Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1897)
- Date
- 1897-06-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus der Gemeinde. Wie uns auf unsere Umfrage mitgeteilt ־wird, entbehrt die von mehreren Tageszeitungen gebrachte und auch von uns in der Umschau unserer heutigen Nummer enthaltene Mitteilung, nach welcher der Bau eines grossen jüdischen Krankenhauses geplant werde, der Begründung. Es sei hier besonders darauf hingewiesen, dass an beiden Tagen des Wochenfestes in den Gemeinde-Synagogen zweimal Gottesdienst abgehalten wird, und zwar um 7% Uhr und um 10 Uhr morgens. Um eine UeborfÜllUUg zu verhüten, macht der Synagogen-Vorstand bekannt (s. Anzeigenteilj dass zunächt nur die Inhaber von Karten zum zweiten Gottesdienste Zutritt haben. Am 30. Mai fand in der Neuen Synagoge die Einsegnung der Confirmandinnen statt. Die Mädchen sind in der III. Religionsschule (Dr. Weisse) für die Confirmation vorbereitet worden. Die Einsegnung vollzog Dr. Weisse. Die Mädchen trugen mit innigem Verständnis das Glaubensbekenntnis vor. Die Feier machte auf die zahlreichen Synagögenbesucher einen erbebenden Eindruck. Soeben ist die No. 12 der ״Mitteilungen des Deutsch- Israel. Gemeindebundes“ zur Versendung gelangt׳. Wir entnehmen aus ihnen die erfreuliche Thatsache, dass die zum Zwecke der Förderung des Ackerbaues und Handwerkes unter den Juden Deutschlands gegründeten Vereine einen gedeihlichen Fortschritt nehmen und schon manches recht erfreuliche Resultat aufzu weisen haben. Auch das jetzt herausgegebene ״Statistische Jahrbuch“ ist ein verdienstvolles Werk des D.-I. G.-B. Es ist ein unentbehrliches Nachschlagebuch für alle diejenigen, die sich mit Gemeinde- und Vereinsangelegeuheitetl ZU beschäftigen haben. Ausser einer Statistik der Juden in Deutschland: Seelenzahl jeder Gemeinde, Vorsteher, Beamte u. 8. w. enthält das Jahrbuch eine Anzahl der wichtigsten Entscheidüngen und Verfügungen betr. Gemeinde wesen, Religion«- unterricht etc. etc. Vereins-Schau. Die Jubelfeier der ,,Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums“ am 27. Mai c. gestaltete sich zu einer der Bedeutung der Anstalt und des Tages würdigen. In dem eleganten Saale des Brüdervereins Unter den Linden 4 a hatten sich das Curatorium, das Lehrercollegium und eine stattliche Anzahl Freunde der Anstalt eingefunden; man kann wohl sagen, ohne sich einer Uebertreibung schuldig zu machen, die geistige und gesellschaftliche Elite der Berliner Judenlieit war bei der Festveranstaltung vertreten. Nach einem wirkungsvollen Gesänge, vorgetragen von dem Männerchor der Synagoge Lindenstr. unter Leitung des Musikdirektors William Wolff entrollte der derzeitige Vorsitzende des Curatoriums, Herr Dr. 8. Neumann, ein Bild von der Geschichte und ' der Wirksamkeit der Lehranstatt. Mit herzlichen Worten gedachte der Redner der Gründer, Lehrer und Freunde der Anstalt, allen warme Worte des Dankes und der Anerkennung zollend. Namens des Lehrerkollegiums sprach Herr Prof. Steinthal, von allen Anwesenden mit begeisterter Herzlichkeit empfangen. Dr. Hochfeld-Frankfurt a.O. sprach sodann namens der früheren Hörer. Zum Schluss ergriff Herr Justizrat J. Meyer das Wort, um der Anstalt die Glückwünsche der Gemeinde- Vertretung zu überbringen. Wiederum ertönte ein kirnstleriscb vorgetragenes Lied, und die erhebende und würdevolle Feier war zu Ende. Abends fand zu Ehren des Tages im Hotel König von P ortugal ein Commers statt. Geistvolle Reden wechselten mit heiteren Liedern ab. Einige studentische Verbindungen hatten ihre Vertreter entsandt. Das Festcomite hatte es verstanden, die Arrangements so geschickt zu treffen, dass der Commers einen glänzenden Verlauf nahm und allen Teilnehmern noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben wird. ״Zur Erinnerung an das 25 jährige Jubiläum der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums“ hatte das Fest-Comite ein Gedenkblatt aufertigen lind an die Festteilnehmer verteilen lassen, das unsere Leser im Familienblatt unserer heutigen Nummer abgedruckt finden. Der ״Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens“ erlässt für sein Sommerfest, das am 15. d. M. stattfindet, einen Aufruf, dem wir folgendes entnehmen; Schon seit vielen Jahren hat sich das Bedürfnis fühlbar gemacht, das Handwerk unter den Juden mehr als bisher zn verbreiten. Aus diesem Grunde haben sich schon oftmals wackere Männer zusammengethan um zur Förderung des Handwerks segensreich zu wirken. Auch der ״Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens“, hat sich diese Aufgabe gestellt. Er will nicht allein das Handwerk im allgemeinen fördern, sondern auch in einzelnen Fällen dem jüdischen Handwerker zur Wiederaufnahme seines ehrsamen Handwerks verhelfen. Um nun dem Verein, dessen Ziele ja direkt oder indirekt allen jüdischen Handwerkern zu statten kommen, die Grundlage zu dieser Unterstützungskasse zuzusichern, haben wir beschlossen, am 15. Juni er. in Rummelsburg im Etablissement ״Bellevue“ ein grosses Gartenfest, bestehend aus Promenaden-Doppel-Concert, grossartigem Feuerwerk, Fackelzug, Kinderbelustigungen aller Art etc. zu veranstalten, und ist das Entree trotz der bedeutenden Unkosten auf nur 50 Pfg. für Erwachsene und 10 Pfg. für Kinder, festgesetzt worden. Dem schon oft bewährten Wohlthätigkeitssinne unserer Glaubensgenossen vertrauend, hoffen wir, dass Sie diesem Werke der Humanität Ihre Unterstützung nicht versagen. Billets sind beim Vorsitzenden Herrn Joseph Grenadierstr. 17 zu haben. Möge der wackere Verein in seinem segensreichen Wirken die Unterstützung weitester Kreise finden! (s. Interat.) Hermann Koch. (16 Jahre im Hause N. Israel) Gardinen-Spezialgeschäft Blumenstr. 8 neb. d. Residenz.- tiieater. Grösste Auswahl von Gardinen, Stores, Tüllbettdecken, Rouleaux und Kongresstoffen in allen Preislagen. Cigarren und Cig?.;:׳. Rauch-, Kauu. Scbnup.-. : empfiehlt Otto Tulosi..3 J. Kurzestrasse 18 a Weyer, Brockhaus, . Brehm’s Thierleben liefert gegen monatl. Ratenzahlungen ohne Anzahlung H. Rechert, Holzmarktstr. 59, II. 7 Maler-Arbeiten Imitation Eduard Knake Schilder H017 q. Marmor. Kastanien Allee 72. allen Arten. *Geschmackvolle Ausführung. Solide Preise.^ Pen warten Lesern möchten die Beilage in heutiger Nummer der Thürschliesser- Fabrik Schubert & Werth, Prenzlauerstr. 42 angelegentlichst empfehlen. 1 gratis 1 Frada ist das beste gesündeste Tafel-Getränt zum Trinken fertig, alkoholfrei aus frischen Früchten, jede Flasche sterilisirt. Ar. Nägel! s A. 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