Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1897)
- Date
- 1897-06-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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licher Lieb© seinen wirklichen Bruder, den Sohn seiner Eltern, brüderlich lieben gelernt hat? Das Judentum ist ©ine Religion des Lebens; es will das Leben der Menschheit in ein grosses Familienleben verwandeln. Wie wäre da die thätige Mitwirkung der Frauen zu entbehren? Und so haben auch im Judentum© die Frauen stets als die einflussreichen Priester der Religion gegolten; die. ״Lehre der Mutter“ stand gleichberechtigt neben der ״Zucht des Vaters“. Dem Verdienste der frommen Frauen wird es zugeschrieben, dass Israel aus Egypten erlöst wurde, und das erste Wort, die sinaitische Offenbarung, ist an die Frauen gerichtet: ״So sollst du sprechen zum Hause Jakobs — das sind die Frauen“. 12. Comite für Canuvah-Besche־ ie jüdischen Vereine Berlins. (Nach den Angaben der p.p. Vorstände.) fEtwaige Ungenauigkeiten bitten wir gefl. berichtigen zu wollen.) rung. Arme jüdische Kinder am Ohanukahfeste jedes Jahres mit Kleidern, Wäsche und Lehrmitteln zu versehen, ist die Aufgabe dieses Comites. Dadurch werden jährlich etwa 1000 Kinder nicht nur der äusseren Not entrückt, sondern auch moralisch günstig beeinflusst. Die derzeitige Vorsitzende ist Frau Julie Neumann, Viktoriastr. 31, 13. Frauen-Vereinigung des Humanitäts-Vereins Gewul-Tauw. Dieser am 20. Mai 1896 von den Herren L. Riess und G. Michaelis gegründete V erein gewährt!! nterstützungen an Notleidende und in Krankheitsfallen. Obgleich er erst 1 Jahr besteht, zählt er doch bereits 550 Mitglieder. DenVorsitz führt Frau Marianne Dewitz, Kurfürstenstrasse 48. Zum Vorstande gehören ferner die Damen, Frau Margarethe Riess, Stralauerstr. 33, II. Vorsitzende, Frau Auguste Michaelis, Bülowstr. 97, Oassirerin, Eva Engel, Gormannstr. 1, stellv. Oassirerin, Henriette Grätzer, Lucken walderstr. 11a, Schriftführerin, Henriette David, Gipsstr. 23, stellv. Schriftführerin. Beisitzerin, Helene Zernick, Rahel Samolewitz, Zerline Meyer, Jenny Bellack, Henriette Berkitz, Elise Kroner, Cäcilie Friedländer, Martha Neumann, Rosa Meyer, Katarina Tobias. 14. Hachnass&th Kailah. Als ein Lichtblick in den für die Juden trostlosen Zeiten zu Anfang des vorigen Jahrhunderts ist der 1720 gegründete Verein ״Hachnassath Kailah“ anzusehen. Die Ausstattung armer Bräute, der die Thätigkeit des Vereins bildete und noch heute bildet, gehörte zu allen Zeiten zu den vornehmsten Aufgaben jüdischer Wohlthätigkeit. Der Verein, wohl der älteste jüdischeWohlthätigkeitsverein Berlins, zählt gegenwärtig 365 ordentliche und 70 immerwährende (verstorbene) Mitglieder und 1 Ehrenmitglied. Vorsitzender des Vereins ist Herr Martin Simon, Neustädt. Kirchstr. 11. Ferner gehören Nachdruck verboten, zum Vorstand die Herren: Oskar Berlin, Joseph Frankel, Michael Fiegel und Emil Pinkus. 15. , ,Humanitätsverein für Gewerbetreibende.“ Im Januar 1868 gegründet, hat der Verein in den letzten Jahren einen derartigen Aufschwung genommen, dass er seinen Mitgliedern namhafte Unter- Stützung in Krankheitsfällen zu gewähren und ihnen in wirksamer Weise aufzuhelfen in der Lage ist. Der Verein zahlt seinen Mitgliedern bis 30 Mark Krankengeld pro Woche, stellt ihnen freien Arzt und sorgt für Medikamente, Badereisen etc. Etwa 200 Mitglieder zählt der Verein, an dessen Spitze Herr Alex Büchel, Alt Moabit 181 steht. Die übrigen Vorstandsmitglieder sind die Herren: Otto Wohlauer, Rykestr. 