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Berliner Vereinsbote · 1897-05-21 · Heft 21 (21.5.1897) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 21 (21.5.1897)
Date
1897-05-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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zurückzunehmen. So waren die lukrativen Fleischpreise bis auf weiteres wieder durch ein förmliches Ringwesen in Sicherheit und das Ziel zur Erlangung billigerer Fleischpreise in ungewisse Ferne gerückt. Aber nichtsdestoweniger ist dieser Vorgang meines Dafürhaltens eine wichtige Etappe auf dem Wege, den wir ferner in his rebus zu wandeln haben. Etwaige Bedenken, den Verkauf des koschern Fleisches christlichen Händen anzuvertrauen, sind hinfällig der Thatsaclie gegenüber, dass in kleineren Städten meistens christliche Fleischer es sind, die den Vertrieb des Koscherfleisches haben, und Klagen über Missbrauche fast nie oder doch nur in den seltensten Fällen vorgekommen sind. Das gemeinnützige Interesse für die Sache, die ich in diesen Zeilen vertrete, und welche auch in der Repräsentantensitzung vom 11. April besonders durch Herrn Direktor J. Sachs warmherzigen Ausdruck fand, namentlich aber die Rücksicht auf die ärmeren jüdischen Familien unserer Gemeinde lassen es mehr als wünschenswert erscheinen, dass die .Vöft mir gegebene Anregung auf fruchtbaren Boden falle und im gegenseitigen Austausch von Vorschlagen und Meinungen dazu beitrage, die herrschenden Zustände auf friedliche Weise zu beseitigen und das erstrebenswerte Ziel einer Verbilligung des Koscherfleisches schnellstens herbeizuführen. In der zuversichtlichen Voraussetzung, dass Sie, Herr Redacteur, in Ihrem geschätzten Blatte der Besprechung dieses Gegenstandes einen möglichst grossen Spielraum lassen, zeichne ich Ew. Wohlgeboren ganz ergebenster.g. (Wir kommen dem hier ausgesprochenen Wunsche bereitwilligst nach und eröffnen hiermit einen Meinungsüber diese hochbedeutsame Frage. Die Redaction.) Die jüdischen Vereine Berlins. (Nach den Angaben der p. p. Vorstände.) (,Etwaige Ungenauigkeiten bitten wir gefl. berichtigen zu wollen.) 7. ״B’ne brith u. Schochare hattob“. Der Religionsverein B’ne brith wurde vor ca. 18 Jahren von einer Anzahl jetzt noch dem Verein angehörender Mitglieder gegründet, um im Osten Berlins dem sich immer mehr fühlbar raaeilenden Mangel an jüdischem Religionsunterricht abzuhelfen. Erst nach Begründung dieser Religionsschule hat der Verein die Veranstaltung ständiger Gottesdienste in sein Programm aufgenommen, und seit dieser Zeit, also seit ca. 18 Jahren existiert die sehr gut besuchte von 3 Kehrern geleitete Religionsschule, sowie die einer guten Frequenz sich erfreuende Synagoge, Grüner Weg, wo täglich Gottesdienst abgehalten wird. Die Gemeinde Schochare hattob, die älteste Privatgemeinde Berlins, hatte lediglich den Zweck, Gottesdienste zu veranstalten, sowie die Mitglieder in Krankheitsfällen und sonstigen Notlagen zu unterstützen und zu trösten. Seit dem 1. Januar d. J. haben sich nun beide Gemeinden vereinigt und den Namen ״Vereinigte Schochare Hattob- und B’ne brith-GemeindeM angenommen. Die Mitgliederzahl der nunmehr vereinigten Gemeinden beträgt ca. 150. B’ne brith hatte weder ausserordentliche noch Ehrenmitglieder, die Gemeinde Schochare hattob dagegen führte auch eine Anzahl ausserordentlieber und immerwährender Mitglieder in ihren Listen. Augenblicklich ist man damit beschäftigt, die Statuten beider Gemeinden in der Weise abzuändern, dass neben Religionsunterricht und Andacht auch zugleich die früheren Bestrebungen der Schochare-hattob-Gemeinde zu den Obliegenheiten der Vereinigung gehören. Den Vorstand der vereinigten Schochare hattob und B’ne brith Gemeinde bilden: A. Lewinski, Kaiser Wilhelmstr. 