, Feuerwerk und anderen Belustigungen. Die Kaffeeküche ist den Damen von 8 Uhr an geöffnet. Anfang des Concerts 4 Uhr. Eintrittspreis 50 Pfg. Kinder zahlen 10 Pfennig, wofür dieselben eine Stocklaterne erhalten. Billets sind erhältlich beim Unterzeichneten Vorsitzenden Das Comite. 8. Joseph, Grenadierstr. 17. Yerlagsbuchhaadiimg von Albert Katz, Rosenstrasse 17.

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