20, Heinrich Loewy, Dorotheenstr. 92, Hugo Gottschalk, Friedenstr. 27, Rechtsanwalt Sonnenfeld, Gertraudtenstr. 18/19, 6. Manasse, Barnimstr. 30, S. Bernhard, Prenzlauerstr. 3. Synagogen־ und Jüdische Kvrttng, den 4. Juni, in allen Synagogen abends 772 Uhr. Kornraden-, den 5. Juni, in der alten Synagoge morg, 872 Uhr, in den übrigen Synagogen morgens 9 Uhr. Fest-Gottesdienst. Konuobend» de« 5. Juni, in allen Synagogen abends 9 Uhr. Korrntos, den 6. Juni, in allen Synagogen: morgens U/2 Uhr I. Gottesdienst, vorm. 10 Uhr II. Gottesdienst. Predigten: Alte Synag. Herr Rabb. Or. May bäum. Neue Syn. Herr Rab. Or. Stier. Kaiserstr.-Synagoge Herr Rab. Dr. Weisse. Lindenstr. - Syn. Herr Rabbiner Dr. Rosenzweig. Könning» den 6. Irmi» in allen Synagogen abends 8 Uhr. Gemeinde. Montag, den 7. Juni, in allen Synagogen: morgens 772 Uhr I. Gottesdienst mit Seelenfeier, vorm. 10 Uhr H. Gottesdienst mit Seelenfeier. Predigten: Alte Synag. Herr Rab. Dr. Rosenzweig. Neue Synagoge Herr Rabbiner Dr. Weisse. Kaiserstr. -Syn. Herr Rabbiner Dr. Stier. Lindenstr.-Syn. Herr Rabbiner Dr. Maybaum. Um Ueberfüllung der Synagogen zu verhüten, wird der Vormittags-Gottesdienst an den beiden Schabuoth- Festtagen zweimal abgehalten und ist der Zutritt zum zweiten Gottesdienste zunächst nur gegen Vorzeigung von Eintrittskarten gestattet. Gottesdienst an den Wochentagen in allen Synag. morgens 872 Uhr und abends 672 Uhr. Andacht• Lippmann - Tauss - Synagoge Gollnow-Str. 11. Freitag abend 772 Uhr. Sonnabend morgens 81/4 Uhr, Sonnabend abend 9 Uhr, Sonntag morg. 8 Uhr, Pred. 10 U. Sonntag abend 878 Uhr. Montag morgens 8 Uhr, Predigt und Seelenfeier 10 Uhr. Wochentags: Morgens 674 Uhr, Abend 67s Uhr. Oer Vorstand. Synagoge Beth Zion. Beide Festtage Predigt. Herr Rabbiner Höxter, 10 Uhr. Synagoge N’weh uoholaam Lothringerstr. Sonntag u. Mont. Festpredfgt Herr Rabb. Or. Grünfeld. Wolff’scbe Lz-Ohajim Gemeinde Landsbergerstr. 85 Sonntag u. Montag. Festpredigt: Herr Rabb. Dr. Grünfeld jr. Seelenf. V erei ns=Anzeigen. Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens. _ Bienstag, den 15. Juni 1897: _ S Grosses Sommerfest g im Cafe Bellevue, Rummelsburg, verbunden mit Doppel-Conoert, Faokelzng, Feuerwerk und anderen Belustigungen. Die Kaffeeküche ist den Damen von 3 Uhr an geöffnet. Anfang des Concerts 4- Uhr. Eintrittspreis 50 Pfg Kinder zahlen 10 Pfennig, wofür dieselben eine Stocklaterne erhalten. Billets sind erhältlich beim Unterzeichneten Vorsitzenden Das Comitö. 8. Joseph, Grenadierstr. 17. Tlinrro T ,PIlFo *m Alter von 23 bis 28 11 ÜUXLgt? JJüUtü Jahren aus besten si- N tarierten jüdischen Familien stammend, die sich zum W Herbst an der Gründung eines vornehmen Clubs beteiligen wollen, werden ersucht, ihre Adressen unter W ״Club 1897w an die Expedition d. Bl. einzusenden. |] Mit dieser Gründung wird beabsichtigt, einen feinen jy Cirkel zu schaffen, vor dem hervorragende Capazitäten 1 auf dem Gebiets der Wissenschaft, Kunst, Nationali Ökonomie u. s. w. Vorträge halten werden, ganz be- |a sonders soll die Geselligkeit durch Veranstaltung vor-!U nehmer Festlichkeiten gepflegt werden. y