40, (Vorsitzender). M. Fabian, (stell. Vors). Julius Abraham, Grüner Weg 108, (I. Rendant). Leop. Davidsohn, Neue Friedrichstr. 3, (II. Rendant). Gustav Lewandowski, (Schriftführer). Ferner die Herrn: Rosenbaum, Lewin Müller, Meyer, Lissenheim Sachs, Z. Alexander, Potolowski, Samuels, Max Friedländer und Feldblum als Repräsentanten. Als Rabbiner fungiert Herr Dr. Baneth. 8.. Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Als die unheilvolle antisemitische Bewegung in Deutschland immergrössere Ausdehnung anzunehmeu und die staats- Nachdruck verboten, bürgerlichen Rechte der Juden zu gefährden drohte, da traten einige beherzte und für den angestammten Glauben begeisterte Männer zusammen, um die Bildung eines Mittelpunktes anzuregen, von dem aus die Verteidigung der staatsbürgerlichen Rechte der Juden geleitet werden sollte. So entstand am 5. Februar 1893 der ״Central-Verein deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens“, der jetzt über die stattliche Mitgliederzahl von 7000 verfügt. Ausserdem gehören dem Central-Verein 60 corporativ beigetretene Synagogen-Gemeinden an, so dass der Verein, der über ganz Deutschland verbreitet ist, eine Vereinigung von 36000 deutschen Juden darstellt. Der Verein unterhält im Hause Kai’lstr. 26 ein ständiges Bureau, das vom General-Sekretär Alphonse Levy geleitet wird, und von dem aus alle V e rei n sangel ege 2נ h ei ten geregelt w erden. Der gegenwärtige Vorstand besteht aus den Herren: Rechtsanwalt Dr. M.Horwitz, Behrenstr. 7, (Vorsitzender). Rechtsanwalt Dr. E. Fuchs, Grossbeerenstrasse 9, (stellv. Vorsitzender). Oberlehrer Dr. J. Schneider. Steglitzerstr. 4, (Schriftführer). Dr. J. Ginsberg, Karlstr. 31, (Schatzmeister). Maurermeister S. Weile, Neue Schönhauserstr. 17, (Controleur). Synagogen־ und Vereins-Anzeigen. Jüdische Gemeinde. Gottesdienst. Kerttng, de« 81. Mai in allen Synagogen abends 7y2 Uhr. dr« 82 Mai in der alten Synagoge xnerg. Si/2 Uhr, in den übrigen Synagogen morgens 9 Uhr. Predigten: vorm. 10 Uhr: Neue Syn. Herr Rab. Dr. Maybaum. Kaiserstr.-Syn. Herr Rabbiner Dr. Stier. IngendgottesdienstNachm 4Uhr Lindenstr.-Syn. Herr Rabbiner Dr. Rosenzweig. Predigt: nachm. 4 Uhr: Alte Syn. Herr Cand. Leopold Stein. Adendgottrsdienst 9 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen in allen Synag. morgens ß1/2 Uhr und abends 62/ג TJhr. mninmm ״Juda s T oenter" Vereinigung jüdischer Frauen und Mädehen 1895. Sonntag, den 23. Mai er.: _ Sornmer-Ausflug nach Sadowa. Abfahrt Rahnhof Aloxanderpl. (Vorortverkehr) 10V2 Uhr Torrn. Für Nachzügler Abfahrt (wie oben) 1 Uhr 59 Min. Nachm. Treffpunkt Waldrestaurant am Bahnhof bis 4 Uhr Nachmittag. Gäste willkommen. Bei ungünstigem Wetter unterbleibt der Ausflug. Der Vorstand: Ida Ranft. Vorsitzende. 11111YrTTTrrnTTTTTT ITTTTTT T I T 1111־ TTTTTTT Verlags- und Sortiments-Buchhandlung, Berlin O., Rosenstrasse 17. Allgemeine Literatur, Musikalien, Schulbücher. Spezialität! Judaica und Hebraica. Gebetbücher, Tallesim in Wolle und Seide u. 8. w. in grosser Auswahl stets auf Lager. Bestellungen nach ausserhalb werden schnellstens ausgeführt. Albert Katz. Verein ״Schomre schabbos. Stellnng-suchonden, die dou Sabbath halten, wird Beschäftigung nachgewiesen und Unter- Stützung gewährt. Beitrittserklärungen nimmt entgegen und Auskunft erteilt Louis Beofcer, Linienstr. 71 Jüdische Lesehalle und Volksbilbli othek Münchener Hof, Spandauerstr. 11-13 für jedermann geöffnet: an Wochentagen von y2‘2—-1/gö. Sonnabend u. Sonntag v.y22—y26. Bücher werden ausser Sonnabend täglich gewechselt. Z. eiupuemc sica w. aoppei, Borsigstr. 15. Veteranenstr. 6.

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